Stichwahl entscheidet über kroatischen Präsidenten

publiziert: Montag, 3. Jan 2005 / 08:02 Uhr

Zagreb - Die Stimmberechtigten in Kroatien müssen in zwei Wochen in einer Stichwahl über den künftigen Präsidenten entscheiden. Dies teilte die Wahlkommission in der Nacht auf Montag in Zagreb mit.

Keiner der Kandidaten konnte 50 Prozent oder mehr der Stimmen auf sich vereinen.
Keiner der Kandidaten konnte 50 Prozent oder mehr der Stimmen auf sich vereinen.
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Am Sonntag hatten weder Amtsinhaber Stipe Mesic noch die stellvertretende Ministerpräsidentin Jadranka Kosor von der national-demokratischen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) die notwendige Mehrheit von mehr als 50 Prozent erhalten.

Mesic kam auf 49,03 und Kosor auf 20,18 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die Wahlkommission mitteilte. An der Wahl hatten sich nur 51 Prozent der 4,4 Millionen Wahlberechtigten beteiligt.

Die grosse Überraschung der Wahl war der amerikanisch-kroatische Geschäftsmann Boris Miksic, der auf Anhieb 17,8 Prozent erzielen konnte.

Es handelt sich um einen grossen Sieg, sagte Mesic nach Bekanntwerden der Ergebnisse. Wer mich gewählt hat, ist überzeugt, dass das Land sich auf dem richtigen Weg Richtung Europa befindet, sagte der 70-jährige Präsident.

Mesic ist bei vielen Kroaten wegen der Öffnung des Balkanlandes hin zum Westen beliebt. Er war 1994 aus der nationalistischen HDZ ausgetreten und wurde bei der Wahl von drei linken Oppositionsparteien unterstützt.

Seine schärfste Konkurrentin, die 51-jährige Jadranka Kosor von der HDZ, bezeichnete es als Sieg, dass erstmals eine Frau in der Stichwahl um das Präsidentenamt kämpfen werde.

Kosor hatte zwar im Vorfeld der Wahl als Hauptrivalin von Mesic gegolten, ihr waren aber nur geringe Chancen auf einen Sieg eingeräumt worden. Die Favoritin von Ministerpräsident Ivo Sanader galt als zu farblos.

(fest/sda)

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