Schweizer Ski-Cracks machen Jagd auf Olympia-Medaillen
publiziert: Freitag, 5. Feb 2010 / 09:24 Uhr

Sechs Medaillen sollen es für die Schweizer Alpinen in den olympischen Rennen in Whistler sein. Gemessen an den Resultaten im Weltcup stellt die von Präsident Urs Lehmann formulierte Vorgabe ein realistisches Ziel dar.

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22 Jahre nach den Spielen in Calgary kehrt die olympische Familie für ihr winterliches Rendez-vous nach Kanada zurück -- und mit ihr die Erinnerung an eine Veranstaltung, die den Schweizer Alpinen Erfolge am Fliessband beschert hat.

Elf Medaillen hatten Pirmin Zurbriggen, Vreni Schneider und ihre Kolleginnen und Kollegen damals aus Nordamerika mit nach Hause gebracht; drei goldene sowie je vier silberne und bronzene Auszeichnungen. Ein gutes Omen für die bevorstehenden Tage?

Vorgaben bereits jetzt fast erreicht

Neben sechs olympischen Medaillen beinhaltete der «präsidiale Plan» im Weltcup für den laufenden Winter 30 Podestplätze und Rang 2 im Nationen-Klassement -- Vorgaben, welche die Schweizer Alpinen nach vier Fünfteln des Pensums mehr oder weniger bereits erreicht haben. Gemeinsam weisen das Männer- und das Frauen-Team derzeit 27 Klassierungen unter den ersten drei aus, und in der Länder-Wertung ist der Platz hinter dem führenden Österreich so gut wie gesichert.

In den Diskussionen um Medaillenkandidaten in den olympischen Männer-Rennen fallen logischerweise primär zwei Namen: Didier Cuche und Carlo Janka haben seit dem traditionellen Gletscher-Opening in Sölden beide vier Siege eingefahren. Der Neuenburger stand zudem einmal als Zweiter auf dem Podium, der Bündner sogar je zwei weitere Male als Zweiter und als Dritter. Cuche hat das Potenzial, in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom um den Olympiasieg mitzufahren -- oder besser gesagt hätte er.

Wie gross ist Cuches Handicap?

Wie gross das Handicap wegen des im Riesenslalom in Kranjska Gora erlittenen Daumenbruchs sein wird, wird sich weisen. Janka geht gleich viermal mit grossen Ambitionen an den Start. In der Abfahrt, im Riesenslalom und in der Super-Kombination hat der Zweitklassierte im Gesamt-Weltcup in diesem Winter schon gesiegt, im Super-G war er einmal Zweiter.

Dank Silvan Zurbriggen, der sich der Form seines Lebens erfreut, hat die Equipe von Cheftrainer Martin Rufener sogar in der einstigen Sorgen-Disziplin Slalom einen Anwärter auf Edelmetall in ihren Reihen. Ausserdem darf der Walliser in der Super-Kombination mit einem Medaillengewinn kokettieren. An einem «guten Tag» scheint auch Didier Défago zu allem fähig. Allerdings erreichte der Walliser im Besonderen bei Grossanlässen noch nie sein Rendement.

Lust und Frust bei den Frauen

Im Gegensatz zu den «flächendeckenden Medaillenchancen» der männlichen Kollegen gibts im Schweizer Frauen-Team leistungsmässig einen klaren Trennstrich zwischen Speed- und technischen Rennen. Selbst die zuletzt mit brutalster Härte zuschlagende Verletzungshexe, der Fränzi Aufdenblatten und Martina Schild mit Kreuzbandrissen zum Opfer gefallen sind, vermögen die guten Aussichten für die «schnellen Damen» nicht zu trüben. Jede Fahrerin aus dem übrig gebliebenen Quintett geht mit intakten Möglichkeiten auf eine Top-Klassierung an den Start.

Die (ungewollte) Reduzierung des Aufgebots hat auch ihren Vorteil; kraft- und nervenzehrende interne Qualifikationen wird es in Whistler mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht geben. Fabienne Suter, Nadia Styger und Nadja Kamer Werden sowohl die Abfahrt als auch den Super-G bestreiten. Dominique Gisin wird in der Abfahrt, Andrea Dettling im Super-G zum Einsatz kommen.

Im Sog von Fabienne Suter, die im Super-G zu den Allerbesten gehört und in der Abfahrt ihre steten Fortschritte zuletzt mit Platz 3 in St. Moritz eindrücklich unter Beweis gestellt hat, reifte Nadja Kamer zur Podestfahrerin. Den Traum von einer olympischen Medaille darf auch Dominique Gisin träumen, zumal nach dem am vergangenen Wochenende erfolgreich verlaufenen Belastungstests ihres drei Wochen zuvor operierten Knies. Vermag die Engelbergerin den Rückschlag auch mental wegzustecken, darf ihr in der Abfahrt einiges zugetraut werden.

Styger, die Unberechenbare

Gleiches gilt für die unberechenbare Nadia Styger, das Pendant sozusagen zu Didier Défago. Die routinierte Schwyzerin reist mit besonders angenehmen Erinnerungen ins rund 140 Kilometer von Vancouver entfernte Nobel-Resort Whistler, wo die Pisten für über 25 Millionen Franken modifiziert wurden. Vor zwei Jahren entschied sie die Olympia-Hauptprobe in der Abfahrt für sich.

So gross die Zuversicht auf Seiten der «schnellen Damen» ist, so krass ist das Ausmass der Baisse im Kreis der Technikerinnen. Dass keine einzige Fahrerin in Riesenslalom und Slalom die Selektionskriterien zu erfüllen vermochte, der Kampf um Edelmetall im Stangenwald sogar ohne Schweizer Beteiligung ausgefochten wird, stimmt nachdenklich.

Den Total-Ausfall mit vorsaisonalen und aktuellen Verletzungen -- mit Sandra Gini ist eine der Teamleaderinnen seit Anfang Saison wegen eines gerissenen Kreuzbandes zum Zuschauen verurteilt -- erklären zu wollen, wäre zu einfach. Vielmehr zeigten die Vorstellungen in den Slaloms, dass den Schweizer Spezialistinnen schlicht die Klasse fehlt, um höheren Ansprüchen genügen zu können.

(David Bernold/Si)

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