Reform angestrebt

Sarkozy und Berlusconi wollen Schengen ändern

publiziert: Dienstag, 26. Apr 2011 / 13:34 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Apr 2011 / 18:25 Uhr
Nicolas Sarkozy diskutiert über eine Reform des Schengen-Abkommens.
Nicolas Sarkozy diskutiert über eine Reform des Schengen-Abkommens.

Rom - Nach dem Streit über den Umgang mit Flüchtlingen aus Nordafrika ziehen Frankreich und Italien nun an einem Strang: Die beiden Länder wollen zumindest vorübergehend in Europa wieder Grenzkontrollen ermöglichen.

7 Meldungen im Zusammenhang

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy forderten am Dienstag nach einem Krisentreffen in Rom Änderungen am Schengen-Abkommen. Dieses garantiert 400 Millionen Einwohnern in 26 Ländern Europas Reisefreiheit ohne Passkontrollen.

Schengen-Vertrag soll weiterleben

«Wir wollen, dass der Schengen-Vertrag weiterlebt. Doch damit er weiterleben kann, muss er reformiert werden», erklärte Sarkozy am Ende des italienisch-französischen Gipfeltreffens. Zuvor war ein gemeinsames Schreiben Sarkozys und Berlusconis an die EU-Kommission veröffentlicht worden.

Darin fordern sie die Möglichkeit, wieder Kontrollen an den Grenzen der Schengen-Staaten einzuführen, und zwar «im Fall aussergewöhnlicher Schwierigkeiten bei der Kontrolle der gemeinsamen Aussengrenzen». Der «Druck» auf die gemeinsamen Aussengrenzen habe Folgen für alle Mitgliedsstaaten, warnen Berlusconi und Sarkozy.

Entscheidungen am EU-Gipfel gefordert

Auf dem EU-Gipfel im Juni müssten «konkrete Entscheidungen als Antwort auf die aktuellen Schwierigkeiten» in die Wege geleitet werden, schreiben sie weiter. Dazu gehöre insbesondere, dass die Europäische Union mit den Staaten südlich des Mittelmeers zusammenarbeite und die EU-Staaten wie Italien und Malta finanziell stärker unterstütze, in denen besonders viele Flüchtlinge ankommen.

Italien und Frankreich verlangen zudem eine Stärkung der EU-Grenzschutztruppe Frontex. Weiter sprechen sich die beiden Länder für ein gemeinsames EU-Asylverfahren aus. Nach den bisherigen Regeln ist das Land für die Versorgung und einen möglichen Asylantrag verantwortlich, in dem ein Flüchtling die EU erreicht.

Die EU-Kommission zeigte sich wenig begeistert über die Vorschläge: Die Idee, das Schengen-Abkommen zur Reisefreiheit in Europa vorübergehend auszusetzen, sei vollkommen ausgeschlossen.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel/Berlin - Die EU-Innenminister ... mehr lesen 1
Dänemark baut an den Grenzen wieder feste Kontrollstellen auf.
Alt Bundesrat Christoph Blocher: «Den grössten Fehltritt leisteten sich die Bundesräte».
Bern - Alt Bundesrat Christoph ... mehr lesen 8
Bern - Wie vor der Abstimmung zur ... mehr lesen 1
Die Teilnahme an Schengen/Dublin kostete die Schweiz bisher 123 Millionen.
Nicolas Sarkozy wird starke Konkurrenz haben im Wahlkampf.
Paris - Der Wahlkampf für die französische Präsidentschaft 2012 ist schon jetzt entbrannt. Am Mittwoch erklärte der frühere Innen- und Verteidigungsminister Jean-Pierre ... mehr lesen
Brüssel - Die EU-Kommission kann ... mehr lesen 2
Cecilia Malmström: Es gehe darum, das System des Schengenraums zu stärken.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Mehrere tunesische Migranten wurden von Frankreich nach Italien abgeschoben.
Rom - Die französischen Grenzbehörden haben seit Donnerstag mehrere tunesische Migranten abgeschoben, die aus Italien einreisen wollten. mehr lesen
Lampedusa - Italiens Regierungschef ... mehr lesen 1
Ein zerstörtes Flüchtlingsboot auf Lampedusa.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Müllvermeidung - ein wichtiges, aktuelles Thema.
Müllvermeidung - ein wichtiges, aktuelles Thema.
Publinews Nachhaltigkeit ist in der heutigen Gesellschaft ein immer wichtigeres Thema. Wir alle haben eine Verantwortung dafür, die Ressourcen unserer Erde schonend zu nutzen und die Umweltbelastungen zu minimieren. Doch was bedeutet es eigentlich, nachhaltig zu leben und wie können wir unseren Alltag nachhaltiger gestalten? mehr lesen  
Gemäss dem Bericht «Survival of the Richest» hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung seit Beginn der Corona-Pandemie fast zwei Drittel des gesamten globalen Vermögenszuwachses eingestrichen. Währenddessen schaffen 1,7 Milliarden Menschen in Ländern, in denen die Lohnentwicklung die Inflation nicht ausgleichen kann, kaum ihren Lebensunterhalt. mehr lesen  
Fotografie Ärzte ohne Grenzen und Magnum: 50 Jahre im Einsatz  2021 markierte das 50-jährige Bestehen von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Fronitères (MSF). Die ... mehr lesen  
Griechenland, Lesbos, 9.September 2020: Flüchtlinge nach dem Feuer im Camp Moria.
Man sollte sich ein Haustier nie überstürzt zulegen, auch wenn es noch so niedlich ist.
Publinews Die Gründe, sich ein Haustier zuzulegen, sind vielfältig. So möchten manche Menschen, die Einsamkeit verspüren, sich damit Gesellschaft ins Haus holen; ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -3°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 0°C 4°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen -6°C 1°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern -3°C 2°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern -2°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 0°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten