Schaffhausen in der Krise

publiziert: Samstag, 26. Nov 2005 / 01:15 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Nov 2005 / 02:03 Uhr

Während der FC Basel an der Spitze der Super League einsam seine Kreise zieht, hat sich der Abstiegskampf vor der 16. Runde zugespitzt -- vor allem für Schaffhausen.

«Ich kann jetzt beweisen, dass ich nicht nur ein Trainer für Sonnenstunden bin.»
«Ich kann jetzt beweisen, dass ich nicht nur ein Trainer für Sonnenstunden bin.»
Der Tabellenletzte ist seit drei Monaten ohne Erfolg. Gescheitert ist er auch an den hohen Erwartungen. Am Sonntag gegen den FC Zürich soll die Krise endlich zu einem Ende kommen. In der letzten Saison hat Schaffhausen gegen die Stadtzürcher sieben von zwölf möglichen Punkten geholt.

Nicht nur wegen der positiven Resultate gegen den späteren Cupsieger denkt FCS-Coach Jürgen Seeberger leicht wehmütig an diese Zeit zurück. «Im letzten Jahr wurde uns alles verziehen. Die Erwartungen waren gleich null und wir konnten unbeschwert aufspielen», sagte der 40-Jährige.

Jetzt ist es anders. «In diesem Herbst kämpfen wir gegen die Gesetzmässigkeiten des so genannt schwierigen zweiten Jahres.» Für Seeberger ist «diese verflixte zweite Saison nach dem Aufstieg» mehr als eine abgedroschene Redensart.

Nach dem Klassenerhalt, der gemäss Seeberger «ein sensationeller Erfolg» war, wurden am Rhein zu hohe Erwartungen gehegt. «Das Kader wurde zwar verbessert, aber den gesteigerten Ansprüchen konnte es gleichwohl nicht genügen.» Sie hätten den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht. «Wir wollten spielen wie ein Team aus dem gesicherten Ranglisten-Mittelfeld, waren aber technisch und mental längst nicht so weit und haben den Kampf vernachlässigt.»

Glücklose Negativserie

Und was Seeberger befürchtete, ist eingetroffen: Vom ersten Rückschlag -- einem 0:5 am 28. August auf dem Letzigrund -- hat sich sein Team bisher nicht erholt, «obwohl wir nicht schlechter arbeiten als zuvor.» Seeberger zählte die Partien auf, die ausgeglichen waren und letztlich doch verloren gingen: gegen Aarau (0:1), gegen Xamax (0:1), gegen Basel (1:2) und zuletzt gegen Yverdon (1:2).

Die Negativserie, die auch wegen fehlendem Glück so lange wurde, hat die Akteure in eine Situation gedrängt, der sie qualitativ nicht gewachsen sind, und die sie noch nie in ihrer Karriere erlebt haben. Führungsspieler wie Mark Disler (von YB) und Daniel Tarone (vom FCZ) haben Mühe, die Geschicke in die Hand zu nehmen.

«Disler war bei YB einer von etwa acht 30-Jährigen. Er ist es nicht gewohnt, fast der einzige Routinier zu sein. Tarone war im FCZ nie ein Führungsspieler und muss sich in dieser Rolle erst zurecht finden.» Zudem seien beide von ihren früheren Klubs nicht gewohnt, gegen den Abstieg zu spielen.

Neue Herausforderung

Der Umgang mit dem Misserfolg ist aber auch für den grossen Rest des Kaders, das schon in der Challenge League bei Schaffhausen unter Vertrag stand und nicht zuletzt für Seeberger selbst eine neue Herausforderung. Der smarte Deutsche hatte im Regionalfussball mit Schwamendingen und in der 1. Liga mit Red Star grosse Erfolge gefeiert.

Seit er in Schaffhausen arbeitet, ging es mit seiner Karriere steil nach oben. Er führte die Ostschweizer von der 1. Liga in die Super League, erreichte mit der NLB-Mannschaft 2003 die Cup-Halbfinals und schaffte im Sommer gegen Vaduz den Ligaerhalt.

«Ich kann jetzt beweisen, dass ich nicht nur ein Trainer für Sonnenstunden bin. Ich nehme diese Herausforderung an und bin sicher, dass ich so einiges lernen kann. Unter dem Strich wird sich die Durststrecke positiv auswirken.»

Grasshoppers - Aarau (Vorrunde: 1:0)
Samstag, 19.30 Uhr. -- Absenzen: Seoane, Muff, Leandro und Peralta (alle verletzt); Opango, Schmid und Wardanjan (alle verletzt). -- Fraglich: Chihab; keiner. -- Statistik: Die Grasshoppers sind zuhause noch ungeschlagen und haben auf dem Hardturm gegen Aarau in den letzten elf Jahren nur einmal verloren; am 28. September 2003 setzte es eine 2:3-Niederlage ab. Aarau hat auswärts zuletzt dreimal verloren und in dieser Saison auf fremdem Platz erst fünf Tore erzielt.

Young Boys - St. Gallen (1:0)
Samstag, 19.30 Uhr. -- Absenzen: Hakan Yakin, Neri und Eugster (alle verletzt); keiner. -- Fraglich: keiner; Alex. -- Statistik: Bern ist für den FC St. Gallen ein ertragsreicher Boden. In der Bundeshauptstadt haben die Ostschweizer bei den letzten fünf Auftritten zehn Punkte gewonnen. Die Young Boys haben nach anfänglichen Mühen die Bilanz im Stade de Suisse aufgebessert. Sieben Punkte aus den letzten drei Heimspielen sorgten aber noch nicht für uneingeschränkte Euphorie; die Gegner waren Xamax, Yverdon und Schaffhausen.

Neuchâtel Xamax - Basel (0:3)
Sonntag, 14.30 Uhr. -- Absenzen: Maraninchi (gesperrt) sowie Geiger (rekonvaleszent) und Doudin (verletzt); Boris Smiljanic (gesperrt) sowie Murat Yakin und Carignano (beide verletzt). -- Fraglich: Coly; keiner. -- Statistik: Seit Alexandre Rey wieder dabei ist, geht es mit Xamax leicht aufwärts. Ende September war der Walliser erstmals seit langem wieder in der Startformation gestanden, seither hat er in sechs Partien fünfmal getroffen und die Romands haben neun Punkte (oder 70 Prozent der Gesamtausbeute) geholt. In exakt der gleichen Phase hat der FCB die Konkurrenz wohl vorentscheidend distanziert. Mit sechs Siegen in Folge vergrösserten die Bebbi den Vorsprung auf die Konkurrenz von einem auf acht Zähler.

Thun - Yverdon (0:2)
Sonntag, 16.00 Uhr. -- Absenzen: Gerber, Savic und Sinani (alle verletzt); Lengen, Grubesic, Grosso und N´Diaye (alle verletzt). -- Statistik: Leistungen wie Tag und Nacht beim FC Thun: die Berner Oberländer erstaunen in der Champions League trotz negativer Resultate mit guten Leistungen. In der Meisterschaft ist die Equipe von Coach Urs Schönenberger jedoch vom Weg abgekommen; zuletzt gab es drei Niederlagen (zwei zuhause) mit einem Torverhältnis von insgesamt 3:11. Am 28. August debütierte Roberto Morinini mit einem 2:0-Heimsieg gegen Thun als Yverdon-Trainer. Seither hat der Tessiner mit den Vaudois in acht Spielen weitere 13 Punkte geholt.

Schaffhausen - Zürich (0:5)
Sonntag, 16.15 Uhr (TV/Sat.1). -- Absenzen: Tsawa (gesperrt) sowie Pesenti, Leu und Senn (alle verletzt); Schneider und Stanic (beide verletzt). -- Statistik: Schaffhausen ist in eine monumentale Krise gerutscht. Aus den letzten neun Partien gab es nur einen Punkt. Begonnen hatte die Negativserie mit dem 0:5 am 28. August beim FCZ. Die Zürcher ihrerseits haben in den letzten beiden Auswärtsspielen insgesamt elf Treffer markiert.

Rangliste (je 15 Spiele)
1. Basel 36. 2. Grasshoppers 28. 3. Zürich 27. 4. Young Boys 24. 5. Thun 20. 6. St. Gallen 19. 7. Yverdon 17. 8. Aarau 15. 9. Neuchâtel Xamax 13. 10. Schaffhausen 10.

(bert/Si)

 
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