Sommaruga kritisiert SP-Präsident Levrat

publiziert: Sonntag, 9. Mrz 2008 / 11:12 Uhr

Bern - Die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga kritisiert den neuen SP-Parteipräsidenten Christian Levrat wegen seiner «Klassenkampf-Rhetorik». Sie fordert von ihm Antworten auf die Probleme des Mittelstandes und warnt vor Flügelkämpfen.

Sieht die SP in schlechter Verfassung: Simonetta Sommaruga.
Sieht die SP in schlechter Verfassung: Simonetta Sommaruga.
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Gelinge es Levrat nicht, die Weichen zu stellen und schafften es die relevanten Kräfte in der SP nicht, präzise zu benennen, für wen die Partei einstehen wolle, gewinne die SP die Wahlen 2011 nicht, sagte Sommaruga in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die SP würde dann zu einer 15-Prozent-Partei mit Flügelkämpfen, Spaltungsdrohungen und Parteiabspaltungen. Bei den Wahlen am 21. Oktober 2007 erreichte die SP nach Angaben des Bundesamtes für Statistik mit 19,5 Prozent das drittschlechteste Ergebnis seit 1919. Sie verlor vor allem in der Deutschweiz und im Tessin Stimmen.

Auf Romandie ausgerichtet

Levrats Antrittsrede als Parteipräsident sei stark auf die Romandie ausgerichtet gewesen, sagte Sommaruga nach der Lektüre der schriftlichen Fassung der Rede. «Mit Klassenkampf-Rhetorik holt Levrat in der Deutschschweiz keine Wähler ab.» Gestört habe sie auch Levrats Gewichtung der sozialdemokratischen Geschichte.

Die SP sei in einer schlechten Verfassung, stellte Sommaruga fest. Brach liegendes Potenzial sieht die Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz in der Politik für Konsumenten. Eine Partei, die sich um Preise und Rechte der Konsumierenden kümmere, spreche alle Einkommensschichten an und alle Menschen in Stadt und Land.

(ht/sda)

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