Team im Aufbau
Schweizer Biathleten blicken in die Zukunft
publiziert: Sonntag, 10. Feb 2002 / 09:43 Uhr

Salt Lake City - Das Schweizer Biathlon-Team befindet sich im Aufbau. Deshalb ist die Teilnahme in Salt Lake City unter dem Aspekt der Zukunft zu sehen.

Die Zielsetzung ist bescheiden, werden doch die Athleten aus zwölf Nationen stärker eingestuft als das helvetische Quartett mit Jean-Marc Chabloz, Daniel Niederberger, Matthias Simmen und Roland Zwahlen.

Teamchef Rapahel Hug hatte sich zu einem früheren Zeitpunkt ausgerechnet, dass eine Klassierung unter den ersten 20. Jetzt hat der Pfaffhauser die Zielsetzung auf die ersten 30 korrigiert. Insbesondere der bereits 35-jährige Jean-Marc Chabloz konnte sich erst im allerletzten Moment für Olympia qualifizieren.

Der Romand, der sich in seinem Sport jahrelang alleine durchgeschlagen hat, befand sich in einer permanenten Phase des Übertrainings, womit er in einen Teufelskreis geriet. Wie soll einer mitten im Winter pausieren, wenn die Qualifikation für Salt Lake City auf dem Spiel steht? «Chabloz hat zu wenig auf die Signale seines Körpers gehört. Er hat zwölf Jahre lang ohne Ende trainiert. Das verkraftet er nicht mehr so leicht wie früher. Und was er noch alles organisierte, ging ihm an der Erholungszeit ab», hält Hug fest.

Chabloz, Simmen und Zwahlen sind für die 20 km vom Montag aufgeboten. Niederberger hat die Qualifikation nur für die Staffel geschafft. Simmens 26. Rang in Osrblie (Slk) stellte die beste Klassierung eines Schweizer Biathleten in diesem Winter dar. Der in Splügen ansässige Urner betreibt erst seit zwei Jahren Biathlon, nachdem er zuvor den Kadern von Swiss Ski angehört hatte.

Andere Nationen haben einen jahrelangen, systematischen Aufbau betrieben. Das war in der Schweiz nicht der Fall, weil die Sportart mit den Langlaufski und der Waffe zuerst immer dem Militär zugeordnet wurde. In letzter Zeit sei aber auch in unserem Land gut gearbeitet worden, will Hug festgehalten wissen. Der 4. Rang Claudio Böcklis an der Junioren-WM wird als Zeichen dafür gewertet, dass guter Nachwuchs vorhanden ist. Auf die nächste Saison hin rechnet Hug mit fünf bis sechs Athleten, welche die drei der Schweiz zustehenden Weltcup-Startplätze unter sich ausmachen. Der Teamchef: «Dies war noch nie der Fall. Ich denke, wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Aber Wunder dürfen wir keine erwarten. In den nächsten zwei Jahren ist keine wesentliche Besserung zu erwarten.»

Einen Weltcup-Anlass der Biathleten in die Schweiz zu holen ist mindestens auf die nächsten vier Jahre hinaus undenkbar. Alle Veranstaltungen sind auf einen längeren Zeitraum hinaus längst vergeben. Insbesondere in Deutschland boomt der Biathlon. Die Sportart ist gegenüber dem Langlauf auch in dem Sinne besser organisiert, als der Tross für ein Weltcuprennen eine knappe Woche am selben Ort bleibt. Damit werden die kräfte- und zeitraubenden Reisen reduziert.

Dass die Schweizer nach wie vor schlechte Schützen seien, will Teamchef Raphael Hug so nicht gelten lassen. Lediglich im Zusammenspiel zwischen dem Laufen und dem Schiessen würden seine Athleten ein Manko aufweisen. Auch Ole-Einar Björndalen ist ein schwacher Schütze. Aber der 10-km-Olympiasieger von Nagano holt seine Spitzenklassierungen mit seiner hohen Geschwindigkeit auf den Ski heraus. Pawel Rostowstew (Russ), der zweifache Weltmeister Raphaël Poirée (Fr) sowie die deutschen Routiniers Frank Luck und Sven Fischer sind die weiteren Anwärter für Klassierungen auf dem Podium.

Bei den Frauen wird ein Duell zwischen der sechsfachen Weltmeisterin Madalena Forsberg (Sd) und Liv Grete Poirée (No) erwartet, die an den letzten vier Weltcups vor Salt Lake City erfolgreich war. Ein beinahe sicherer Medaillenwert ist auch Olena Zubrilowa (Ukr), die in den letzten drei Jahren immer mit der Spitze mithielt. Die Deutschen setzten insbesondere auf Uschi Disl, die dreifache Medaillengewinnerin von Nagano. Ihre Teamkolleginnen Andrea Henkel und Martina Glagow haben ebenfalls Ambitionen auf das Podium.

(Toni Nötzli/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 statt?
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 ...
Austragungsort noch offen  Lausanne - Wirtschaftsvertreter der Kantone Wallis und Waadt wollen die Olympischen Winterspiele 2026 in die Westschweiz holen. Der Austragungsort ist noch offen. Alle Westschweizer Kantone und Bern sollen sich an den Winterspielen beteiligen. mehr lesen 
Sportnation verliert vollends an Glaubwürdigkeit  Immer neue Dopingvorwürfe gegen Russland zerstören auch letzte Reste von Glaubwürdigkeit. Der ... mehr lesen  
Angeblich soll ein staatliches Dopingsystem massgeblich zum Erfolg an den Winterspielen 2014 beigetragen haben.
Titel Forum Teaser
  • kurol aus Wiesendangen 4
    Das Richtige tun Hatten wir schon, talentierte Spieler wechselten zu Bayern und ... Mi, 01.06.16 12:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Zu dumm nur, dass der Jorian zu 100% aus chemischen Verbindungen besteht, er warnt ... Fr, 22.01.16 21:16
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweit . . . . . . wird Hanf konsumiert. Zum Genuss aber auch als Arzneimittel. ... Fr, 22.01.16 08:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    1 : 0 Daesh (IS) vs. Freie Restwelt Es läuft aber immer noch die erst Halbzeit. Verlängerung und ... Di, 17.11.15 22:26
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Wenn die Russen flächendeckend gedopt haben, dann muss man die Ergebnisse sehr genau ... Fr, 13.11.15 10:53
  • jorian aus Dulliken 1754
    5'000'000 zu 0 für die Verschwörungstheoretiker! Was heute um 20:15 schönes kommt! http://www.3sat.de/programm/ ... Do, 22.10.15 19:21
  • jorian aus Dulliken 1754
    Der Fussballgott! Der Name dieses Gottes wird im Hörspiel nicht genannt, dennoch weiss ... Fr, 16.10.15 18:51
  • Koelbi aus Graz 1
    Wir freuen uns... ...auf den Test gegen den Lieblingsnachbarn am 17. November. ... Mo, 12.10.15 03:31
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich -3°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel -2°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
St. Gallen -3°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
Bern -4°C 3°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern -2°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
Genf -3°C 5°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten