Hilfe zugesagt

Sommaruga besucht Flüchtlinge in Jordanien

publiziert: Donnerstag, 10. Jul 2014 / 16:33 Uhr
40'000 Kinder stehen vor einer ungewissen Zukunft. (Archivbild)
40'000 Kinder stehen vor einer ungewissen Zukunft. (Archivbild)

Amman - Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat sich in Jordanien ein Bild von der Situation der syrischen Flüchtlinge gemacht. Sie besuchte ein Empfangszentrum sowie ein Flüchtlingslager und sagte der Region weitere Schweizer Hilfe zu.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Es gibt hier 40'000 Kinder mit einer ungewissen Zukunft», sagte Sommaruga am Donnerstag im Flüchtlingslager Zaatari an der syrischen Grenze. Sie sei von der Situation der Menschen sehr berührt. Die meisten seien besorgt um ihre in Syrien zurückgebliebenen Verwandten, viele Frauen seien mit ihren Kindern auf sich allein gestellt, beschrieb die Bundesrätin am Donnerstag am zweiten Tag ihres Besuchs in Jordanien ihre Eindrücke.

Die Vorsteherin des Eidg. Polizei- und Justizdepartements (EJPD) ging zu Fuss durch das Lager und wechselte ein paar Worte mit einigen Menschen. Sie zeigte sich beeindruckt vom grossen Engagement Jordaniens für die über 600'000 Flüchtlinge. Seit dem Ausbruch des Syrien-Konflikts fanden sie im Nachbarland mit seinen rund 6,5 Millionen Einwohnern Zuflucht.

Viele Flüchtlinge leben in Dörfern

Allein im Lager Zaatari, das vor rund zwei Jahren errichtet wurde und vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) geführt wird, leben 90'000 Menschen. Die Mehrheit der Flüchtlinge ist aber in Dörfern untergebracht. Im Norden Jordaniens hat sich die Bevölkerung in gewissen Ortschaften verdoppelt, seit Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet über die offenen Grenzen strömen.

Laut dem Gouverneur von Mafraq, einer Region im Norden des Landes, fehlt es an Wasser und an Gesundheitsversorgung. «Die Schulen machen Doppelschichten - am Morgen für die jordanischen Schulkinder, am Nachmittag für die syrischen», sagte Gouverneur Kassem Moaidat. Die Ankunft der Flüchtlinge setzt die ohnehin arme Region zusätzlich unter Druck.

Geld für Schulen, Wasser und Strom

Die Schweiz unterstützt die Aufnahmeländer seit Beginn der Syrien-Krise mit insgesamt 85 Millionen Franken, davon erhielt Jordanien 15 Millionen. Das Geld fliesst auch an die einheimische Bevölkerung. So werden etwa 29 Schulen saniert, in denen rund 25'000 Kinder zum Unterricht gehen. Andere Projekte helfen den Gemeinden, die Versorgung mit Wasser, Strom oder anderen Dienstleistungen auszubauen.

Sommaruga besuchte auch ein von der Schweiz finanziertes Ausbildungsprogramm für junge Näherinnen im Norden von Jordanien. Dabei kündigte sie ein zusätzliches Engagement der Schweiz von rund einer Million Franken für ein Projekt der UNO an. Jordanische Familien sollen dabei unterstützt werden, ihr Haus auszubauen, um dann Zimmer an Flüchtlinge vermieten zu können.

Wichtig für die ganze Region

Am Mittwoch hatte die Bundesrätin unter anderem den jordanischen Premierminister Abdullah Ensour und den Innenminister Hussein al Majali getroffen. Zudem sprach sie mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen.

Sommaruga sagte, dass Jordanien unterstützt werden müsse, da die Stabilität des Königreichs wichtig für die ganze Region sei. Das Land grenzt im Norden an Syrien und im Osten an den Irak; die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert die irakische Grenzregion al-Anbar.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Es braucht für Flüchtlinge mehr legale Möglichkeiten, nach Europa zu ... mehr lesen 1
Viele Flüchtlinge, gerade auch aus Syrien, kämen über sehr gefährliche Routen nach Europa.
UNO-Sicherheitsrat: Der Vorlage zufolge soll beschlossen werden, dass die Bevölkerung in von Rebellen kontrollierten Gebieten mit humanitärer Hilfe versorgt wird.
New York - Der UNO-Sicherheitsrat soll am Montag den Weg für weitreichende Hilfslieferungen nach Syrien freimachen. Ein entsprechender Resolutionsentwurf wurde am Freitag an ... mehr lesen
New York - Die Zahl der dringend hilfsbedürftigen Menschen in Syrien ist nach Angaben ... mehr lesen
4,7 Millionen Syrer leben in Regionen, die für humanitäre Helfer «schwierig oder unmöglich» zu erreichen sind.
Genf - Gewalt und Not wie in Syrien oder im Irak treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Die Zahl der Flüchtlinge überschreitet erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die 50-Millionen-Grenze, wie die UNO in Genf aus Anlass des heutigen Weltflüchtlingstages mitteilte. mehr lesen  1
Rund sechs Millionen Menschen sind in Syrien auf der Flucht.
Beirut - Nach heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Islamisten-Gruppen im Osten Syriens sind mehr als 100'000 Menschen nach Oppositionsangaben aus ihrer Heimatprovinz Deir ... mehr lesen 1
In...
Europa hat man noch nicht begriffen, dass der Mittlere Osten für die USA kein Problem mehr darstellt. Flüchtlingsboote stranden nicht an der US-Küste und Gas und Öl fördert man selbst genug. Europa ist im Mittleren Osten nun allein zu Hause. Und die Problemzonen reichen bereits von Weissrussland bis nach Tunesien und in den Irak. Hillary Clinton brachte die neue US-Strategie in einem Interview auf den Punkt: "Zuerst ist jetzt Europa dran!" Daher wird es langfristig auch für die CH nicht bei einigen Tausend Flüchtlingen aus Nahost bleiben, wie man sich das beim Bundesrat erhofft.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Teil des Plans ist die Durchmischung von Arbeits- und Wohnzonen sowie eine Überprüfung möglicher höherer Bauprojekte an geeigneten Standorten.
Teil des Plans ist die Durchmischung von Arbeits- und Wohnzonen ...
Bei einem Treffen am 13. Februar 2024 in Bern diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte, Gemeinden, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft unter Leitung von Bundesrat Guy Parmelin Massnahmen zur Behebung der Wohnungsknappheit. Ein Aktionsplan mit über 30 Empfehlungen wurde vereinbart, um das Wohnungsangebot zu erhöhen und qualitativ hochwertigen, erschwinglichen und bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen. mehr lesen 
Publinews Makerspaces sind Hotspots für Kreativität und Innovation, die immer beliebter werden. Sie bieten Menschen jeden Alters physische Räume mit einer Vielzahl von Werkzeugen und Technologien, um Ideen zu realisieren und Fähigkeiten zu entwickeln. Von 3D-Druckern bis hin zu traditionellen Werkzeugen bieten sie alles für kreative Projekte. mehr lesen  
Publinews Nachhaltigkeit ist in der heutigen Gesellschaft ein immer wichtigeres Thema. Wir alle haben eine ... mehr lesen  
Müllvermeidung - ein wichtiges, aktuelles Thema.
Der Oxfam-Bericht zeigt, dass die Vermögen der Milliardäre weltweit täglich um 2,7 Mrd. Dollar gestiegen ist.
Gemäss dem Bericht «Survival of the Richest» hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung seit Beginn der Corona-Pandemie fast zwei Drittel ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 4°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Basel 4°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 3°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 6°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 2°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 10°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten