Ski alpin: 1. Training Abfahrt Männer Bormio
publiziert: Donnerstag, 9. Jan 2003 / 15:54 Uhr

(Si) Didier Cuche scheint sich mit der Stelvio-Piste in Bormio anzufreunden. Im ersten Training zur Weltcup-Abfahrt vom Samstag fuhr der Neuenburger, der hier noch nie über den 9. Platz hinausgekommen ist, die schnellste Zeit. Bruno Kernen wurde 4.

Daron Rahlves (USA) voll konzentriert im Training.
Daron Rahlves (USA) voll konzentriert im Training.
"Cuche is back", meinte Daron Rahlves und klopfte dem Schweizer anerkenndend auf die Schultern. Der Amerikaner, am 29. Dezember überraschender Gewinner der ersten Abfahrt von Bormio und erst vor drei Tagen von einem Heimat-Abstecher in Kalifornien wieder nach Europa zurückgekehrt, verlor als Neunter knapp eine Sekunde auf Cuche. Zum zweiten Mal in diesem Winter realisierte der Romand eine Bestzeit im Training. Die erste hatte er in Beaver Creek aufgestellt, wo er dann als Fünfter sein einziges Top-10-Ergebnis der bisherigen Abfahrts-Saison schaffte und im Super-G gewann.

Ende Dezember hatte sich Cuche in Bormio mit Platz 22 bescheiden müssen. Damals versuchte er sich mit grösseren Schuhen, "ein klarer Fehler auf dieser technisch so schwierigen Piste", wie er inzwischen sagt. "Jetzt fahre ich wieder mit dem um eine Nummer kleineren, angestammten Modell. Das hat sich offensichtlich gleich bewährt", war Cuche überzeugt. Die Österreicher Klaus Kröll und Stephan Eberharter liess er um 24 bzw. 45 Hundertstel hinter sich. Den Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres hätte er indes kaum geschlagen, wenn der voll durchgefahren wäre. Bei der letzten Zwischenzeit lag Eberharter noch 33 Hundertstel vor Cuche, dann folgten vor dem Ziel die Bremsschwünge. Für Eberharter war dies eine grosse Genugtuung. Vor zwei Wochen hatte er hier bei seinem Comeback aufgeben müssen, nun sagt er, "sehe ich wieder Land."

Einen guten Eindruck hinterliess auch Bruno Kernen, der sich Ende Dezember in Bormio auf dem Weg zu einem guten Ergebnis befunden hatte, ehe sich die Bindung öffnete. Als Vierter mit 0,53 Sekunden unterstrich der Berner, dass ihm die Strecke liegt. Ambrosi Hoffmann, eben erst von einer Grippe genesen, die ihn zwei Tage ins Bett gezwungen hatte, wurde Zehnter, knapp vor zwei weiteren Bündnern, Franco Cavegn (12.) und Daniel Züger (13. mit Nummer 35).

Im Hinblick auf einen allfälligen WM-Einsatz in der Kombination wagte sich auch der erst 21-jährige Walliser Silvan Zurbriggen erstmals nach langer Pause wieder auf die Abfahrtsski. Vor zweieinhalb Jahren hatte er bei der Junioren-WM Abfahrts-Silber errungen, doch seither konzentrierte sich die Allrounder-Hoffnung auf die technischen Sparten und war in dieser Disziplin zu keinem Rennen mehr angetreten. Mit genau sechs Sekunden Rückstand wurde Zurbriggen 57. und Zweitletzter des Trainings. Doch das Resultat war nebensächlich. Zurbriggen soll sich wieder an die schnellen Tempi herantasten und bestreitet in Bormio voraussichtlich nur die Trainings.

Bormio (It). Erstes Training zur Weltcup-Abfahrt der Männer vom Samstag: 1. Didier Cuche (Sz) 1:59,89. 2. Klaus Kröll (Ö) 0,24. 3. Stephan Eberharter (Ö) 0,45. 4. Bruno Kernen (Sz) 0,53. 5. Antoine Dénériaz (Fr) 0,70. 6. Fritz Strobl (Ö) 0,82. 7. Michael Walchhofer (Ö) 0,84. 8. Peter Rzehak (Ö) 0,93. 9. Daron Rahlves (USA) 0,97. 10. Ambrosi Hoffmann (Sz) und Hannes Trinkl (Ö), je 1,13.

12. Franco Cavegn (Sz) 1,31. 13. Daniel Züger (Sz) und Werner Franz (Ö), je 1,91. 15. Bode Miller (USA) 1,92. Ferner die weiteren Schweizer: 21. Markus Herrmann 2,40. 31. Didier Défago 3,07. 32. Rolf von Weissenfluh 3,15. 41. Marco Büchel (Lie) 4,04. 43. Jürg Grünenfelder 4,12. 44. Tobias Grünenfelder 4,40. 57. Silvan Zurbriggen 6,00. -- 59 Fahrer gestartet, 58 klassiert.

Technische Daten: Piste Stelvio, 3680 m Länge, 1010 m HD, 43 Tore, Kurssetzer Helmuth Schmalzl (FIS/It).

(rr/sda)

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