Schwule Stilelemente im Alltag

publiziert: Dienstag, 25. Apr 2006 / 13:27 Uhr

Zürich - Stilelemente von Schwulen und Lesben haben den Sprung in den Alltag der Heterosexuellen geschafft.

Der Fussballstar David Beckham ist eine Ikone des metrosexuellen Stils.
Der Fussballstar David Beckham ist eine Ikone des metrosexuellen Stils.
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Eine Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich zeigt, wie dies in Werbung, Mode, Film, Partykultur und Popmusik vonstatten ging.

Voraussetzung für den aktuellen Trend ist die veränderte soziale Wahrnehmung von Schwulen und Lesben, wie das Museum für Gestaltung zu seiner neuen Ausstellung «Gay Chic» mitteilte. Die wechselseitige Beeinflussung homo- und heterosexueller Stile und die postmoderne Lust am Spiel mit Rollenbildern von Mann und Frau spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Im Alltag zeigt sich dies zum Beispiel im Umgang mit dem Körper. So hat sich das Styling bei heterosexuellen Männern durchgesetzt. Nicht mehr nur bei Schwulen gehören Pflegeprodukte, Haarentfernung und häufiges Muskeltraining zum täglichen Repertoire.

Klischees und Stereotypen

Die Ausstellung zeigt neben Beispielen des Mainstream stilprägende Arbeiten der bildenden Kunst. Klischees und Stereotypen werden auf ihre Haltbarkeit geprüft.

Im Bereich der Mode zeigt sich der «Gay Chic» am ausgeprägtesten. Archetypen sind die Figur des Dandy (Beau Brummell) und der Garçonne (Marlene Dietrich). Die zeitgenössische Version ist der Metrosexuelle. Der Fussballstar David Beckham ist eine Ikone dieses Stils. Es waren Homosexuelle, die Army-Hosen und Leder-Accerssoires zuerst im Kleiderschrank hatten.

Werben mit der homosexuellen Erotik

Die heutige Werbeästhetik setzt unter dem Motto «Sex sells» mit ihren männlichen Models auf eine Erotik, die direkt aus der homosexuellen Subkultur zu stammen scheint. Beispiel dafür ist die Kampagne von Calvin Klein. Eindeutige Homoerotik ist bei der Diesel- oder Stimorol-Kampagne zu entdecken. Bei der Kaugummi-Werbung küssen sich zwei Frauen.

In der Partykultur lässt sich die Entwicklung von der Subkultur zum Mainstream anhand von Christopher-Street-Day und Street Parade belegen. Schwule haben Trends gesetzt: Sie zeigten als erste, wie man Parties feiert, und haben ihren Hang zum exzessiven Tanzen demonstriert.

(bert/sda)

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