Weltcup-Riesenslalom der Frauen in Mountain

Sonja Nef erneut geschlagen - Nur Dritte

publiziert: Mittwoch, 21. Nov 2001 / 20:47 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 21. Nov 2001 / 22:21 Uhr

Copper Mountain - Sonja Nef hat sich auch im zweiten Weltcup-Riesenslalom des Olympia-Winters geschlagen geben müssen. Die Appenzellerin belegte in Copper Mountain im US-Staat Colorado hinter der Norwegerin Andrine Flemmen und der Kanadierin Allison Forsyth Platz 3.

Copper Mountain wird wohl nie zu den bevorzugten Destinationen von Sonja Nef gehören. Vor zwei Jahren war sie, durch eine schwere Erkältung geschwächt, mit Platz 17 abgereist, nun wurde sie wie schon Ende Oktober beim Gletscher-Prolog in Sölden nach Bestzeit im ersten Lauf erneut abgefangen.

Zur Freude, trotz des sehr direkt ausgeflaggten Kurses gemeinsam mit Andrine Flemmen die Schnellste gewesen zu sein, und der Gewissheit, dank des Super-G-Trainings in der vergangenen Woche auch im «Flachen» wieder zu den Besten zu gehören, gesellte sich bei Sonja Nef die Hoffnung, der zweite Durchgang möge «mehr drehen», «damit ich meine Technik besser ausspielen kann.» Dem weltmeisterlichen Wunsch wurde dann aber nicht entsprochen; die gefahrenen Zeiten lagen drei bis vier Sekunden unter jenen des ersten Laufes.

Allerdings wäre Sonja Nef gestern das Siegen auch bei anderer Kurssetzung in Anbetracht der Konstanz von Andrine Flemmen schwer gefallen. Die bald 27-Jährige aus Bergen liess sich im zweiten Lauf nur von der überraschenden Amerikanerin Kirsten Clark um einen Hundertstel bezwingen und feierte ihren zweiten Weltcup-Sieg mit 67 Hundertsteln Vorsprung.

«Frühstarterin» Andrine Flemmen

Andrine Flemmen zählt zu den «Frühstarterinnen» im Weltcup. Ihren zuvor einzigen Sieg hatte sie vor drei Jahren in Sölden gefeiert, vor zwei Jahren war sie in Tignes Vierte geworden und im vergangenen Winter abermals in Sölden Zweite. Nach ihrer bislang erfolgreichsten Saison (98/99), die sie in Vail mit WM-Silber gekrönt hatte, machte die stets fröhliche Andrine Flemmen aber auch mit Verletzungen von sich reden. Die letztjährige WM-Saison hatte sie mit lediglich zwei Wochen Training in Angriff genommen. Schon im November war sie abermals vom Pech verfolgt. Beim Einfahren zum Slalom in Aspen (USA) zog sie sich eine Knieverletzung zu, die sie bis kurz vor den Weltmeisterschaften in St. Anton ausser Gefecht setzte.

Die Norwegerin sorgte auch dafür, dass sich Kanada auch 27 Jahre (!) nach Kathy Kreiners Triumph in Pfronten mit dem ersten Sieg in einem Weltcup-Riesenslalom gedulden muss. Dank Allison Forsyth besteht allerdings die Hoffnung, dass diese Warterei bald ein Ende haben wird, zumal sie gestern bereits zum vierten Mal Zweite wurde.

Schon nach dem ersten Lauf geschlagen war Michaela Dorfmeister (7.). Die Österreicherin, die in Sölden die Siegserie von Sonja Nef beendet hatte, lag 88 Hundertstel zurück. Für sie sei dies keine Überraschung, sagte die Abfahrts-Weltmesterin, auf Hängen, die auf den ersten 20 Sekunden nur flach seien, verliere sie immer Zeit. «Das ist zwar schon seit Jahren so, doch ich weiss nicht, woran das liegt.» Mit Fränzi Aufdenblatten (24.) und Lilian Kummer (29.) holten zwei weitere Schweizerinnen einige Weltcup-Punkte. Bei Halbzeit hatte es für die beiden Walliserinnen noch deutlich besser ausgesehen. Kummer war 15., die zweifache Junioren-Weltmeisterin aus Zermatt 19., womit sie auf dem Weg zu ihrem bislang besten Weltcup-Ergebnis und zum «Rookie of the day» war. Die 50 Gramm Gold, mit denen die «Winterthur»-Versicherung jene Fahrerin (oder jenen Fahrer) auszeichnet, die mit der Startnummer 46 oder höher am weitesten in die ersten 15 vorstösst, sicherte sich Kirsten Clark. Die mit der Nummer 50 gestartete amerikanische Speed-Spezialistin stiess mit Laufbestzeit vom 21. in den 9. Rang vor.

Rey-Bellets zweite Enttäuschung

Die grösste Enttäuschung aus Schweizer Sicht lieferte Corinne Rey-Bellet (31.) ab. Die Walliserin, die in Sölden als Dritte des ersten Laufes ausgeschieden war, verpasste das Finale um fünf Hundertstel. Klarer scheiterten Marlies Oester (40.) und Sylviane Berthod (62.) mit Rückständen von 2,5 beziehungsweise 4,1 Sekunden. B-Kader-Fahrerin Tamara Müller musste ihr «Riesen-«Debüt im Weltcup wegen einer allergischen Schwellung am Oberarm verschieben.

Gesamtklassement: 1. Andrine Flemmen No 2:23,88 2. Allison Forsyth Ka 2:24,55 0,67 3. Sonja Nef Sz 2:24,57 0,69 4. Karen Putzer It 2:24,74 0,86 5. Stina Hofgard Nilsen No 2:24,87 0,99 6. Carole Montillet Fr 2:25,13 1,25 7. Michaela Dorfmeister Ö 2:25,15 1,27 8. Kirsten Clark USA 2:25,27 1,39 9. Alexandra Meissnitzer Ö 2:25,31 1,43 10. Caroline Pellat-Finet Fr 2:25,34 1,46 11. Brigitte Obermoser (Ö), Blizzard, 1,59 zurück. 12. Anja Pärson (Sd), Salomon, 1,62. 13. Maria Rienda Contreras (Sp), Rossignol, 1,69. 14. Alenka Dovzan (Sln), Rossignol, 2,01. 15. Geneviève Simard (Ka), Rossignol, 2,09. 16. Mélanie Suchet (Fr), Dynastar, 2,14. 17. Tina Maze (Sln), Rossignol, 2,19. 18. Tanja Poutiainen (Fi), Rossignol, und Isolde Kostner (It), Fischer, 2,33. 20. Silvia Berger (Ö), Völkl, 2,34. 21. Maddalena Planatscher (It), Völkl, 2,50. 22. Anna Ottosson (Sd), Dynastar, 2,53. 23. Birgit Heeb-Batliner (Lie), Nordica, 2,54. 24. Fränzi Aufdenblatten (Sz), Salomon, 2,57. 25. Annemarie Gerg (De), Völkl, 2,63. 26. Tanja Schneider (Ö), Völkl, 2,67. 27. Silke Bachmann (It), Völkl, 2,69. 28. Ylva Nowen (Sd), Salomon, 2,90. 29. Lilian Kummer (Sz), Völkl, 3,07. 30. Sarah Schleper (USA), Rossignol, 3,44.

(kil/sda)

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