Ski nordisch: Simon Ammanns Puzzleteile passen noch nicht zusammen

publiziert: Samstag, 30. Nov 2002 / 21:51 Uhr

(Si) Auch beim zweiten Weltcupspringen der Saison in Kuusamo (Fi) hat Simon Ammann den Finaleinzug nicht geschafft. Der Doppel-Olympiasieger belegte am Samstagabend nach dem ersten Durchgang nur Platz 40. Sieger wurde Andreas Widhölzl (Ö).

Andreas Widhoelzl (AUT)
Andreas Widhoelzl (AUT)
Bei seinem Einsatz mag es ungünstigen Wind gehabt haben und wie üblich war die Absprunggeschwindigkeit tiefer als jene aller Gegner -- doch bei Simon Ammann passen derzeit alle Komponenten nicht zusammen, die für weite Flüge nötig sind. Die Technik war zu wenig gut für die speziellen Verhältnisse.

Das Selbstvertrauen, das wichtigste Gut eines Skispringers, hat beim Toggenburger gelitten. Ammann hat für das zweite Springen den Anzug gewechselt und fragt bereits nach einem weiteren Modell. Der erste Anzug war um die Hüfte zu eng, der Zweite zu elastisch. Dazu kam der Griff zu einem alten Paar Springerstiefel. Im selben Atemzug hingegen beteuert der zweifache Goldmedaillengewinner von Salt Lake City sein Vertrauen ins Material. "Eigentlich erachte ich es nicht als nötig. Aber wenn es ihm hilft, besorge ich ihm einen neuen Anzug. Uns wäre besser geholfen, die Athleten würden mit mehr Herz springen", kommentierte Trainer Bernhard Schödler.

Er habe sein Ziel, eines guten Weltcupstart hinzulegen, nicht erreicht, gab sich Simon Ammann nüchtern: "Das nervt mich total." Am Vorabend habe er sich Gedanken gemacht, wie er sich verbessern könne. Doch als es zum zweiten Mal in diesem Winter ernst galt, war von einer Steigerung nichts zu sehen. Dass er bei der Anfahrt nicht auf Geschwindigkeit komme, müsse an seiner Position liegen. Im Radius vor dem Absprung verfüge er noch über zu wenig Gefühl, um Spannung aufzubauen. Er sei sogar im Sommer besser gesprungen. Aber Ammann sieht auch einen Lichtblick: "Ich bin nicht so weit weg. Ich weiss, wo ich hinspringen kann. Es ist die Fülle von Details, die nicht stimmt."

Genau 43,5 m betrug die Differenz von Simon Ammann zu Janne Ahonen (Fi), der nach dem ersten Durchgang führte. Andreas Küttel war auf 112 m gekommen und verbesserte sich im Final vom 28. Zwischen- auf den 24. Schlussrang. Marco Steinauer (43.) blieb ebenso Zuschauer wie Sven Hannawald (De), der Dominator der letzten Vierschanzentournee, mit einem Satz auf 58 (!) m. Die Schweizer haben sich nun nach Norwegen begeben, um in Lillehammer zu trainieren und die Weltcup-Fortsetzung in Trondheim vorzubereiten.

Im Final erzielte Ahonen mit 134,5 m und 144,1 Punkten zwar die zweitbeste Leistung. Doch zur grossen Enttäuschung des Finnen und der Mehrzahl der Zuschauer reichte dies nicht zum Sieg. Mit dem mit Abstand weitesten Flug des Finals auf 143,5 m stiess Andreas Widhölzl vom 7. auf den 1. Platz vor. Vor seinem 17. Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn war der Österreicher zuvor letztmals im vergangenen Winter in Hakuba und Sapporo (Jap) siegreich gewesen. Danach versank das österreichische Skisprung-Team ausgerechnet auf die Olympischen Winterspiele hin im Mittelmass.

Gute Anfahrtsstellung, guter Absprung -- dies war das Rezept Widhölzls, der ein Paar seiner Sommerski hervorgenommen hatte, weil diese etwas aggressiver sind. Zudem versprach der Österreicher, dass er inskünftig bei feuchteren Verhältnissen noch schneller auf den Schanzentisch zufahren werde. Widhölzl jedenfalls machte den zufriedeneren Eindruck als Ahonen, der zwar die zweitbeste Saisoneröffnung seiner Karriere verzeichnete, aber nicht zum erhofften Sieg kam. Sein Trainer Tommi Nikunen stellte bei Ahonens Finalsprung ungünstigen Rückenwind fest. Davon wollte der Finne nichts wissen: "Der Wind ist mir egal. Ich bin nur ein Skispringer."

(Toni Nötzli/sda)

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