Sieben EM-Kandidaten für 2008 im Direktvergleich

publiziert: Dienstag, 23. Apr 2002 / 18:28 Uhr

Stockholm - Die schweiz-österreichische Bewerbung für die EM 2008 steht am Donnerstag in Stockholm erstmals offiziell auf dem Prüfstand. Zusammen mit den anderen sechs Konkurrenten wirbt die Doppelkandidatur anlässlich des UEFA-Kongresses um die Gunst der europäischen Verbandsvertreter.

Für die Schweiz-österreichische Kandidatur 2008 kommt jetzt eine wichtige Phase.
Für die Schweiz-österreichische Kandidatur 2008 kommt jetzt eine wichtige Phase.
Das Projekt Schweiz/Österreich wird sich zusammen mit den sechs Konkurrenten Skandinavien (Dänemark/Finnland/Norwegen/Schweden), Schottland/Irland, Griechenland/Türkei, Kroatien/Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Russland in der schwedischen Hauptstadt von seiner besten Seite zeigen. Das Geschehen spielt sich in Form einer Messe ab, wobei jeder Bewerber auf seinem Areal besucht werden kann. Mittels Video, Dokumentationen und Gastronomie wollen die Delegationen aus Österreich und der Schweiz ihre Botschaften an den Mann bringen.

Es ist dies eine der wenigen Möglichkeiten, sich der gesamten UEFA zu präsentieren, danach steht nur noch die offizielle Inspektionsreise zwischen dem 19. und 23. August auf dem Programm. Die Vergabe der Endrunde erfolgt am 12./13. Dezember.

Der Schweizerische Fussballverband wird in Schweden durch Präsident Ralph Zloczower, Generalsekretär Peter Gilliéron, Kommunikationsdirektor Pierre Benoit und Projektleiter Thomas Helbling vertreten. Aus Österreich sind Verbandspräsident Friedrich Stickler, Generalsekretär Alfred Ludwig, Teamchef Hans Krankl und Projektleiter Wolfgang Gramann anwesend.

Wahlen als wichtigstes Traktandum

Wichtigstes Traktandum des eigentlichen Kongresses am Donnerstag in Stockholm sind die Wahlen. Auch dort ist die Schweiz vertreten. Giangiorgio Spiess, Zentralvorstands-Mitglied im SFV und früherer Delegierter der Nationalmannschaft, stellt sich zur Wiederwahl ins Exekutiv-Komitee der UEFA. Für die sechs Sitze mit einem Mandat von vier Jahren und einem Sitz für zwei Jahre stehen 14 Kandidaten zur Wahl. Darunter auch der frühere Weltklasse-Fussballer Michel Platini, der sein Amt als persönlicher Berater von FIFA-Präsident Joseph Blatter per 30. Juni niederlegt und gemäss internationalen Quellen für die Nachfolge von UEFA-Präsident Lennart Johansson in vier Jahren vorgesehen ist.

Eine Wiederwahl des Tessiners Spiess, der sich momentan auch viel zusätzliche Arbeit als Sanierer des FC Lugano aufgehalst hat, wäre im Hinblick auf den weiteren Fortgang der EM-Bewerbung 2008 sicherlich von Vorteil. Umso mehr, als kein österreichischer Vertreter unter den Kandidaten figuriert. Ob aber die Anti-Blatter- Stimmung in der UEFA-Exekutive dem Schweizer nicht zum Nachteil gerät, wird sich erst am Donnerstagvormittag weisen.

Konfrontation Johansson-Blatter

Der inzwischen öffentlich ausgetragene Streit zwischen den beiden Verbands-Präsidenten Johansson und Blatter wird den UEFA- Kongress von Beginn weg beherrschen. Der Schwede wird seine Kritik am Walliser anlässlich der verschiedenen Sitzungen und Treffen nochmals vertiefen. Blatter erhält dann am Donnerstag Gelegenheit zur Replik, wenn er wie sein Wahlgegner Issa Hayatou aus Kamerun persönlich zugegen sein wird.

Der 72-jährige Johansson stellt sich derweil erneut zur Wiederwahl als Präsident (seit 1990) und dürfte keinen Widerstand spüren, da er der einzige Kandidat ist. Kritischer könnte es für den deutschen Verbandspräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder werden, der sich für einen Sitz als UEFA-Vertreter im FIFA-Exekutivkommitee bewirbt. Mayer-Vorfelders Unterstützung für Blatter bei der kommenden FIFA-Präsidentenwahl wird nicht überall gerne gesehen. «Es ist nicht so, dass ich ein blinder Gefolgsmann Blatters bin, ich sehe aber auch keinen Grund, von ihm abzurücken», sagt jedoch Mayer-Vorfelder und verurteilt vehement die Kampagne von Johansson gegen den Schweizer FIFA-Präsidenten.

(kil/sda)

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