Spekulationen um Todespiloten von Mailand

publiziert: Samstag, 20. Apr 2002 / 08:17 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Apr 2002 / 08:56 Uhr

Mailand - Nach dem spektakulären Flugzeugunglück von Mailand dauert das Rätselraten um die Ursache an. Vor allem die finanziellen Probleme des 67-jährigen Piloten Luigi Fasulo dürften im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.

Der in der Schweiz wohnhaft gewesene Italiener Luigi Fasulo war bei dem Unglück ebenso ums Leben gekommen wie zwei Frauen, die im Gebäude gearbeitet hatten. Dutzende Menschen waren verletzt worden.

Die Ehefrau Fasulos hatte am Freitag bestätigt, dass ihr Mann hohe Schulden hatte. Medien sprachen von rund einer Million Dollar, nachdem er möglicherweise das Opfer eines Finanzbetruges geworden war.

Die Ehefrau trat jedoch Spekulationen entgegen, wonach ihr Mann deshalb Selbstmord verübt habe, indem er das Flugzeug absichtlich gegen den Pirelli-Turm gesteuert habe. Die Unglücksmaschine hatte nach einem Bericht des italienischen Fernsehsenders RAI zum Verkauf gestanden.

Die Nachrichtenagentur ANSA spekulierte, Fasulo könnte Selbstmord wegen fehlgeschlagener illegaler Geschäfte in Österreich und Frankreich begangen haben. Fasulo habe wenige Stunden vor seinem Tod mit einem Polizisten in Como telefoniert und diesem mitgeteilt, er habe grosse finanzielle Verluste erlitten.

Die italienischen Behörden haben bisher nur einen terroristischen Hintergrund der Katastrophe ausgeschlossen. Ansonsten seien alle Ursachen wie ein technischer Defekt oder ein gesundheitliches Gebrechen des Piloten denkbar, sagte Transportminister Pietro Lunardi in Rom.

Besonders merkwürdig sei allerdings, dass das Kleinflugzeug genau in die Mitte des Pirelli-Hochhauses gerast sei. «Daher fällt es schwer, an ein schicksalhaftes Unglück zu glauben», sagte der Minister.

(bb/sda)

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