Vorschau Curling
Schweizer Curling - aus Erfahrung gut
publiziert: Freitag, 8. Feb 2002 / 14:06 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Feb 2002 / 18:44 Uhr

Nach Patrick Hürlimanns Triumph in Nagano nun auch in Salt Lake City von den Schweizer Curlern eine Olympia-Goldmedaille zu erwarten ist wohl vermessen. Im Unterschied zu 1998 hat die Schweiz aber zwei Eisen im Feuer: Die Bieler um Skip Andreas Schwaller und die von Luzia Ebnöther angeführten Bernerinnen. Beide Teams sind Medaillenanwärter.

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Ein Blick in die Statistik mag allzu euphorische Erwartungen fürs Erste dämpfen. Für das Schweizer Männercurling gab es in 38 Weltmeisterschaften seit 1964 drei Titel -- verteilt auf drei Jahrzehnte und gewonnen durch Zürich-Crystal (Skip Otto Danieli) 1975, Lausanne-Riviera (Jürg Tanner) 1981 und Biel-Touring (Markus Eggler) 1992. Bei den Frauen errang die Schweiz in 23 Jahren zwei WM-Titel, nämlich an der allerersten Frauen-WM 1979 durch Basel-Albeina (Gaby Casanova) und vier Jahre später durch Bern-Egghölzli (Erika Müller). Optimismus ist vor dem zweiten vollwertigen Curling-Olympiaturnier der Geschichte aus Schweizer Sicht gleichwohl angebracht. Und dies nicht nur, weil der letzte Schweizer Weltmeister -- Markus Eggler -- als heutige Nummer 2 im Team von Biel-Touring GATE auf den Rinks des "Ice Sheet" in Ogden (rund 70 km nördlich von Salt Lake City) mittun wird. Zuversichtlich stimmt vielmehr die Tatsache, dass sowohl die Bieler (zweimal) als auch die Frauen von Bern AAM (dreimal) von ihren letzten WM- beziehungsweise EM-Einsätzen immer mit Medaillen (Silber oder Bronze) heimkehrten. Das Schweizer Curling ist -- aus der Erfahrung der letzten Jahre -- gut. Seit dem Gewinn der WM-Silbermedaille letzten April in Lausanne haben sich die Bieler nochmals verbessert. Andreas Schwallers Bruder Christof, vorher Skip bei St. Moritz, wurde auf diese Saison als Nummer 3 integriert, Markus Eggler übernahm mit Erfolg die ihm nicht vertraute Rolle als Nummer 2, der bisherige "Second" Damian Grichting wurde Lead und Marco Ramstein Ersatzmann. Der erst 23-jährige Basler erhielt aber an weniger wichtigen Veranstaltungen so viel Spielpraxis, dass er als "Joker" jederzeit eine Alternative ist. Im Dezember an der EM in Vierumäki (Fi), wo es wie schon in Lausanne den Final gegen Schweden (Peter Lindholm) verlor, trat das Team dermassen gefestigt und mit so konstanten Leistungen auf, dass Teamcoach Roland Moser auf jegliche Rochaden (wie noch in Lausanne praktiziert) verzichten konnte. Zu diesem im Curling unüblichen Mittel werden die Bieler auch in Salt Lake City nur dann greifen, wenn es der Turnierverlauf erfordert.

Favorit Lindholm
In fast allen Nationen haben sich die stärksten und auf internationalem Niveau erfahrensten Teams für die Spiele qualifiziert. Als Welt- und Europameister hat sich Peter Lindholm selber in eine Favoritenrolle gesetzt. Die Schotten (olympisch: Briten) um Hammy McMillan sind zwar nicht mehr in der Topform von 1999, als sie wie Lindholm ebenfalls im gleichen Jahr WM- und EM-Titel gewannen, doch werden sie sich für Salt Lake City speziell motivieren. Die Finnen, Europameister 2000, waren letztes Jahr das Spitzenteam mit den grössten Leistungsschwankungen; wenn es Skip Markku Uusipaavalniemi aber "läuft", stehen die Gegner meist auf verlorenem Posten. Die Dänen versagten an der EM, mussten dort aber ohne Ulrik Schmidt antreten. Mit dem charismatischen Skip gehören die Dänen im zehn Teams umfassenden Feld ebenso zu den Medaillenanwärtern wie die Norweger um Pal Trulsen, die an WM und EM die Halbfinals erreichten. Topfavoriten sind indessen wie immer die Kanadier. Skip Kevin Martin hat gegenüber seinem Land noch etwas gutzumachen: Als einziger Kanadier scheiterte er in der Neunzigerjahren zweimal an Weltmeisterschaften (Zweiter 1991, Vierter 1997). Wie die Bieler hat auch das Team Bern AAM bewiesen, dass es jeden Gegner schlagen kann. Erste Gold-Kandidatinnen sind die Kanadierinnen um Kelley Law, die bei ihrer einzigen WM-Teilnahme 2000 in Glasgow den Titel holten. Nach Meriten wiederum sind die Schwedinnen (Elisabet Gustafson), Rekord-Weltmeisterinnen mit vier Titeln, in der Favoritenstellung. Gegen beide Teams haben die Bernerinnen auf höchstem Niveau bereits gewonnen, und die übrigen Widersacherinnen liegen ohnehin in ihrer Reichweite. Deutschland spielt ohne den nach Meinungsverschiedenheiten ausgebooteten Skip Andrea Schöpp, sechsfache Europameisterin, und die Norwegerinnen mit der zweimaligen Weltmeisterin Dordi Nordby haben ihren Zenit überschritten. Nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille 2000 trennten sich die Bernerinnen von ihrem Teamcoach Brian Gray und in der Folge auch von dessen Freundin Nicole Strausak, der Nummer 3. Strausaks Nachfolgerin Mirjam Ott hat sich mittlerweile bestens integriert. Bern AAM ist heute ein gefestigtes Team. Nadia Röthlisberger und Laurence Bidaud wechseln sich auf der 1. Position ab, Tanya Frei ist die Nummer 2.

(sda)

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