Rangliste

Schlechte Noten für die Schweizer Ausländerpolitik

publiziert: Dienstag, 5. Apr 2011 / 12:03 Uhr
Asylsuchende im Durchgangszentrum Bergermoos.
Asylsuchende im Durchgangszentrum Bergermoos.

Bern - Die Schweiz steht im Umgang mit Ausländern im Vergleich zu den EU-Ländern, Norwegen sowie den USA und Kanada schlecht da. In einem am Dienstag in Bern vorgestellten Integrationsindex belegt die Schweiz den 23. Rang von 31 Ländern.

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In den letzten vier Jahren ist die Schweiz damit rangmässig weiter abgerutscht: Im Jahr 2007 hatte die Schweiz in der vom British Council und der Denkfabrik «Migration Integration Policy Group» sowie 37 Projektpartnern (NGOs, Universitäten, Forschungsinstitute) durchgeführten Studie noch den 16. Rang von 28 Ländern belegt.

Zur Erstellung der Studie bewerteten Experten die Gesetzeslage zu 148 Indikatoren. Die Daten wurden im Mai 2010 erhoben.

Schweiz unter EU-Standards

Punktemässig konnte sich die Schweiz halten: Wie 2007 erreichte sie 43 von 100 möglichen Punkten. Bei einem so tiefen Wert entspreche die Schweizer Ausländerpolitik - insbesondere gegenüber aussereuropäischen Migranten - in vielen Fragen nicht dem Standard der EU oder des Europarats, heisst es in der Studie. Im Vergleich dazu erreichte das auf dem ersten Rang liegende Schweden 83 Punkte, gefolgt von Portugal mit 79 und Kanada mit 72 Punkten.

Besonders schlecht - auf Rang 30 von 31 - schneidet die Schweiz in der nun zum dritten Mal durchgeführten Studie wegen ihrem Umgang mit Diskriminierung ab. Der Schutz vor Diskriminierung sei völlig ungenügend, heisst es im Kapitel zur Schweiz.

Im Gegensatz zu den meisten anderen untersuchten Ländern, könnten sich Opfer von Diskriminierung in der Schweiz weder auf spezifische Gesetze noch auf offizielle Anti-Diskriminierungsstellen stützen.

Harte Bedingungen für Familiennachzug

Schlecht aufgestellt ist die Schweiz auch beim Kriterium Familiennachzug, wo sie Rang 28 belegt. Die Regeln zum Familiennachzug gehörten europaweit zu den härtesten, heisst es in der Studie. Weiteren Verschärfungen haben die zuständigen Parlamentskommissionen im Grundsatz bereits zugestimmt.

Ebenfalls auf einem hinteren Rang (29) liegt die Schweiz bei den Möglichkeiten für Ausländer, den Status eines Daueraufenthalters zu erlangen.

In der oberen Hälfte der Rangliste positioniert sich die Schweiz bei den Möglichkeiten der politischen Partizipation (Rang 10).

Über dem EU-Durchschnitt liegt die Schweiz auch beim Zugang zu Bildung (Rang 14). Beim Zugang zum Arbeitsmarkt sowie bei den Einbürgerungsbedingungen liegt die Schweiz auf Rang 17. Bei letzterem Kriterium erreicht die Schweiz jedoch nur 36 Punkte, was deutlich unter dem EU-Schnitt von 44 liegt.

(fkl/sda)

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Diese Studie ist wohl weniger studiert als kreiert.

Ein absoluter Witz wenn man bedenkt wie hoch der Ausländeranteil ist in der Schweiz.
Offenbar sind wir sehr attraktiv für Ausländer und ziehen diese an wie das Licht die Motten.

Und wir lassen das unbegrenzt zu. Noch.
Anderswo versuchen
Aufgrund der Tatsache dass die Gefängnisse und Sozialhilfebetrugstatistiken überquillen mit Migranten ist Skepsis gegenüber solchen "Studien" doch sehr angesagt. Es ist eigentlich eine Unverschämtheit sondergleichen gewisser Migranten sich bei Menschen die ihnen alle Türen offenhalten, von der Ausbildung bis zur Arbeitsstelle, der Rechtssicherheit, Schutz vor Verfolgung, der sozialen Absicherung etc. sich derart daneben aufzuführen und noch die Frechheit zu besitzen dem Gastgeber Diskriminierungen vorzuwerfen. Unverschämter und schnodderiger gehts wohl kaum. Wenn jeman denkt es gehe ihm anderswo besser als hier, darf er es gerne dort versuchen. Nur muss damit gerechnet werden dass es "dort" wesentlich anders zu und hergeht bei Nichtbeachtung geltender Regeln und Gesetze.
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