Satellitennavigation ist ein Milliardengeschäft

publiziert: Donnerstag, 29. Dez 2005 / 08:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 19. Jul 2010 / 10:32 Uhr

Paris - Mit Galileo will Europa bis 2010 erstmals ein eigenes satellitengestütztes System zur Ortsbestimmung aufbauen.

Das Geschäft mit Satellitennavigation soll 2020 schon 250 Mrd. Euro einbringen.
Das Geschäft mit Satellitennavigation soll 2020 schon 250 Mrd. Euro einbringen.
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Anders als das Global Positioning System (GPS) der USA und das russische GLONASS steht Galileo unter ziviler Kontrolle.

Europa investiert in ein Geschäft mit Zukunft: Die Raumfahrtagentur ESA schätzt, dass die Einnahmen aus dem Gemeischanftsprojekt Galileo die Investitionen von 3,8 Mrd. Euro mittelfristig vier bis fünf Mal übersteigen werden.

Denn der Markt für Satellitennavigation wächst schnell: Lagen die Umsätze für die Satellitennavigation im Jahr 2003 bei rund 20 Mrd. Euro, soll sich dieses Volumen bis 2020 auf 250 Mrd. Euro erhöhen. Gleichzeitig soll Galileo allein in Europa über 100 000 Arbeitsplätze schaffen.

Autofahren und Shoppen mit Galileo

Für die Konsumenten wird Galileo vielfältige Anwendungen bereithalten. Autofahrer können laut EU-Kommission über ihre Fahrzeugnavigation vor Staus und Kollisionen gewarnt werden. Auch «Auto-Pilot»-Funktionen bei langsamer Fahrt sind demnach möglich.

Nutzer von Bussen und Bahnen können von den Verkehrsbetrieben minutengenau über die Dauer von Verzögerungen auf dem Laufenden gehalten werden. Handy-Kunden können durch ihr auf Galileo abgestimmtes Telefon ins nächste Restaurant oder Geschäfte in der Umgebung geleitet werden.

Bei Notfällen finden Rettungskräfte zum Patienten durch das Galileo-fähige Mobiltelefon. Und Länder, die elektronische Fussfesseln zulassen, können Straftäter mit Hilfe des Galileo-Signals nonstop überwachen.

Galileo und GPS: Kompatible Konkurrenten

Gegenüber dem US-System GPS zeichnet sich Galileo laut EU-Kommission durch eine höhere Verlässlichkeit aus, die für kommerziell erfolgreiche Anwendungen Voraussetzung sei. Dazu zählt eine Funktion, die Nutzer informiert, ob eine Nachricht oder ein Signal fehlerfrei angekommen ist.

Zudem sei die Erreichbarkeit auch in entlegenen Breitengraden gewährleistet. Brüssel betont schliesslich, dass GPS in den vergangenen Jahren von den USA aus militärischen Gründen mehrfach ausgeschaltet wurde, was einem kostenpflichtigen Einsatz in der Wirtschaft abträglich sei.

Gleichzeitig sind Galileo und GPS aber kompatibel. Nutzer wie Rettungskräfte oder Fluglinien, die auf die Ortsbestimmung unbedingt angewiesen sind, können damit künftig mit nur einem Empfänger beim Ausfall des einen Systems auf das andere umsteigen.

Kostenloser und kommerzieller Dienst

Betrieben wird Galileo von mehreren privaten Konsortien, die mit dem System zunächst 20 Jahre lang Geld verdienen dürfen. Zu den zahlreichen Partnerunternehmen gehören unter anderem der EADS-Konzern und T-Systems.

Die Betreibergesellschaft muss festgelegte Dienste anbieten. Der «offene Dienst» ist dabei kostenlos und bietet die Positionsbestimmung auf bis zu vier Meter genau. Besser wird der kostenpflichtige «kommerzielle Dienst» sein, durch den auch zentimetergenau navigiert werden kann.

(fest/sda)

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