Schwere Schlappe für Gusenbauers SPÖ im Tirol

publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 20:26 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 21:03 Uhr

Innsbruck - Die österreichischen Sozialdemokraten von Kanzler Alfred Gusenbauer haben am Sonntag bei der Landtagswahl im Bundesland Tirol eine schwere Schlappe erlitten. Die SPÖ verlor nach einer Hochrechnung des ORF-Fernsehens rund 10 Prozentpunkte.

Die Sozialdemokraten von Kanzler Alfred Gusenbauer haben bei der Landtagswahl im Tirol eine schwere Schlappe erlitten.
Die Sozialdemokraten von Kanzler Alfred Gusenbauer haben bei der Landtagswahl im Tirol eine schwere Schlappe erlitten.
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Mit 15,6 Prozent ist die SPÖ künftig nur noch drittstärkste Kraft im Innsbrucker Landtag. Für die Partei ist es das schlechteste Ergebnis aller Zeiten bei einer Landtagswahl.

Schwere Verluste von rund neun Prozentpunkten musste aber auch die konservative ÖVP einstecken. Die ÖVP, die am Sonntag auf 40,5 Prozent kam, hat in den vergangenen 60 Jahren immer den Landeshauptmann (Ministerpräsidenten) gestellt.

Grosser Sieger der Wahl war der langjährige ÖVP-Politiker Fritz Dinkhauser, der mit seinem abtrünnigen «Bürgerforum Tirol» auf Anhieb 18,3 Prozent der Stimmen erhielt.

Zu den Siegern gehörte auch die rechte Freiheitliche Partei (FPÖ), die mit 12,4 Prozent (plus 4,7) die Grünen überholte, die mit 10,4 Prozent ein Drittel ihrer Stimmen verloren. Laut Experten wollten die Wähler des Forums den etablierten Parteien in der Wiener Bundesregierung «einen Denkzettel» erteilen.

Anspruch auf das Amt des Landeshauptmanns

Dinkhauser, ein ehemaliger Bobfahrer der österreichischen Nationalmannschaft, meldete nach dem Erfolg seinen Anspruch auf das Amt des Landeshauptmanns an. Er könnte theoretisch mit Sozialdemokraten und Grünen eine Regierung bilden und damit den regierenden ÖVP-Landeshauptmann Herwig van Staa entmachten.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt Dinkhausers Bürgerforum auf sieben Mandate. Durch ihr schwaches Abschneiden verloren die Sozialdemokraten vier ihrer bisher neun Mandate.

Die ÖVP wird künftig nur noch mit 16 statt 20 Sitzen im Landtag in Innsbruck vertreten sein. Auch die Grünen verloren ein Mandat. Mit 4 Mandaten haben sie künftig ebenso viele Sitze im Landtag wie die rechte FPÖ.

(smw/sda)

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