Zehntausende an Berliner Parade zum Christopher Street Day

Schwule und Lesben fordern mehr Toleranz

publiziert: Samstag, 23. Jun 2012 / 17:26 Uhr / aktualisiert: Samstag, 23. Jun 2012 / 21:21 Uhr

Berlin - Tausende Schwule und Lesben haben in Berlin bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) gegen Diskriminierung protestiert. Unter dem Motto «Wissen schafft Akzeptanz» zogen sie feiernd und tanzend vom Stadtteil Kreuzberg zum Brandenburger Tor.

5 Meldungen im Zusammenhang
Am Strassenrand verfolgten hunderttausende Zuschauer das Spektakel. Die Organisatoren sprachen von insgesamt 700'000 Teilnehmern und Schaulustigen. Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gab den Startschuss zu der bunten und zugleich hoch politischen Parade.

«Solange es Diskriminierung in der Gesellschaft gegen Homosexualität gibt, ist es wichtig, dagegen auf die Strasse zu gehen», sagte Wowereit. Er eröffnete den 34. Berliner CSD gemeinsam mit den Botschaftern Grossbritanniens und der USA und einem Gesandten der Niederlande.

In vielen Bereichen gebe es keine Gleichstellung, kritisierte Wowereit, zum Beispiel im Erbrecht. Die Veranstalter hatten eine Route mit politischen Akzenten gewählt: Vorbei am Berliner Abgeordnetenhaus, am Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen am Potsdamer Platz, am Reichstag sowie an der russischen Botschaft.

Putin und Medwedew als Paar

Dort demonstrierten die Teilnehmer gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland. Mit Konfettikanonen schossen die Demonstranten zentnerweise bunte Papierschnipsel in Richtung des Botschaftsgebäudes.

Am Boulevard Unter den Linden zeigte ein Bild den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitri Medwedew als Pärchen mit Hochzeitsstrauss. Russland sei ein «Hort» von Diskriminierung, Menschenrechtsverletzung und Verfolgung schwuler und lesbischer Menschen, hiess es.

Bis 1993 galt Homosexualität in Russland als Straftat und bis 1999 als psychische Krankheit. Mitte Mai hatte die Stadtverwaltung von Moskau erneut eine «Gay Pride»-Demonstration verboten; es war bereits das siebte Mal in sieben Jahren.

Erinnerung an Aufstand 1969

Im März war in St. Petersburg ein Gesetz in Kraft getreten, das «Propaganda» für Homosexualität und Pädophilie verbietet. In Putins Geburtsstadt wurde daraufhin Anfang Mai erstmals ein bekannter russischer Homosexuellen-Aktivist verurteilt.

Der 34-jährige Nikolai Alexejew hatte mit einem Transparent vor dem Rathaus gegen Homophobie protestiert. Mit CSD-Paraden erinnern Schwule, Lesben, Trans- und Intersexulle in aller Welt jährlich an den legendären Aufstand 1969 in der New Yorker Christopher Street.

(alb/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kalifornien ist der erste Bundesstaat der diese Therapien verbietet. (Symbolbild)
Los Angeles - Als erster US-Bundesstaat verbietet Kalifornien künftig die umstrittenen «Therapien» zur Umerziehung homosexueller Jugendlicher. Menschenrechtsgruppen lobten am ... mehr lesen
Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat das von der Opposition kritisierte ... mehr lesen
Die Erhöhung der Geldstrafe für Rufschädigung sehen Putin-Kritiker vor allem als Druckmittel gegen die liberale Opposition.
In Paris, Sofia und Bukarest gingen Schwule auf die Strasse.
Sofia - In Paris, Sofia und Bukarest ... mehr lesen
Berlin - Schrille Parade als politisches ... mehr lesen
Die Parade zog zum 32. Mal durch das Zentrum Berlins.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
50% der Personen im Alter zwischen 25 und 60 Jahren bilden sich weiter.
50% der Personen im Alter zwischen 25 und 60 Jahren ...
Lebenslanges Lernen in der Schweiz im Jahr 2021  68% der Bevölkerung haben 2021 eine Ausbildung oder eine Weiterbildung besucht oder sich selbstständig weitergebildet. Während sich vor allem Personen im Alter bis 34 in Ausbildung befinden, liegt die Weiterbildungsteilnahme der Personen von 25 bis 60 Jahren bei um die 50% und nimmt erst danach deutlich ab. mehr lesen 
Schon lange auf der Liste: Basler Fasnacht.
Mitmachen erwünscht  Das Bundesamt für Kultur (BAK) aktualisiert zum zweiten Mal die seit 2012 bestehende «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz». Auch die Bevölkerung ist ... mehr lesen  
Publinews Im Haushalt passieren jeden Tag zahlreiche Unfälle. Dabei sind Senioren häufiger betroffen als Kinder oder Erwachsene im jungen oder mittleren Alter. ... mehr lesen  
Ein Missgeschick kann immer passieren.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 5°C 6°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
Basel 6°C 8°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
St. Gallen 3°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
Bern 5°C 6°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Hochnebel
Luzern 5°C 6°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
Genf 5°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 6°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten