Scharfe Kritik an der Justiz
publiziert: Freitag, 30. Jul 2010 / 07:14 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Aug 2010 / 10:58 Uhr
Nach der Einvernahme durch den Haftrichter war die Presse schon da.
Nach der Einvernahme durch den Haftrichter war die Presse schon da.

Der Präsident der Strafrechtsanwälte in Deutschland wirft der Justiz vor, sie geniesse es geradezu, Prominente wie Kachelmann an den Pranger zu stellen.

4 Meldungen im Zusammenhang

Der Präsident des Verbandes deutscher Strafrechtsanwälte, Jürgen Möthrath, übt scharfe Kritik am Verhalten der Justiz im Fall Kachelmann. Es gebe einen regelrechten Malus für Prominente, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Informationen heimlich an die Presse weitergegeben

«Es ist wahrscheinlich ein bisschen schön, wenn man einen Prominenten vorführen kann.» Das Privatleben des Schweizer Wettermoderators sei in einer Weise an die Öffentlichkeit gezerrt worden, wie es bei normalen Sexualstraftätern nie der Fall gewesen wäre.

«Jeder, der in der Öffentlichkeit steht, der Erfolg hat, wird schnell mit Namen genannt und nicht nur mit dem Kürzel.» Unter der Hand würden Informationen an die Presse weitergeben, sagte der Strafverteidiger und erinnerte an den Fall des früheren Postchefs Klaus Zumwinkel.

Presse schneller vor Ort als Staatsanwaltschaft

Dieser war 2009 wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Am Tag der Hausdurchsuchung bei Zumwinkel habe der Eindruck bestanden, dass die Presse schneller vor Ort gewesen sei als die ermittelnde Staatsanwaltschaft.

«Diese Form, an die Medien zu gehen, ist aus meiner Sicht unmoralisch», sagte Möthrath. Mit dem Mittel der Vorverurteilung werde ein gewisser öffentlicher Druck aufgebaut, was die Arbeit eines Strafverteidigers belaste.

(fkl/sda)

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Vergewaltigung
ist eine schwere Straftat. Sie ist zwischen Mord und Totschlag angesiedelt. Also nichts mit auf Kaution freikommen. Vor allem in einem Land wie Deutschland, welches diese härter bestraft als die Schweiz.
Nun kann es halt mal passieren, dass man unschuldig eingesperrt wird. Sonst schreit auch jeder besser einen zuviel eingesperrt wie einen zu wenig. Aber bei Kachelmännchen macht man ein Theater, es gibt noch duzende Schweizer in DE die in der selben Lage sind, nur schreibt keiner darüber.

Für mich persönlich ist ein Vergewaltiger auf der selben Stufe wie ein Kinderschänder.
Hallöle
Nicht ganz richtig, Ausländer kommen genauso auf Kaution frei wie Einheimische.
Das Kriterium ist die Schwere der Tat. Auch ein Einheimischer kann ins Ausland abhauen wenn er will.

Bei Kachelmann wurde offenbar die Macht der Staatsanwaltschaft voll ausgespielt.
Leider sind Staatsanwälte vielfach Profilierungssüchtig. So wohl auch dieser.
Ansonsten hätte Kachelmann schon nach ca. 30 Tagen problemlos gegen Kaution freikommen können.
Vorverurteilung
Gebe den "Mül" gerne zurück.
alles Müll was du schreibst.
Wenn du im Ausland eine Tat begehst in diesem Ausmass oder dafür verdächtigt wirst, wirst du wegen Fluchtgefahr eingebuchtet. Aus und Amen.
Und das liebe gute Kachelmännchen ist in DE ein Ausländer. Somit alles rechtens und auch gut so.
Preiss des Prominentseins
Ob Herr Kachelmann die Tat begangen hat oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Dass muss er mit sich selbst ausmachen. Was sich aber die deutsche Justiz da erlaubt hat, ist schlichtweg eine Sauerei. Es wird doch immer wieder betont, für einen Angeklagter gilt die Unschuldsvermutung, bis die Schuld bewiesen ist. Für die Staatsanwaltschaft ist es aber ein gefundenes Fressen, wenn sie sich mit der Festnahme von Prominenten in der Öffentlichkeit darstellen kann. Spielt da Neid eine Rolle??? Aber warum regen wir uns denn eigentlich noch auf ? Das deutsche Rechtssystem ist doch in der Zwischenzeit so marode, dass sich der Staat bereitwillig zu Hehler macht und Diebesgut aufkauft. (Bankdaten) Der gleiche Staat weigert sich aber beharrlich mehr Steuerfahnder einzustellen, die sich ja bekanntlich mehr als nur selbst finanzieren. (Es könnten ja Parteigenossen auffliegen)
Da ist natürlich ein prominenter Schweizer eine wunderbare Gelegenheit wieder mal zu demonstrieren was "Recht und Ordnung" ist, egal wenn dabei das Leben eines eventuell unschuldigen Mannes zerstört wird. Denn egal wie die Sache ausgeht, Herr Kachelmann ist erledigt. Und der Staatanwalt kann sich genüsslich zurücklehnen und sich sagen: endlich mal einen "dicken Fisch" an der Angel gehabt zu haben. Dafür darf man ja ruhig mal die Grundregeln des Rechtssystems ein wenig ausser Acht lassen.
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