SVP fordert zweiten Bundesratssitz

publiziert: Sonntag, 19. Okt 2003 / 18:04 Uhr

Bern - Zufriedene Gesichter bei SVP und SP, Prinzip Hoffnung bei CVP und FDP: So zeigten sich die Vertreter der Parteien am frühen Sonntagabend angesichts der Hochrechnungen. Für die SVP ist bereits klar: ein zweiter Bundesratssitz steht ihr zu.

SVP-Präsident Ueli Maurer bezeichnet die Wahlerfolge lediglich als Etappensieg.
SVP-Präsident Ueli Maurer bezeichnet die Wahlerfolge lediglich als Etappensieg.
Er traue den gegenwärtigen guten Prognosen für die SVP noch nicht ganz, sagte Parteipräsident Ueli Maurer zu den sich abzeichnenden deutlichen Gewinnen seiner Partei. Der Trend vor allem auch jener in der Westschweiz, zeige aber klar, dass die SVP jetzt unwidersprochen eine gesamtschweizerische Partei sei.

Über den Anspruch seiner Partei auf den zweiten Bundesratssitz müsse man eigentlich gar nicht mehr diskutieren, sagte Maurer. "Wir werden deshalb in der Elefantenrunde den Namen unserer Kandidatur bekannt geben."

"Das Ergebnis sieht hervorragend aus für die Schweiz", freute sich der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Blocher. Das absehbare Resultat zeige, dass die Schweizerinnen und Schweizer einen Wechsel in der Politik wollten.

SP-Vizepräsidentin Christine Goll zeigte sich sehr zufrieden. "Wir haben in der ganzen Schweiz zugelegt". Sie sei insbesondere erfreut über die starke Verankerung der SP in den Städten. Die Partei müsse sich nun aber auf eine Zeit zunehmend härterer Verteilkämpfe einstellen. Sie sei beunruhigt über diese zunehmende Polarisierung.

FDP-Präsidentin Christane Langeberger sagte in einer ersten Reaktion, sie sei "ein wenig enttäuscht" über die sich abzeichnenden Verluste von FDP-Sitzen im Nationalrat. Das komme für sie aber nicht überraschend.

"Gesamthaft gefällt mir das Resultat nicht", gestand CVP-Präsident Philipp Stähelin in einer ersten Reaktion ein. Er wies jedoch gleichzeitig auch auf einzelne Gewinne in gewissen Kantonen hin. Offenbar sei die CVP Opfer der zunehmenden Polarisierung geworden, analysierte er.

Kritisch äusserte sich Stähelin zu einer möglichen Änderung der Zauberformel zugunsten eines zweiten SVP-Sitzes im Bundesrat. Das wäre nach Ansicht von Stähelin "ein klarer Verzicht auf die Stabilität in der politischen Landschaft der Schweiz".

"Für mich ist unser absehbar gutes Abschneiden nicht wahnsinnig überraschend", sagte Hubert Zurkinden, Generalsekretär der Grünen. Er habe bereits Anfang Jahr gesagt, dass seine Partei in diesen Wahlen zulegen werde.

(bsk/sda)

 
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