Schweizer Archäologen entdecken Rampe in Assuan

publiziert: Samstag, 4. Feb 2006 / 13:29 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Feb 2006 / 16:13 Uhr

Assuan - Forscher des Schweizerischen Instituts für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde haben in Assuan erstmals eine Rampe gefunden, über die möglicherweise der Granit herunter zum Nil gezogen wurde, der in Giseh verwendet wurde.

Eine der Pyramiden von Gizeh.
Eine der Pyramiden von Gizeh.
Der Archäologe Cornelius von Pilgrim und sein Team können jetzt zumindest einen Teil der 900 Kilometer langen Reise der tonnenschweren Granitblöcke nachvollziehen. Denn sowohl die Pyramiden als auch die nun in Assuan gefundene Rampe stammen aus der 4. Dynastie (etwa 2639 - 2504 v. Chr.).

Diese Rampe war mindestens drei Meter breit und musste wegen des Nil-Hochwassers jedes Jahr aufs Neue ausgebessert werden. Sie führte vom damaligen Ufer, das heute mitten in der modernen Stadt Assuan liegt, hinter bis zu einer hohen Sandbank, überquerte diese und endete dann vermutlich an einer Stelle, an der die Fähren oder Boote anlegten, mit denen der Granit dann gen Norden gebracht wurde.

Schlamm als Gleitmittel

Die Forscher gehen davon aus, dass die Steinblöcke zu Zeiten der 4. Dynastie Findlinge waren, also nicht aus einem Steinbruch stammten, so wie es später üblich wurde. Diese Granitstücke wurden dann hinunter zum Fluss gebracht, nur grob behauen und dann über die Rampen, von denen es in Assuan mehrere gegeben haben muss, gezogen.

Dabei ist es nach Ansicht der Archäologen gut möglich, dass man die Rampe zuvor mit Nilschlamm glitschig machte, damit der Stein besser rutscht. Eine ungefähre Vorstellung von der Grösse dieser Quader hat man, weil die Forscher bei ihrer Grabung in der gleichen Schicht auch einen dieser Granitblöcke mit einem Durchmesser von 2 mal 1,5 Metern gefunden haben.

Notgrabung auf dem Zitronenmarkt

Die Arbeiter, die diese schweren Blöcke damals mit Seilen schleppen mussten, wohnten wahrscheinlich in ärmlichsten Behausungen direkt neben der Rampe. Jedenfalls fanden die Archäologen Reste von Unterständen, die als einfache Unterkünfte gedient haben mögen.

Die Forscher in Assuan sind sehr glücklich über ihren Fund, doch wie immer bei so genannten Notgrabungen, die innerhalb weniger Wochen beendet werden müssen, bevor auf dem Gelände neu gebaut wird, ging es hektisch zu. Vor allem, wenn das Gelände, auf dem gegraben wird, mitten im Stadtzentrum liegt, in diesem Fall an der so genannten «Zitronenecke» im Marktviertel von Assuan. «Einer unserer ägyptischen Arbeiter hat uns auf den Platz aufmerksam gemacht», erinnert sich Von Pilgrim, der mit seinem Team Mitte November vergangenen Jahres die Erlaubnis bekam, hier zu graben.

(Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa/sda)

3D-grundrisse.ch - Professionelle und günstige Visualisierungen für Ihre ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Candida Höfer, Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz VII 2021, 184 × 254 cm.
Candida Höfer, Kunstmuseum ...
Fotografie Vom 30.09.2022 - 10.04.2023 im Kunstmuseum Liechtenstein  Erstmals werden das Kunstmuseum Liechtenstein und die Hilti Art Foundation eine gemeinsam konzipierte und integrative Ausstellung präsentieren. Deren Ausgangs- und Mittelpunkt bilden Fotografien von Candida Höfer, die sie eigens für diese Ausstellung aufgenommen hat: eine in und für Liechtenstein geschaffene Serie. mehr lesen  
Fotografie Bis zum 16.10. in der Fotostiftung Schweiz  Georg Aerni, 1959 in Win­ter­thur ge­bo­ren und als Ar­chi­tekt aus­ge­bil­det, hat par­al­lel zu sei­ner ... mehr lesen  
Plastik-Gletscher: Georg Aerni, La Colorada I, 2012 (from El jardín de los cíclopes ).
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 731
    Und noch ein Pionier . . . . . . ach hätten wir doch bloss für jeden hundertsten Juristen einen ... Fr, 24.06.16 09:54
  • jorian aus Dulliken 1754
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Die... Entscheidung von A. Merkel ist völlig richtig: -Sie ist juristisch ... So, 17.04.16 14:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Sind Sie sicher dass es nicht Erdowann oder gar Erdowahn heisst? So, 03.04.16 10:47
  • HeinrichFrei aus Zürich 431
    Zürich: von «Dada» zu «Gaga» Die «Dada» Veranstaltungen in Zürich zeigen, dass «Dada» heute eher zu ... Mo, 15.02.16 22:51
  • Midas aus Dubai 3810
    Finde den Unterschied Ah ja, wieder der böse Kapitalismus. Wie gesagt, haben Sie ein besseres ... Mo, 01.02.16 02:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Schöner kann man's nicht erklären «Es handelt sich hier um ausserordentlich sensible Figuren. Da ist zum ... So, 31.01.16 16:48
art-tv.ch Gotthard. Ab durch den Berg Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt die Tunnelbauten ...
Niconé.
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 12°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 11°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Bern 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 13°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen freundlich
Genf 11°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 13°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten