Ski alpin/WM03: Bode Millers Krönung einer steilen Karriere

publiziert: Donnerstag, 6. Feb 2003 / 20:43 Uhr

(Si) Der 6. Februar hat Bode Miller diesmal mehr Glück gebracht. Auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte er sich in St. Anton in der WM-Kombi-Abfahrt das Kreuzband im linken Knie gerissen, nun wurde er als erst dritter Amerikaner Kombinationsweltmeister.

Bode Miller (USA) ist Weltmeister in der Kombination.
Bode Miller (USA) ist Weltmeister in der Kombination.
Der erste WM-Titel ist die vorläufige Krönung der seit dem vergangenen Winter steil nach oben führenden Karriere von Bode Miller. Seine Qualitäten hatte er vor vier Jahren als Vierter in den Slaloms in Wengen und Ofterschwang zwar angedeutet. So richtig ins Rampenlicht trat der 25-Jährige aus Franconia im Bundesstaat New Hampshire indes erst im November 2001, als er in Aspen mit der Startnummer 54 Slalom-Zweiter wurde -- und danach mit vier Siegen gleich in die Gilde der besten Slalom- und Riesenslalom-Fahrer aufstieg. Knapp elf Monate nach seinem Sturz in St. Anton, der ihm als Viertem des Kombinationsslaloms eine mögliche Medaille kostete, war Bode Miller endlich ganz oben.

"Unglaubliches Gefühl"

In dieser Saison tat Miller noch einmal einen gewaltigen Sprung nach vorne -- die Fachwelt war beeindruckt von seinen Fortschritten in Super-G und Abfahrt. "Bode hat ein unglaubliches Gefühl, dem Ski freien Lauf zu lassen. Wenn er gesund bleibt, hat er eine grandiose Karriere vor sich", lobt Bernhard Russi den Amerikaner in den höchsten Tönen. Zu Millers Bewunderern zählt mittlerweile auch Robert Trenkwalder, der Trainer der österreichischen Speedfahrer. Noch vor zwei Jahren, nach dem Sturz in der WM-Kombinationsabfahrt, hatte sich der Tiroler noch skeptisch gezeigt: "Wenn ich sein Trainer wäre, würde ich ihm die Abfahrten verbieten."

Bode Miller überzeugt nicht nur allein durch seine Leistungen, er zieht das Publikum auch mit seinem unnachahmlichen Fahrstil in den Bann. Wo Bode ist, ist Spektakel garantiert; seine akrobatischen Einlagen in den Slaloms sind beinahe schon Kult. Sie gehören zu Miller wie sein eigentümliches Startprozedere. Aufrecht steht er jeweils da und schiebt sich fast ängstlich aus dem Starttor. Das mache er so, weil er sich nicht nur aufs erste Tor konzentriere, sondern schon auf die nächsten fünf, sechs Passagen blicke, hat er seine Art zu starten einmal begründet.

Im Slalom war es Bode Miller in diesem Winter noch nicht optimal gelaufen; vier Ausfällen in sieben Rennen steht einzig der 2. Rang in Bormio gegenüber. Nun verdankt er ausgerechnet einer Topleistung in dieser Disziplin seinen ersten WM-Titel. Trotz der knapp drei Sekunden Rückstand nach der Abfahrt habe er es für nicht unwahrscheinlich gehalten, noch ganz nach vorne zu fahren. "An meine Chance habe ich aber trotz allem geglaubt." Seine Leistung in der Abfahrt hat er gar nicht als so schlecht empfunden. "Unterwegs habe ich mich eigentlich gut gefühlt. Nach der Zieldruchfahrt hätte ich mir auch vorstellen können, in Führung zu liegen. Der grosse Abstand war dann schon deprimierend."

Bode Miller betrachtet den Sieg in der Kombination nicht als "billigen Titel" -- im Gegenteil. "Sie ist eigentlich die härteste Konkurrenz. Sie zieht sich sehr lange hin und ist entsprechend ermüdend. Es ist deshalb schwierig, in den entscheidenden Momenten konzentriert zu bleiben." Beim neuen Weltmeister entlud sich die Spannung erst, als die Würfel zu seinen Gunsten gefallen waren. Auf den Knien verharrte er längere Zeit im Schnee. "Ich habe versucht zu spüren, was für einen Kampf ich gehabt und was ich erreicht habe." Geschafft, Kombinationsweltmeister zu werden, hatten vor ihm aus dem US-Team nur Bill Kidd (1970 in Val Gardena) und Phil Mahre (1980 an den Olympischen Spielen in Lake Placid).

Verzicht auf die Abfahrt

Bis zu seinem nächsten Einsatz in St. Moritz hat Bode Miller genügend Zeit, sich zu erholen, zumal er auf einen Start am Samstag in der Abfahrt verzichtet. "Das hat nichts mit Bodes Abschneiden in der Kombinationsabfahrt zu tun. Wir waren zum vornherein mit dem Ziel angereist, in vier Disziplinen anzutreten", sagte Cheftrainer Phil McNichol. Einem ausgeruhten Bode Miller ist dann auch im Riesenslalom und Slalom wieder alles zuzutrauen.

(David Bernold/sda)

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