Sportler des Jahres: Die Nominierten

publiziert: Donnerstag, 16. Dez 2004 / 13:26 Uhr

Roger Federer und Simone Niggli-Luder haben gute Aussichten, ihre Wahl zum Sportler und Sportlerin des Jahres 2003 zu verteidigen. Mit Marcel Fischer und Karin Thürig sind aber zwei heisse Anwärter auf den Titel im Rennen.

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Roger Federer. Die unbestrittene Nummer 1 des Männertennis hat gute Aussichten, zum Weltsportler des Jahres gewählt zu werden. Sollte ihm da im eigenen Land nicht sowieso die höchste Ehre zuteil werden? Frühere Cracks wie John McEnroe, Ivan Lendl, Rod Laver und Boris Becker beschreiben den 23-jährigen Baselbieter in Superlativen.

Sie erwähnen aus Federers Traumjahr 2004 nicht nur die drei Grand-Slam-Triumphe (Melbourne, Wimbledon, New York), den erneuten Erfolg am Masters Cup, die sieben übrigen Turniersiege und die diversen verblüffenden Rekorde. Noch mehr schwärmen sie von Federers Spiel, von der technischen Perfektion, der Genialität und der scheinbaren Leichtigkeit. Und auch davon, dass der Superstar ein Star zum Anfassen geblieben ist.

Marcel Fischer. Der 17. August 2004 geht in die Schweizer Sportgeschichte ein: Marcel Fischer wird in Athen als erster Schweizer Fechtsportler Olympiasieger. Bis er sich nach dem 15:9-Finalsieg über den Chinesen Wang Lei auf Schultern tragen und feiern lassen konnte, musste der 26-jährige Bieler nicht nur ein nervenaufreibendes Turnier, sondern eine schwierige Saison überstehen.

Trotz seiner damaligen Stellung als Weltranglisten-Dritter - heute ist er die Nummer 1 -- konnte er sich im Frühling erst bei allerletzter Gelegenheit für Athen qualifizieren; noch Ende Juli musste der Medizinstudent zu Prüfungen an der Uni Basel antreten. Dass er kurz darauf im wichtigsten Turnier alle Weltklasse-Degenfechter hinter sich liess, ist um so bewundernswerter.

Sven Riederer. Die junge Olympia-Sportart Triathlon bleibt eine Schweizer Domäne - dank Sven Riederer. Vier Jahre nach den Erfolgen von Brigitte McMahon (Gold) und Magali Messmer (Bronze) schwamm, radelte und lief in Athen auch der 23-jährige Team-Benjamin aus Wallisellen auf die dritte Stufe des Olympia-Podests, geschlagen nur von den neuseeländischen Topfavoriten Hamish Carter und Bevan Docherty.

Bronze ist für Riederer der vorläufige Lohn für den behutsamen Aufbau der Karriere, in der noch viele Höhepunkte folgen können. Als einstiger Junioren- und U23-Europameister sowie U23-WM-Zweiter ist er den Weg in die Weltspitze konsequent weitergegangen.

"Um ihn beneiden uns viele andere Nationen", hatte Nationaltrainer Martin Rhyner schon vor zwei Jahren gesagt. Er behielt Recht.

Sportlerin des Jahres:

Daniela Meuli. An den Olympischen Spielen in Salt Lake City hatte sie ihr grosses Potential noch nicht ausspielen können, aber letzte Saison ist Daniela Meuli zur weltbesten, klar dominierenden Alpin-Snowboarderin aufgestiegen.

Die 23-jährige Davoserin gewann von Ende Oktober 2003 bis Mitte März sieben Weltcup-Konkurrenzen im (olympischen) Parallel-Riesenslalom sowie eine im Parallel-Slalom.

Nach 13 von 16 Weltcup-Starts stieg sie aufs Podest. Die Weltcup-Gesamtwertung gewann sie mit über 3500 Punkten Vorsprung auf die Schweizer Teamseniorin Ursula Bruhin, und die französische Olympiasiegerin Isabelle Blanc distanzierte sie um fast 7000 Punkte.

Auch der neue Winter hat für Daniela Meuli gut begonnen: Schon im zweiten Rennen, einem Parallelslalom in einer Skihalle im holländischen Landgraaf, fuhr sie den ersten Sieg ein.

Simone Niggli-Luder.An ihre überragende Bilanz des Jahres 2003, als sie aus vier WM-Rennen in Rapperswil als vierfache Weltmeisterin hervorging, kam Simone Niggli-Luder dieses Jahr nicht heran, das durfte auch nie und nimmer erwartet werden.

Dennoch, mit der WM-Goldmedaille in der Kurzdistanz in Västeras und dem Triumph im Gesamtweltcup war die 26-jährige Bernerin aus Münsingen auch 2004 die weltbeste Orientierungsläuferin.

Das erfolgreiche Jahr rundete sie im November in China ab, wo sie überlegen die nicht zum Weltcup zählende Park World Tour (PWT) gewann. In der Königsdisziplin, der Langdistanz, hielt sie nur ein Missgeschick vom erneuten WM-Sieg ab: In den schwedischen Wäldern verlor sie eine Kontaktlinse und dadurch viel Zeit.

Karin Thürig. Im Triathlon wie im Radrennsport gehört Karin Thürig zu den Weltbesten. In diesem Jahr nun hat sich die 32-jährige Luzernerin in einer speziellen Disziplin ins Rampenlicht gerückt: im Zeitfahren auf der Strasse.

An den Olympischen Spielen beglückte sie die Schweizer Sportfans mit der Bronzemedaille der ersten Olympia-Auszeichnung für die Schweiz im Strassenrennsport der Frauen.

Anderthalb Monate später liess sie sich in Bardolino - acht Jahre nach Barbara Heebs Triumph - als zweite Schweizer Rad-Weltmeisterin feiern. Dass die zurückgetretene Olympiasiegerin Leontien Zijlaard aus Holland nicht am Start war, schmälerte Thürigs Leistung nicht. Sie fuhr mit 51 Sekunden den grössten Vorsprung der letzten Jahre heraus.

Team des Jahres:

Beachvolleyball-Team Patrick Heuscher/Stefan Kobel. Die letzten Ballwechsel im dritten Satz des Spiels um Bronze gehörten an den Olympischen Spielen in Athen zu den spektakulärsten Szenen überhaupt - und sie trugen der Schweiz die ersehnte und verdiente Beachvolley-Medaille ein, die Laciga/Laciga in Sydney 2000 knapp verpasst hatten.

Bevor Patrick Heuscher und Stefan Kobel die Australier Prosser/Williams in die Knie zwangen, war das Schweizer Team auch das einzige, welches die überragenden späteren Olympiasieger Ricardo/Emanuel aus Brasilien in einen Entscheidungssatz zwingen und ihnen im glühend heissen Athener Sand alles abverlangen konnte.

Madison-Team Bruno Risi/Franco Marvulli. Robert Dill-Bundis Olympia-Triumph in Moskau 1980 ist vielen noch in lebhafter Erinnerung. Danach musste der Schweizer Bahn-Radsport auf olympischer Ebene 24 Jahre lang darben, bis am 25. August im Athener Velodrom die grosse Stunde des Madison-Duos Bruno Risi/Franco Marvulli schlug. ¨

Der routinierte Urner Sechstage-Fahrer und sein junger Zürcher Partner machten es richtig spannend. Lange hielten sie sich im ausgeglichenen Feld zurück, ehe sie die letzten drei Sprintwertungen allesamt für sich entschieden und sich auf den Silber-Platz verbesserten, geschlagen einzig von den überlegenen Australiern Graeme Brown/Stuart O´Grady.

Team Sauber Petronas. Platz 6 in einer Wertung wird für die Sportlerwahl normalerweise nicht als Merite herangezogen. Peter Sauber und seine Hinwiler Crew dürfen jedoch auf ihren 6. Rang in der Konstrukteure-Wertung der Formel-1-Saison 2004 überaus stolz sein.

Giancarlo Fisichella und Felipe Massa fuhren 34 Punkte heraus - deutlich mehr, als zu erwarten war. Weil Renault und BAR-Honda mittlerweile in den Kreis der Top-Teams aufgestiegen sind, ist die 6. Position ähnlich hoch einzustufen wie Platz 4 im Jahr 2001. In jenem Jahr, als Sauber Petronas zum Schweizer Team des Jahres erkoren wurde.

(bsk/Si)

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