Korruption

Schweiz gehört neu zu den fünf integersten Ländern weltweit

publiziert: Mittwoch, 3. Dez 2014 / 06:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Dez 2014 / 06:07 Uhr
Die Schweiz hat ihren Jahresvergleich von 7. auf den 5. Rang verbessert.
Die Schweiz hat ihren Jahresvergleich von 7. auf den 5. Rang verbessert.

Bern - In allen Volkswirtschaften ist Korruption ein Problem, wie der neuste Korruptionswahrnehmungsindex zeigt. Weltweit als am integersten wahrgenommen wird Dänemark. Die Schweiz gehört neu zu den Top-5. Dennoch schlägt Transparency International Schweiz Verbesserungen vor.

5 Meldungen im Zusammenhang
Die Schweiz hat sich im von Transparency International (TI) am Mittwoch veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex 2014 im Jahresvergleich verbessert und zwar vom 7. auf den 5. Rang.

Damit schneide die Schweiz im internationalen Vergleich vorteilhaft ab, liess sich TI-Schweiz-Präsident Eric Martin in der Mitteilung zitieren. Das bedeute aber nicht, dass das Land frei von jeglicher Korruption sei und kein Raum für Verbesserungen bestehe.

Raum für Verbesserungen

Die Organisation forderte deshalb erneut Vorschriften für mehr Transparenz für die Finanzierung von Abstimmungskampagnen und Parteien. Weiter empfiehlt sie transparente Verfahren bei öffentlichen Beschaffungen und einen besseren Schutz für Whistleblower.

Das Parlament schliesslich solle die vom Bundesrat beantragten Verschärfungen im Korruptionsstrafrecht bald verabschieden, fordert TI. Den Entwurf dazu stellte der Bundesrat im Frühling den Räten zu. Privatbestechung soll demnach zum Offizialdelikt werden - also von Amtes wegen verfolgt werden müssen.

Strafbarkeit verschärfen

Heute ist Bestechung von Privaten nur strafbar, wenn sie im Sinn des Gesetzes über unlauterem Wettbewerb zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Verschärfen will der Bundesrat ausserdem die Strafbarkeit von Bestechung von Amtsträgern. Diese ist heute nur strafbar, wenn dieser Amtsträger selber davon profitiert. Neu soll sie auch strafbar sein, wenn eine Drittperson profitiert.

Mehr Transparenz bei der Parteienfinanzierung kam beim Bund schon mehrmals aufs Tapet, Vorstösse für eine Regulierung scheiterten aber bisher. Eine Vorlage zur Regelung von Whistleblowing ist in den Räten hängig; zuletzt hat die zuständige Kommission des Nationalrats beantragt, die Vorlage an den Bundesrat zurückzuweisen.

Der Korruptionswahrnehmungsindex 2014 bewertet 175 Staaten mit 0 (als hochkorrupt wahrgenommen) bis 100 (als sehr integer wahrgenommen) Punkten. Dänemark, das die Liste anführt, erhielt 92 Punkte. Dahinter folgen Neuseeland (91), Finnland (89), Schweden (87) sowie die Schweiz und Norwegen mit je 86 Punkten.

Aufstieg von Afghanistan

Am Ende der Rangliste stehen Nordkorea und Somalia mit je 8 Punkten. Afghanistan, das vergangenes Jahr ebenfalls zu diesen Schlusslichtern gehört hat, hat sich um 4 auf 12 Punkte verbessert und liegt jetzt auf dem drittletzten Platz.

Zu den Aufsteigern gehören ausserdem Elfenbeinküste, Ägypten, der Karibikstaat St. Vincent und die Grenadinen mit je 5 zusätzlichen Punkten sowie Jordanien, Mali und Swaziland mit je 4 Punkten mehr. Am stärksten gesunken ist mit 5 verlorenen Punkten ist die Türkei, gefolgt von Angola, China, Malawi und Ruanda mit je 4 Punkten Minus.

Insgesamt haben rund zwei Drittel der aufgeführten Staaten weniger als 50 Punkte erhalten, schrieb Transparency International. Unter diesen Ländern sind alle Staaten der Schwellenländer-Gruppe Brics, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

In allen Volkswirtschaften ein Problem

Korruption sei in allen Volkswirtschaften ein Problem, hiess es dazu. Finanzzentren in der EU und den USA müssten zusammen mit schnell wachsenden Volkswirtschaften handeln, um die Korruption in den Griff zu bekommen.

Vergleiche von Jahr zu Jahr über die Anfälligkeit eines Landes für Korruption sagten allerdings nur bedingt etwas aus, hielt Transparency International Schweiz fest. Denn es werde nur die Wahrnehmung von Korruption gemessen. Die Rangliste habe eine im Vergleich mit den anderen Staaten relative Bedeutung.

Der Index erfasst nur Bestechung im öffentlichen Sektor. Private Korruption wird nicht berücksichtigt. Der Index wird auf Grund von Angaben von Institutionen wie zum Beispiel Weltbank, dem World Economic Forum (WEF), der Afrikanischen Entwicklungsbank oder der Economist Intelligence Unit (EIU) erstellt.

(flok/sda)

Die Koalition gegen Korruption
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Schweiz ist korrupter ... mehr lesen 3
Verschiedene Korruptionsfälle im öffentlichen Beschaffungswesen führten zu der Zurückstufung.
Fehlt eine Konkurrenzsituation, ist Korruption im privaten Sektor heute zulässig.
Bern - Der Ständerat hat sich nicht von der allgemeinen Empörung über das Gebaren der FIFA anstecken lassen. Er hat die Verschärfung des Korrupionsstrafrechts am Mittwoch in einem ... mehr lesen
Bern - Die Korruption im öffentlichen Sektor wird weltweit als grosses Problem wahrgenommen. Zu diesem Schluss kommt Transparency International aufgrund des Korruptionswahrnehmungsindexes 2013. Alle Länder blieben davon bedroht, inklusive die Schweiz. mehr lesen 
In der Mehrheit der 180 untersuchten Staaten sei Bestechung nach wie vor ein weit verbreitetes Übel. (Archivbild)
Bern - Geschmiert, bestochen und ... mehr lesen 3
P. Poroschenkos...
Staat liegt auf Rang 142 von 175 und ist damit weiterhin der mit grossen Abstand korrupteste Staat zwischen Lissabon und Vladivostok. Da freut man sich in Kiew bestimmt schon auf das nächste Ukraine-Rettungspaket durch die EU. Immerhin weiss man da genaustens, dass das Geld in diesem Fall bei denen ankommt, die es wirklich nicht brauchen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schon lange auf der Liste: Basler Fasnacht.
Schon lange auf der Liste: Basler Fasnacht.
Mitmachen erwünscht  Das Bundesamt für Kultur (BAK) aktualisiert zum zweiten Mal die seit 2012 bestehende «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz». Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, lebendige Traditionen für die Aktualisierung vorzuschlagen. mehr lesen 
Publinews Im Haushalt passieren jeden Tag zahlreiche Unfälle. Dabei sind Senioren häufiger betroffen als Kinder oder Erwachsene im jungen oder mittleren Alter. Viele Experten sind sich daher einig, dass Modernisierungsmassnahmen zahlreiche Unglücksfälle durchaus verhindern könnten. Auch eine gewisse Unfallprävention kann in diesem Rahmen gerade ältere Menschen vorteilhaft schützen. mehr lesen  
Produzenten- und Importpreisindex im Mai 2022  Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise erhöhte sich im Mai 2022 gegenüber dem Vormonat um 0,9% und erreichte den Stand von 109,4 Punkten (Dezember 2020 = 100). Höhere ... mehr lesen
Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr um 6,9% gestiegen.
Mit zunehmendem Bildungsniveau steigt der Anteil der Personen, die an Weiterbildungsaktivitäten teilnehmen.
Weiterbildung in der Schweiz im Jahr 2021  Im Jahr 2021 haben sich 45% der Bevölkerung weitergebildet. Dieser Anteil ist relativ hoch, im Vergleich ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 29°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Basel 19°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 18°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Bern 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 17°C 28°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft anhaltender Regen
Genf 18°C 26°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten