Siedlerbewegung begann nach dem 6-Tage-Krieg

publiziert: Donnerstag, 11. Aug 2005 / 13:34 Uhr

Tel Aviv - Die israelische Siedlerbewegung wurde geboren aus dem Siegestaumel des Sechs-Tage-Kriegs vor fast vier Jahrzehnten.

Die Zahl der Siedler in den besetzten Gebieten ist fast auf eine viertel Mio. Menschen angewachsen.
Die Zahl der Siedler in den besetzten Gebieten ist fast auf eine viertel Mio. Menschen angewachsen.
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Im Juni 1967 war es dem jungen jüdischen Staat gelungen, in weniger als einer Woche Ost-Jerusalem, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel zu erobern - insgesamt ein Gebiet, das doppelt so gross war wie Israels Staatsgebiet. Die Besiedelung des Westjordanlands - von Israelis Judäa und Samaria genannt - galt vielen als Rückkehr ins biblische Land Israel, der Traum von "Gross-Israel" begann.

Frühe Warnungen

Skeptische Stimmen warnten allerdings schon damals, die Siedlungen könnten Israel zum Verhängnis werden und drängten auf eine rasche Friedensregelung mit den arabischen Staaten und den Palästinensern im Tausch für die eroberten Gebiete.

Die erste Siedlung Kfar Ezion wurde noch 1967 im Westjordanland errichtet, etwa zehn Kilometer von Bethlehem entfernt. Als erste Siedlung im Gazastreifen entstand Kfar Darom (1970). Beide Siedlungen wurden auf den Trümmern jüdischer Ansiedlungen errichtet, die während des ersten Nahostkriegs 1948 von der jordanischen und der ägyptischen Armee zerstört worden waren.

Allon-Plan

In den ersten Jahren erfolgte die Besiedlung der besetzten Gebiete auf der Basis des Allon-Plans, der eine systematische Landnahme nach strategischen Erwägungen vorsah. Die ersten Wehrsiedlungen wurden damals gebaut, um Pufferzonen zu Syrien, Jordanien und Ägypten zu schaffen. Auch um Jerusalem entstanden mit den Jahren Siedlungsketten, die eine Teilung der Stadt unmöglich machen sollen.

Die verheerenden Verluste des Jom-Kippur-Kriegs versetzten dem israelischen Hochgefühl 1973 einen schweren Dämpfer. Kurz darauf gründeten religiöse jüdische Siedler die Bewegung Gusch Emunim (Block der Getreuen), die nach dem Wahlsieg der rechtsorientierten Likud-Partei eine immer stärkere Unterstützung der Regierung erhielt.

Internationale Kritik

Mit der fortschreitenden Besiedlung der besetzten Gebiete, die das Leben der palästinensischen Bevölkerung immer weiter einschränkte, wuchs auch die internationale Kritik an den Siedlungen. Die erste Räumung israelischer Siedlungen, darunter der Siedlerstadt Jamit, erfolgte 1982 mit der Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten im Rahmen der 1979 geschlossenen Friedensabkommen.

Viele der Siedler aus den damals geräumten Orten wählten als neue Heimat israelische Siedlungen im Gazastreifen. Inzwischen ist die Zahl der israelischen Siedler in den besetzten Gebieten auf fast eine viertel Million Menschen angewachsen.

(fest/sda)

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