Olympia: Skispringen

Simon Ammann im Goldrausch:
«Ein Traum ist wahr geworden»

publiziert: Sonntag, 10. Feb 2002 / 21:46 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Feb 2002 / 16:37 Uhr

Park City - 30 Jahre nach Walter Steiner, der in Sapporo mit Silber als erster Schweizer Springer überhaupt eine Olympiamedaille geholt hatte, triumphierte Simon Ammann in Park City auf der Normalschanze und wurde Olympiasieger. «Ein Traum ist wahr geworden», sagte Ammann hinterher überglücklich.

Der 20-jährige Ammann -- wie Steiner ein Toggenburger -- liess mit dem zweitplatzierten Sven Hannawald (De) und Weltcupleader Adam Malysz die beiden Dominatoren dieses Winters hinter sich.

Vor einem Monat lag Simon Ammann noch mit aufgeschürften Gesicht, einer Gehirnerschütterung und einer Schulterprellung in Willingen im Schnee. Am 11. Januar war er im ersten Training kopfüber gestürzt. 30 Tage später zeigte der 1,72 m grosse und 52 kg schwere Gymnasiast bei Bilderbuchwetter auf dem kleinen Olympiabakken allen den Meister.

Noch nie hatte Simon Ammann zuvor im Weltcup gewonnen, noch nie hatte er nach dem ersten Durchgang geführt. «Es ist gewaltig, dass dies mir ausgerechnet bei den Olympischen Spielen gelang», sagte der Bauernsohn aus Unterwasser überglücklich und auf 2200 m Höhe über Meer nach Atem ringend. «Ein Traum ist für mich wahr geworden.»

Erster Durchgang vorentscheidend

Die Basis zum grössten Triumph in seiner Karriere legte Ammann, der Mitte Dezember in Engelberg im Weltcup zum ersten Mal auf dem Podest gestanden war, im ersten Durchgang. Mit 133,5 Punkten und einem Flug auf 98 m führte er vor Hannawald (131,0/97) und Malysz (129,5/98,5), der bei der Landung beinahe gestürzt wäre. «Das war wirklich ein guter Sprung, es war ein geiles Gefühl», sagte Ammann in seiner für ihn typischen Art und fuhr fort: «Jetzt liegt alles drin, jetzt springe ich voll auf Angriff und voll Power.» Diese Absicht setzte er denn auch in die Tat um.

Noch nie so nervös..

Nach dem Wettkampf gestand er: «So nervös war ich noch nie, am liebsten hätte ich mir Ohrenstöpsel reingetan, damit ich nicht höre, wie weit die anderen springen.» Er behielt die Nerven. Malysz hatte einen Sprung auf 98 m vorgelegt, Hannawald als Zweitletzter sogar 99 Meter. Ein Weitenmeter entspricht zwei Punkten. Ammann hatte aus dem ersten Durchgang 2,5 Zähler mehr als der Deutsche. Im zweiten Sprung büssten er auf den Vierschanzentourneesieger aus Hinterzarten nur einen Punkt ein.

Wie ein Routinier

Als das Total von 269,0 Punkten aufleuchtete -- Hannawald hatte 267,5 -- war der Toggenburger nicht mehr zu halten. Seine Teamkollegen Andreas Küttel, der 22. wurde, und Sylvain Freiholz (Rang 25) tauchten ihn zuerst in den Schnee und hoben ihn nachher minutenlang auf die Schultern und genossen den historischen Triumph ihres Kameraden, der seit dem 6. Januar (11. Rang in Bischofshofen) keinen Wettkampf mehr bestritten hatte. Bei seiner ersten Olympiateilnahme nach Nagano brachte er dann den Interviewmarathon einem Routinier gleich hinter sich.

Nach seinem Sturz hatte er nach 10 Tagen Ruhe am 21. Januar in St. Moritz das Training wieder aufgenommen. «Der Sturz war gar nicht so schlimm, wie er aussah.» Ammann verarbeitete das Malheur denn auch sehr schnell und sprang in der Olympia-Vorbereitung von Beginn weg wieder sensationell gut: Im Training in Engelberg auf der Grossschanze zeigte er die besten Sprünge seiner Karriere überhaupt. «Die Vorbereitung ist voll aufgegangen. Ich war wirklich am Tag X voll da», so Ammann, der bereits in der Qualifikation mit 97,5 m die zweitgrösste Weite erreicht hatte.

Mehr «Fortuna» als Steiner

Die Leistung von Simon Ammann, der in diesem Winter im Weltcup zweimal Zweiter und zweimal Dritter geworden war, muss umso höher eingestuft werden, als er ausgerechnet Sven Hannawald und Adam Malysz hinter sich liess. Der Deutsche, der seine erste Einzel- Olympiamedaille holte, sagte: «Ich bin ein wenig enttäuscht, aber der Beste hat heute gewonnen.» Malysz war im ersten Durchgang so nervös, dass bei der Landung fast stürzte. «Ich kam bei der Landung aber auch in eine Rille, und deshalb geschah dies», sagte der enttäuschte Pole, dem nicht dasselbe Glück wie vor 30 Jahren Wojciech Fortuna lachte. Fortuna siegte mit 0,1 Punkten Vorsprung auf Walter Steiner.

(sda)

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