EU akzeptiert Gbagbo-Botschafter nicht mehr
Schweiz anerkennt Ouattaras Sieg
publiziert: Mittwoch, 29. Dez 2010 / 23:02 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Dez 2010 / 00:09 Uhr

Abidjan - Die 27 EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, künftig nur Botschafter der Elfenbeinküste zu akzeptieren, die vom international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara ernannt wurden.

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Die EU-Länder hätten sich bereits vergangene Woche auf dieses abgestimmte Vorgehen geeinigt, gab am Mittwoch der Sprecher des französischen Aussenministeriums, Bernard Valero, in Paris bekannt.

Valero reagierte auf Fragen zum Streit um die künftige diplomatische Vertretung der Elfenbeinküste in Paris. Die Pariser Regierung hatte vergangene Woche das Akkreditierungsverfahren für einen neuen Botschafter der Elfenbeinküste in Paris eingeleitet, der von Ouattara ernannt wurde.

Der neue Botschafter soll Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Pierre Kipré werden, der dem bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo nahesteht. Gbagbo weigert sich bisher trotz zahlreicher Appelle aus dem Ausland, die Macht abzugeben.

Die internationale Gemeinschaft sieht in Ouattara den rechtmässigen Sieger der Präsidentschaftswahl von Ende November. Nach dem Urnengang hatte die Wahlkommission Ouattara zum Sieger erklärt. Der Verfassungsrat unter Leitung eines Vertrauten des Amtsinhabers annullierte die Entscheidung jedoch wieder, Gbagbo liess sich wieder als Präsident vereidigen.

Gbagbo bleibt stur

Der amtierende Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, klammert sich trotz des Drucks anderer westafrikanischer Staaten an sein Amt. Das Treffen einer Delegation dreier Präsidenten mit dem Machthaber blieb am Dienstag ohne greifbaren Erfolg.

Weitere Treffen seien nötig, teilten die Vertreter des Staatenbündnis ECOWAS in Abidjan mit. Der Aussenminister der Regierung Gbagbo stellte einen Termin um den 2. Januar in Aussicht. Gbagbo traf mit den Präsidenten Benins, Boni Yayi, Sierra Leones, Ernest Bai Koroma, und der Kapverden, Pedro Pires, zusammen.

Sie würden am Mittwoch in der Hauptstadt Abuja dem nigerianischen Staatschef und derzeitigen ECOWAS-Vorsitzenden Goodluck Jonathan über ihre Vermittlungsmission Bericht erstatten, verlautete am Dienstag aus ECOWAS-Kreisen. Eine Stellungnahme zum Verlauf der Gespräche in Abidjan gaben die drei Vermittler zunächst nicht ab.

Schweiz anerkennt Ouattara

Auch die Schweiz stellt sich hinter Alassane Ouattara als neuen Präsidenten der Elfenbeinküste. «Wie ein grosser Teil der internationalen Gemeinschaft anerkennt die Schweiz den durch die UNO bestätigten Wahlsieg Alassane Ouattaras», teilte das EDA am Mittwoch mit.

Die Schweiz rufe die beiden Parteien dazu auf, eine friedliche Lösung zur Beilegung der Krise zu finden, erklärte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

(fkl/sda)

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