Spitzelaffäre: Ermittlungen gegen Deutsche Telekom
publiziert: Donnerstag, 29. Mai 2008 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Mai 2008 / 18:58 Uhr

Bonn - Die Staatsanwaltschaft Bonn hat die Ermittlungen gegen die Deutsche Telekom im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre aufgenommen. Die Strafverfolger durchsuchten insbesondere die Zentrale des Telekomkonzerns.

Die Deutsche Telekom hat eine lückenlose Aufklärung versprochen.
Die Deutsche Telekom hat eine lückenlose Aufklärung versprochen.
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Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen den ehemaligen Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und den einstigen Verwaltungsratspräsidenten Klaus Zumwinkel, wie Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel sagte.

Auch die Tätigkeit des früheren Telekom-Sicherheitschefs Harald Steininger werde überprüft. Weder gegen Telekom-Chef René Obermann noch ein anderes Mitglied des heutigen Konzernspitze wird laut Apostel ermittelt.

Kommunikation mit Journalisten bespitzelt

Die Telekom hatte am Wochenende eingeräumt, dass zwischen 2005 und 2006 mindestens ein Jahr lang Telefondaten ausspioniert worden sind. Im Konzernumfeld hiess es, dass es dabei vor allem um Kontakte von Verwaltungsräten zu Journalisten ging, möglicherweise auch von Managern.

Ziel sollte es dem Vernehmen nach sein, Informationslecks zu schliessen, um die Veröffentlichung von vertraulichen Informationen zu unterbinden. Der Konzern hatte die Vorfälle vor gut zwei Wochen selbst bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und eine lückenlose Aufklärung versprochen.

Die Arbeitnehmervertreter im Telekom-Verwaltungsrat kündigten unterdessen an, ebenfalls Strafanzeige einzureichen. Bei der Strafanzeige geht es um Verstösse gegen das Fernmeldegeheimnis, die Pressefreiheit, und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, sagte Telekom-Verwaltungsratsmitglied Michael Sommer.

(bert/sda)

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