Sich an Gaddafi, nicht am Rechtsstaat orientieren
publiziert: Samstag, 5. Sep 2009 / 09:35 Uhr / aktualisiert: Samstag, 5. Sep 2009 / 17:11 Uhr

Bern - Zur Lösung der Affäre Gaddafi sollte sich die Schweiz nach Meinung von Arnold Hottinger am libyschen Staatschef Muammar Gaddafi orientieren und nicht an den Regeln des Rechtsstaats. Deshalb hätte Bundespräsident Merz auf Gaddafi warten müssen.

Es müsse Gaddafi klar werden, dass die Aufteilung der Schweiz ein unrealistisches Projekt sei.
Es müsse Gaddafi klar werden, dass die Aufteilung der Schweiz ein unrealistisches Projekt sei.
7 Meldungen im Zusammenhang
«Der Rechtsstaat hat in Libyen keine Bedeutung. Man muss schauen, wie man Gaddafi beschwichtigen kann», sagte Hottinger in einem Interview im «Tages-Anzeiger» und im «Bund». Dabei komme es auf die Geschicklichkeit der Schweiz an.

Hottinger vergleicht die Affäre Gaddafi mit einer Stammesfehde, die durch einen Schiedsrichter gelöst werden müsse. «Das muss so über die Bühne gehen, dass Gaddafi sein Gesicht nicht verliert», führt Hottinger aus.

Mit der Geschichte um seinem Sohn Hannibal habe Gaddafi sein Gesicht verloren. «Er hat das Bedürfnis, sein Gesicht wiederzugewinnen», sagte Hottinger.

Gaddafi in Szene setzen

Nach seiner Meinung hätte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz bei seiner Reise nach Tripolis auch in Kauf nehmen müssen, mehrere Tage auf Gaddafi zu warten. Es brauche eine Ouverture, in der sich Gaddafi in Szene setzen könne, und nicht seine Minister.

«Gaddafi wollte einen Präsidenten. Merz kommt, redet zuerst mit untergeordneten Leuten, man sagt ihm, er könne auch mit Gaddafi reden - und Merz fliegt ab. Muammar Gaddafi war empört», erläuterte Hottinger.

Wichtig sei weiter, dass das Schiedsgericht in der Affäre Gaddafi versöhne und nicht verurteile. «Wenn es sich gegen Libyen stellt, nimmt sich Gaddafi ein paar Geiseln mehr», warnte Hottinger.

Mit Blick auf Gaddafis Forderung, die Schweiz aufzulösen sagte Hottinger, das Rachebedürfnis des libyschen Staatschefs sei noch lange nicht gestillt. Es müsse Gaddafi jedoch klar werden, dass die Aufteilung der Schweiz ein unrealistisches Projekt sei.

(smw/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 19 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern/Tripolis - Nach einer gewissen ... mehr lesen 24
SP-Präsident Christian Levrat: «Die Bilanz ist katastrophal.»
Alles nur ein Missverständnis? Hans-Rudolf Merz und der Vertrag.
Bern/Tripolis - Libyen habe Bundespräsident Hans-Rudolf Merz bei seinem Besuch in Tripolis nicht versprochen, die beiden festgehaltenen Schweizer könnten noch im August ausreisen. ... mehr lesen
Genf - Die Zeitung «Tribune de ... mehr lesen 5
Die Genfer Polizei soll bei der Verhaftung von Hannibal Gaddafi nicht zimperlich gewesen sein. (Symbolbild)
Grossrat Boris Bignasca will zu den Waffen greifen.
Bern - Die Lega dei Ticinesi fordert ... mehr lesen 7
Bern - Die Rückkehr der zwei in ... mehr lesen
Das Departement von Aussenministerin Calmy-Rey hüllt sich in Schweigen. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi entwirft Autos und weiss auch sonst auf alles eine passende Antwort.
Der libysche Revolutionsführer ... mehr lesen 4
Bern - Ein Antrag Libyens, im Rahmen der kommenden ... mehr lesen 4
Dass sich die UNO überhaupt mit so einem Antrag befassen muss. Bild: Hauptsitz in New York.
einverstanden Thomy....
aber was nützen vor den Bundesratswahlen jeweilen die "Hearings" wenn es den Partei-Polterern allein nur darum geht herauszufinden ob die Person einigermassen Ihren Partei-Linien entspricht und andere wichtige Qualitätenfragen im Hintergrund stehten.
Ich weiss nicht, ob 'das Volk' wirklich vehement ...
... den Rücktritt von Merz fordert. Aber was ich, und ich gehöre ja diesem Volk auch an, sicher fordere ist, dass Leute in dieser verantwortungsvollen Funktion 'Bundesrat', auch einiges mehr an Bildung und Weitsicht mitbringen MUSS, als wir normalen Bürger ....!

Merz wurde ja nicht durch das Volk gewählt - ich kann da auch nur für mich sprechen - und 'brachte' das, was ich von ihm damals erwartete - nämlich das Normale und nicht viel mehr !

Das Übrige wird sich jetzt weisen. Auch Merz wird seinen Job fertig machen (dieser Job macht ihn ja fast fertig ...) und hat dann trotzdem eine respektable Leistung erbracht, die ihm zwar die Gesundheit teilweise kaputt machte ... Bezüglich Leistung - da hat er sicher lange Arbeitstage gehabt und sich alle Mühe gegeben!

Für mich ist es so, dass die FDP heute halt KEINE oder noch nicht "sichtbare" FÄHIGEN Leute hat für dieses eigentlich doch so wichtige Amt eines Bunderates!

Aber gleichzeitig müssten in der Verwaltung und beim Beraterhaufen ... ausgemistet und mittels harter Anforderungskriterien die faulen Eier gefunden und durch neue Leute ersetzt werden !!! Nicht nur im EFD nota bene ...

Ich meine übrigens, ohne eine wirklich hochkarätige Entourage (diesmal 'Entourage' im positiven Sinne verstanden) kann ein Bundesrat gar nicht erfolgreich die immer wieder hochkommenden grösseren und wichtigen Probleme lösen! Er oder sie braucht ein Team von zuverlässigen Spezialisten um sich, die beratend wirken oder auch selbst (!) an der Front sich zeigen könnten ...
Lieber Thomy...
... ein Mann von Welt ist doch was anderes. Herr Merz war lange Nationalrat und nicht Mann von Welt. Nur weil ein Appenzeller Bundesrat wird, wird er nicht plötzlich Mann von Welt.

Es gibt vermutlich viele Berater und Diplomaten die sich eher zu dieser Gilde zählen könnten und bessere Arbeit leisten würden.

Aber eben, Herr Merz wurde vom Parlament gewählt mit viel Vorschuss-Lorbeeren, das Volk hatte zur Person nichts zu sagen. Ist es nicht vielleicht diese versteckte Wut und Ohnmacht die das Schweizervolk den Rücktritt von Merz so fehement fordern lässt.

Generell bin ich aber doch auch Ihrer Meinung.
Das ist vielleicht auch eine Lehre, die da unser BR Merz ...
... jetzt gemacht hat! Er hätte es wissen müssen, als Mann von Welt ....! (;-)
genau so ist es
man pflegt die Sitten des Gastlandes, hält sich an dessen Gepflogenheiten und respektiert sie.
Gäbe es jemanden, der Calmy-Rey das Kopftuchtragen in Iran übel nehmen würde? Man setzt ja auch in Israel die Kippa auf, zumindest bei offiziellen Anlässen.
Man kann aber auch niederträchtig oder so dumm sein und in einem muslimischen Restaurant Schweineschnitzel bestellen. Man kann seinen beschränkten Gesichtskreis allen anderen überstülpen und sich wundern, daß die ganz anders reagieren als man es gerne hätte. Merz hätte sich vorher auch beraten lassen können. Aber was ein richtiger BR ist, weiß einfach Bescheid.
Eben, Sie haben es ja SELBST gelebt!
Chapeau - Wirklich so gemeint! Das ist es, was mit sozialem Handeln gemeint ist. Reden kann jeder. Handeln tun viele - die Meisten, ohne es an die grosse Glocke zu hängen.

Aber ich sprach von Politikern, hier primär vom aktuellen Fall Ghadaffi - verpasstes direktes Treffen mit BR Merz ... Solchen Politikern fehlt eben oft das "Gen", welches man auch als wirkliches Einfühlungsvermögen bezeichnen könnte! Von Menschen wie Ghadaffi einer ist, würde man auf den ersten Blick ja nicht erwarten, dass er vielfältige Sensoren ... hat. Wie ich aber gelesen und gehört habe, so sei er blitzgescheit UND belesen! Bezgl. "belesen" kann man dies nicht von allzuvielen Politikern vermuten, wenn man sie reden hört - und sie sieht ...!

Die Fähigkeit für soziales Denken....Thomy
kann man doch nicht nur der einen, und von vielen glorifizierten Partei SP zusprechen. Jede Partei hat mal Ihre "Blütezeit ", das hatte auch die SP-Partei und ich habe damals nur für sie gestimmt obwohl ich nie in der Partei war.

Mittlerweile hat sich vieles geändert und die Parolen (auch die viel gesungene Internationale) wirkt abgedroschen. Ich verstehe Ihr Anliegen für soziale Gerechtigkeit sehr wohl und unterstütze dies auch. Aber für diese Problematik haben auch andere Parteien offene Ohren und sind in diesem Bereich tätig. Zudem kommt es dann noch darauf an wie man "sozial" interpretiert und verstanden wird.

Meine Frau hat sich vor 25 Jahren bereit erklärt ein kleines, ziemlich verwarlostes Kind als Tageskind in unsere Familie aufzunehmen. Eine Funktionärin der SP hat uns darauf angerufen und uns vor diesem Entscheid gewarnt mit der Bemerkung "wenn der das machet händer denns Gschänk, das isch vergäbeni Müe".

Meine Frau hat sich darauf entschieden sich dem Kind speziell anzunehmen als Tageskind. Wir nahmen es mit in die Ferien Sommer und Winter. Unsere Töchter akzeptierten das KInd als wärs die eigene Schwester und haben niemanden zu erkennen gegeben dass es sie gar nicht ist. Das Resultat nach vielen Jahren freut uns noch heute und wir sind stolz auf dieses Mädchen, das heute auch Mutter ist.

Das nur so nebenbei. Reden und danach handeln ist schwieriger als nur davon zu sprechen.
Ja, sooo einfach IST es halt einfach - wäre es ...
Danke caissa für diesen Gedanken ...

Auch für die schweizerischen Bundespolitiker SEHR geeignet: When in Rome, do as the Romans do!

Ich selbst reagiere auch hässig und ablehnend, wenn jemand zu mir nach Hause kommt oder sogar eingeladen wird und mir dann seine anders gearteten Ansichten unverblümt und allzu direkt (belehrend fast ...!) an den Kopf wirft! Wenn er dazu noch ein aufgesetztes Lächeln versucht sich ins Gesicht zu zaubern, dann ist sowieso "fertig lustig" ...! So ergeht es mir auch und ich heisse nicht Ghadaffi oder ähnlich.

Wenn dann dieser Besuch noch sich erfrecht, statt zu mir selbst zu wollen, sondern zuerst zu einem Familienmitglied und dort etwas zu sagen hat, was er mir hätte sagen sollen, dann werde auch ich wild!

Vielleicht müssten sich nicht wenige Politiker einmal, resp. immer zuerst überlegen, wie sich etwas auswirkt, wenn SIe selbst anstelle des von ihnen angepeilten Gegenübers gemeint wären!!

Vielleicht ist es halt vielfach doch so, dass solche Überlegungen, Vorstellungen sich zu machen .... ein doch etwas zu schwieriges ... Unterfangen - gerade für diejenigen Politiker ist, die sich NIE für die Probleme der grossen Minderheit der wenig Verdienenden (als tauglich analoges Denkmuster!) wirklich interessierten und jetzt plötzlich sich noch mit anderen Menschen oder sogar fremden Kulturen ernsthaft auseinander setzen sollten ...!
Da fällt mir ein englisches Sprichwort ein
...When in Rome, do as the Romans do!

Allerdings dürfte man dann Calmy-Rey das Kopftuchtragen im Iran auch nicht übel nehmen.

Wenn ich in einem fremden Land wäre und aus irgendwelchen Gründen mit dem Gesetz jenes Landes in Konflikt käme, könnte ich doch nicht auf dem Schweizer Recht beharren, sondern wäre ganz normal jener Gesetzesverfassung unterstellt.

Es fällt ja wohl keinem Schweizer ein in einem Land mit Linksverkehr einfach rechts zu fahren, nur weil er seinen Führerausweis in der Schweiz erworben hat

Die gleichen Argumente treffen allerdings auch auf Hannibal Ghaddafi zu
Das Vorgehen gegenüber einem Beduinen, den ...
... man in seinem Land besucht, da würde ich mich auch den Gepflogenheiten DORT anpassen! Dies hatte Merz ganz offensichtlich, zumindest, was ich davon erfahren habe, nicht gemacht! Das ist wohl, wie es Hottinger ja sagte, DER Fettnapf, den Merz schlicht übersehen hatte und platsch hinein trat!

Er scheint es und auch seine "Berater" bis heute nicht zu kapieren, dass schweizerische Gepflogenheiten dort in Nordafrika nicht die gleichen sind, wie bei uns!

Also müsste Herr Merz jetzt halt noch einmal, aber unter vorheriger Anmeldung, sich bei Ghadaffi einfinden und, aber nach vorheriger Benimmschulung durch Experten ..., sich dort entsprechend - für Ghadaffi verständlich - sich um die Freilassung der Geiseln bemühen, resp. die beiden Männer mit zurück in die Schweiz nehmen wollen!

!grins: Vielleicht müsste auch BR Merz sich in eine Generalsuniform à la Ghadaffi stürzen ... UND glaubwürdig/er lächeln, lachen lernen - auch im Alter noch! Ja .... und eine Sonnenbrille nach Ghadaffi-Vorbild sollte nicht fehlen dabei ....
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Durch die Massnahme sollten Saisonmitarbeitenden im Gastgewerbe Ganzjahresperspektiven geboten werden.
Durch die Massnahme sollten Saisonmitarbeitenden im ...
Verbände Bern - Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels im Gastgewerbe zu begegnen, wurde 2019 der Pilotversuch Mitarbeiter-Sharing gestartet, der nun mangels Beteiligung der Teilnehmenden beendet wird. mehr lesen  
Coronavirus  Bern - Der Bundesrat hat heute beschlossen, das summarische Abrechnungsverfahren für Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bis zum 31. März 2022 für alle Unternehmen zu verlängern. Vom 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022 wird zudem die Karenzzeit für alle Unternehmen aufgehoben. mehr lesen  
Bern - Nach 26 Jahren in der Uhrenstadt am Jurasüdfuss verabschiedet sich das Bundesamt für Wohnungswesen BWO von Grenchen. Das Amt zieht per Mitte Dezember 2021 wieder zurück nach Bern. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 0°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen -2°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern -5°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf -1°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 0°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten