Schweizer Armada im Hexagone

publiziert: Freitag, 29. Jul 2005 / 07:01 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jul 2005 / 07:20 Uhr

Die Schweizer Legion in der Ligue 1 erhielt in diesem Sommer starken Zuwachs. Nicht weniger als acht Legionäre spielen mittlerweile in Frankreich.

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Nach den Wechseln von Alain Rochat (Rennes), Arnaud Bühler (Sochaux), Davide Chiumiento (Le Mans), Daniel Gygax und Stephan Lichtsteiner (beide Lille) stehen acht Schweizer in Frankreichs Eliteliga unter Vertrag.

Noch nie war die Schweizer Armada in der Ligue 1 grösser. Nur fünf Länder sind mit mehr Legionären vertreten als die Schweiz: Das klassische Exportland Brasilien sowie die afrikanischen Staaten Mali, Senegal, Marokko und Elfenbeinküste. Ein Überblick über die Aussichten der Schweizer und die Möglichkeiten ihrer Verein.

Lille: Gygax und Lichtsteiner

Nur wenige Tage nachdem Stephan Lichtsteiner von den Grasshoppers zu Lille gewechselt war, folgte ihm mit Daniel Gygax ein zweiter Zürcher. Die beiden kannten sich zuvor kaum, haben sich in den letzten Wochen aber schätzen gelernt und vereinfachen sich gegenseitig die Akklimatisierung in der ärmlichen Industriestadt nahe der belgischen Grenze.

Läuft für die beiden Schweizer alles nach Plan, werden sie in Zukunft auf der rechten Flanke des letztjährigen Meisterschaftszweiten für Druck sorgen. In den Testspielen kamen beide regelmässig zum Einsatz, wobei Gygax verschiedentlich auch auf der linken Seite aufgestellt wurde. Beide dürften zum Meisterschaftsstart gesetzt sein.

Auch wenn es mit dem Französisch noch ein wenig hapert, haben sich Gygax und Lichtsteiner in den wenigen Wochen seit Trainingsbeginn in Lille bereits gut eingelebt. Beide haben eine Wohnung gefunden und loben die exzellenten Arbeitsbedingungen unter dem sehr angesehenen Trainer Claude Puel.

Dass Lille wegen ähnlicher Problemen wie in Zürich weiter auf ein ansprechendes Stadion warten muss, stört sie nicht weiter. Auch im Stade France oder in Lens, wo die Champions-League-Partien stattfinden werden, lässt sich gut Fussball spielen, ist sich Lichtsteiner sicher. Als Saisonziel geben beide einen Platz unter den ersten fünf an. Gygax träumt sogar vom Meistertitel: "Eigentlich wollen wir mindestens so gut abschneiden wie letztes Jahr."

Rennes: Frei und Rochat

Auch Rennes kann auf eine gelungene letzte Saison zurückblicken. Nicht zuletzt dank den 20 Toren von Alex Frei qualifizierten sich die Bretonen erstmals für den UEFA-Cup, und dass der Baselbieter seine Torjägerkrone nicht kampflos abgeben wird, hat er bereits in den sieben Testspielen mit neun Treffern angedeutet.

Mit Frei, Neuverpflichtung John Utaka, dem Schweden Kim Källström und Olivier Monterrubio, dem erfolgreichsten Passgeber der letzten Saison, ist für die Bretonen bei perfektem Meisterschaftsverlauf selbst ein Champions-League-Platz möglich.

Ganz so hoch will Rochat die Ziele nicht setzen. "Ich will der Mannschaft Stabilität in der Defensive geben und hoffe, dass wir erneut in den UEFA-Cup kommen", so der ehemalige Young Boy. Der polyvalente Verteidiger wurde von Trainer Laszlo Bölöni in der Vorbereitung zum Teil im Zentrum eingesetzt, dürfte aber zum Meisterschaftsstart gegen Lille als Linksverteidiger auflaufen.

Sochaux: Lonfat und Bühler

Weniger gut als in Rennes und Lille sind die Aussichten in Sochaux. Der Klub hat in den letzten beiden Jahren einen gewichtigen Substanzverlust hinnehmen müssen. Von einem fünften Platz wie vor zwei Jahren kann die Mannschaft aus Montbéliard nur träumen.

Arnaud Bühler dürfte aber trotz der unsicheren sportlichen Lage in Sochaux keine Anpassungsschwierigkeiten haben. Die Mutter des Linksverteidigers kommt aus dem nahe der Schweiz gelegenen Montbéliard. Er kennt die Stadt und kann mit der Unterstützung von Familienangehörigen rechnen.

Zudem trifft Bühler in Sochaux mit Johann Lonfat auf einen Landsmann und Routinier, der bereits seit drei Jahren in Montbéliard spielt. Der Walliser wird aber zum Saisonauftakt wahrscheinlich fehlen, weil er sich erst gerade von einer Zerrung erholt hat.

Die Chancen von Bühler auf regelmässige Einsätze sind gut, obwohl ihm die schwierige Aufgabe zukommt, den starken Jeremy Mathieu zu ersetzen. "Ich hoffe, ich kann mir hier einen Stammplatz erarbeiten und mich für die A-Nationalmannschaft empfehlen", sagt Bühler mit Blick auf die Europameisterschaft 2008.

Auxerre: Grichting

Der Pechvogel unter den Schweizer Ligue-1-Legionären ist Stéphane Grichting. Der Walliser wird wie im letzten Jahr wegen einer Verletzung den Saisonstart verpassen. Erst am 10. August kann er nach seinem Muskelriss wieder mit dem Lauftraining beginnen.

Grichting wird gegenüber seine Konkurrenten Jean Pascal Mignot und Younes Kaboul um einen Stammplatz in der Innenverteigung neben dem gesetzten Tschechen René Bolf möglicherweise bereits ins Hintertreffen geraten sein. Als polyvalenter Defensivspieler kann Grichting aber auch auf Einsätze als Aussenverteidiger hoffen.

Le Mans: Chiumiento

Als letzter Schweizer unterschrieb Davide Chiumiento vor wenigen Tagen in Le Mans. Der begnadete Techniker wurde von Juventus Turin ausgeliehen. Wie letztes Jahr in Siena muss sich Chiumiento auf den Abstiegskampf einstellen.

Das vom ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Daniel Jeandupeux gemanagte Team schaffte erst zum zweiten Mal seiner Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Ligue 1. Die taktische Dispositon von Le Mans mit einem zentralen Spielmacher dürfte ihm entgegenkommen. Allerdings besitzt Chiumiento noch Trainingsrückstand und wird am ersten Spieltag kaum zum Einsatz kommen.

(von Julien Oberholzer/Si)

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