«Barbarische, herzzerreissende und beelendende» Produktion

Schweiz importiert weiterhin Pelze von gequälten Tieren

publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2011 / 14:58 Uhr
Tellereisen: Viele Tiere verbluten langsam in Fallen.
Tellereisen: Viele Tiere verbluten langsam in Fallen.

Bern - Pelze aus tierquälerischer Haltung, Jagd oder Tötung dürfen weiterhin in die Schweiz eingeführt werden. Anders als der Nationalrat hat sich der Ständerat gegen ein Importverbot ausgesprochen, und dies bereits zum zweiten Mal. Damit ist das Thema vorläufig vom Tisch.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der Ständerat sagte am Dienstag mit mit 22 zu 12 Stimmen Nein zu einem Verbot; der Nationalrat hatte der parlamentarischen Initiative von Pascale Bruderer (SP/AG) mit 87 zu 64 Stimmen Folge gegeben. Verboten werden sollten gemäss der Initiative insbesondere Pelzprodukte von Tieren, die mit Tellereisen, Schlingen oder Totschlagfallen gefangen und getötet wurden.

Angst vor Problemen mit der WTO

Im Ständerat machten die Gegner eines Importverbots geltend, ein solches könnte der Schweiz Probleme mit der WTO einbringen. Theo Maissen (CVP/GR) berief sich dabei auf ein einschlägiges Gutachten.

Ausserdem wäre ein Importverbot schwierig umzusetzen, sagte Maissen - und fragte, wie ein Zöllner denn entscheiden solle, ob ein Pelz unter tierquälerischen Bedingungen produziert worden sei.

Sinnvoller sei eine Deklarationspflicht, und diese hätten die Räte ja bereits beschlossen. Laut Maissen ist in der Zwischenzeit ein Konzept dafür erstellt worden, mit Vertretern des Pelzgewerbes und des Konsumentenschutzes.

Gut für Tiere und einheimisches Gewerbe

Die Befürworter eines Importverbots verwiesen auf die Qualen der Tiere. Die Produktionsmethoden im Ausland seien «barbarisch, herzzerreissend und beelendend», sagte This Jenny (SVP/GL) und schilderte, wie Tiere in Fallen langsam verbluten. Manche bissen sich ein Bein ab, um freizukommen.

Jenny gab darüber hinaus zu bedenken, ein Importverbot käme nicht nur den Tieren, sondern auch dem einheimischen Gewerbe zugute. Im vergangenen Jahr habe die Schweiz Edelpelze im Wert von 40 Millionen Franken importiert.

Die meisten stammten von Produzenten, welche sich einen Deut um Tierschutz kümmerten - ganz im Gegenteil zu den Schweizer Produzenten, die sich an Vorschriften halten müssten. «Das ist eine krasse Benachteiligung des einheimischen Gewerbes,» befand Jenny.

(dyn/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 3 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Wer Pelze und Pelzprodukte ... mehr lesen
Bundesrat führt Deklarationspflicht für Pelz ein
Model Jasmin Brunner (links) und Miss Earth Schweiz Liza Andrea Kuster: Hüllenlos für die Pelzfrei-Kampagne.
Fashion Basel - Modische Accessoires, wärmende Jacken, Mützen und Schals gibt es auch ohne Tierqual. An einer Modenschau des ... mehr lesen
Bern - Der Nationalrat will den Import von Pelzen aus tierquälerischer Haltung, Jagd ... mehr lesen 4
Pelze von Tieren die mit Tellereisen, Schlingen oder Totschlagfallen getötet wurde sollen verboten werden. (Archivbild)
Angebot und Nachfrage
So lange sich manche Damen im Nerz gut gefallen und einige Herren am Winter-Töff-Treffen in einer Zobel Mütze rumlaufen und sich selber dabei beeindruckend und attraktiv finden, so lange scheint die Nachfrage nach Pelzen aus tierquälerischer Haltung vorhanden oder wenigstens nicht hinterfragt zu sein und so lange muss sich halt die Politik mit solchen Fragen beschäftigen. Wie das rauskommt, wenn Politiker über was entscheiden sollen, was sie Ihren Frauen zu Weihnachten schenken oder sich von ihren Männern schenken lassen, naja, habe nichts anderes erwartet.

Es gibt heutzutage so viele preiswerte wind- und wasserabweisende Materialien, da muss nun wirklich niemand mehr wie ein Neanderthaler rumlaufen.

Es liegt aber an uns Konsumenten, wie wir uns kleiden wollen. Wenn keine Nachfrage nach einem Produkt mehr da ist, dann, und erst dann, wird das Angebot von selber verschwinden.

Sie mag etwas krass sein, aber die PETA Werbung hat mir immer gefallen.
Unglaublich
Es ist unfassbar, dass sich Subjekte, die den Titel "Mensch" tragen, kaltlächelnd über diese entsetzlichen Höllenqualen von unschuldigen Tieren hinwegsetzen können. Es gibt nicht einen Schmerz, den (Säuge-) Tiere empfinden und einen andern Schmerz, den Menschen empfinden! Wenn du dir vorstellst, wie es wäre, ein Leben lang in einem kleinen Drahtkäfig gefangen zu sein und du am Schluss mit einer Draht-Schlinge erwürgt würdest, dann kannst du dir EIN WENIG vorstellen, was diese Tiere erleiden müssen.
am 23.10.2011 ist Wahltag!
Veröffentlicht doch die Abstimmungsliste, denn am 23.10.2011 ist Zahltag. Nochmals: im Ständerat sitzen vorwiegend Interessens- und nicht Volksvertreter!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Die EKW beobachtet den Wohnungsmarkt  Bern - Die Bedeutung des Wohnens hat während der Pandemie zugenommen. Grössere Wohnungen und Wohneigentum waren während der letzten Monate besonders gefragt. Dies sind Beobachtungen der Eidgenössischen Kommission für Wohnungswesen EKW. Sie bilden eine Momentaufnahme des zweiten Halbjahres 2021. Die EKW wird die Situation im Rahmen ihres Mandats weiter beobachten. mehr lesen 
Verbände Bern - Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels im Gastgewerbe zu begegnen, wurde 2019 der Pilotversuch Mitarbeiter-Sharing gestartet, der nun mangels Beteiligung der Teilnehmenden beendet wird. mehr lesen  
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch ... mehr lesen  
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Basel 6°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 5°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 4°C 8°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 6°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 6°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten