Ski alpin: Weltcup-Super-G Männer Garmisch
publiziert: Sonntag, 23. Feb 2003 / 17:33 Uhr

(Si) Mit 31 Jahren errang der Liechtensteiner Marco Büchel seinen ersten Weltcupsieg. Büchel gewann den Super-G von Garmisch, 13 Hundertstel vor Weltmeister Stephan Eberharter und 20 Hundertstel vor Tobias Grünenfelder, der erstmals aufs Podest kam.

Der Weltmeister Stephan Eberharter wurde "nur" zweiter.
Der Weltmeister Stephan Eberharter wurde "nur" zweiter.
"Ich bin total glücklich und freue mich besonders, dass auch Tobias erstmals aufs Podest kam. Zwei Premieren auf einmal, das ist einfach schön", sagte der Riesenslalom-WM-Zweite von 1999, der seit vielen Jahren mit dem Schweizer Team trainiert. Büchel, dessen Mutter Schweizerin ist, besitzt seit Januar 2001 den Schweizer Pass. Inklusive WM stand er schon achtmal auf dem Podest, je viermal als Zweiter oder Dritter. "Ich habe mich oftmals gefragt, was es braucht, bis ich denn endlich ein Weltcuprennen gewinnen kann."

"Vielleicht muss man erst 30 Jahre alt werden, bis einem als Liechtensteiner ein Sieg gelingt", sagte Büchel in Anspielung auf seine fast gleichaltrige Landsfrau Birgit Heeb-Batliner an, die im November im Riesenslalom in Park City (USA) erstmals von Platz 1 grüssen konnte. "Ein fantastischer Moment, ich hätte ihn auch schon viel früher oder zumindest ein Rennen früher genommen...", sagte "Büxi". Doch an der WM in St. Moritz wurde er, wie auch seine Schweizer Trainingskollegen, der Favoritenrolle im Super-G nicht gerecht.

Als sein Sieg -- der erste fürs "Ländle" seit Achim Vogts Erfolg im Riesenslalom von Tignes im Dezember 1994 -- feststand, zog sich Büchel kurz in ein Zelt zurück: "Da liefen mir dann doch ein paar Tränen übers Gesicht." Doch kurz darauf hatte sich der extrovertierte Liechtensteiner, der 1991 in Garmisch sein Weltcup-Debüt gab, wieder gefasst.

Büchel kann sich noch zusätzlich über die Führung im Super-G-Weltcup freuen. Vor dem letzten Rennen in Lillehammer besitzt er 24 Punkte Vorsprung auf Eberharter und deren 42 auf Didier Cuche. "Ich beginne aber nicht zu rechnen, das habe ich meiner Frau versprochen", sagte Büchel. Eberharter, der bei der letzten Zwischenzeit noch vorne lag, gelang dafür ein grosser Schritt zum Gewinn des Gesamt-Weltcups. Nach seinem Ausfall am Sonntag liegt Bode Miller nun bereits 185 Zähler zurück.

Noch am Vortag war Tobias Grünenfelder auf dem Weg zu einem Top-10-Ergebnis in der Abfahrt ausgeschieden. Der 25-jährige Glarner liess sich davon nicht lange frustrieren und nutzte die nächstbeste Chance. "Ich bin schon die ganze Woche gut gefahren und habe gespürt, dass es wieder aufwärts geht. Im Super-G ging es mir nun endlich einmal auf. Ich hatte keine Fehler und auch die recht tiefe Startnummer stimmte", sagte Grünenfelder, der ob seinem ersten Spitzenresultat im Weltcup unheimlich erleichtert war. Sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis gelang ihm im vergangenen Jahr als Siebenter im Riesenslalom in St. Moritz.

"Dieser 3. Rang auf diesem schwierigen Hang hat gezeigt, dass ich ein guter Skifahrer bin. Ich hoffe, das war der Durchburch", fuhr Grünenfelder fort. Er habe nun das Vertrauen in seine Fähigkeiten und wisse, dass er regelmässig in diesen Ranglistenregionen fahren könne, so Grünenfelder weiter. Der Elmer hatte diesen Winter noch keine grossen Stricke zerrissen. Ein 10. Platz im Super-G in Beaver Creek war sein bestes Resultat. "Nach den Rennen in Nordamerika wurde ich aber krank und fiel in ein Loch", erklärte Grünenfelder seine mageren Leistungen. An der WM in St. Moritz durfte er den Super-G deshalb nicht bestreiten und im Riesenslalom wurde er auch nur 18. "Doch mit Enttäuschungen kenne ich mich aus. Ich wusste immer, wie schnell es gehen kann, bis es wieder läuft."

Cuches Ärger über die eigene Fahrtweise
Bruno Kernen war wie am Samstag zweitbester der Schweizer Mannschaft. Im Nachhinein trauerte der Berner Oberländer aber einem noch besseren Ergebnis nach: "Ich hatte eine Schrecksekunde beim Seilbahnstadl-Sprung, als ich fast gestürzt bin. Dennoch liege ich im Ziel nur eine halbe Sekunde hinter dem Sieger." Dies reichte im Rennen der knappen Abstände -- 17 Fahrer klassierten sich innerhalb einer Sekunde -- "nur" zu Platz 9.

Nach dem 2. Platz in der Abfahrt hatte Didier Cuche kundgetan, dass er im Super-G von ganz oben grüssen wolle. 24 Stunden später musste sich der Neuenburger über Rang 14 ärgern: "Ich bin zu fest auf der Ideallinie geblieben und habe meine Ski nicht laufen lassen. Ich habe heute nicht genug angegriffen."

Didier Défago, der Sieger von Val Gardena, kam als 20. erneut nicht auf Touren. Mit Franco Cavegn (13. in Garmisch) und Ambrosi Hoffmann (24.) qualifizierten sich insgesamt sechs Schweizer für den Super-G-Weltcup-Final in Norwegen, wo die 25 besten pro Disziplin startberechtigt sind.

(rr/sda)

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