Saddam siegessicher

publiziert: Montag, 6. Jan 2003 / 12:25 Uhr

Bagdad - Iraks Präsident Saddam Hussein hat den UNO-Waffeninspektoren Spionage vorgeworfen. Vor einem möglichen US-Angriff zeigte er sich siegesgewiss.

Der Irakische Präsident Saddam Hussein.
Der Irakische Präsident Saddam Hussein.
Saddam Hussein rief sein Volk erneut zum Widerstand gegen einen US-geführten Angriff auf und versprach den Irakern den Sieg. Am Ende wird der Feind fallen, sagte Saddam in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache zum 82. Jahrestag der Armeegründung.

Den UNO-Inspektoren warf Saddam indirekt Spionage vor. Anstatt nach Massenvernichtungswaffen zu suchen, konzentrierten sie sich auf die Befragung irakischer Wissenschafter und die Durchsuchung von Kasernen und Produktionsstätten für konventionelle Waffen.

Die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung der Irak-Krise gehen unterdessen weiter. Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül traf zu Gesprächen in Jordanien ein. Nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Ali Abu Ragheb sollte Gül auch mit König Abdullah II. zusammenkommen.

Die Türkei - einziges moslemisches NATO-Mitglied - lehnt einen Irak-Krieg ab. Aussenminister Yasar Yakis sagte in einem Interview, ein Ja des Parlaments zu einer Stationierung von US-Truppen auf türkischem Boden oder einer Durchfahrtserlaubnis in Richtung Irak sei unwahrscheinlich.

Der britische Aussenminister Jack Straw bekräftigte, das Risiko eines Irak-Kriegs sei zurückgegangen. Zu der Äusserung eines britischen Ministers, der die Wahrscheinlichkeit eines Kriegs auf bloss 40 Prozent schätzte, sagte Straw der BBC: Das ist eine ziemlich zutreffende Einschätzung.

Die britische Regierung brachte den Irak erstmals in Verbindung mit Terrorgruppen wie El Kaida. Staaten wie der Irak und Nordkorea seien die wahrscheinlichsten Lieferanten von Massenvernichtungswaffen an Terroristen, sagte Straw zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz der britischen Botschafter in London.

(bert/sda)

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