Stimmauszählung in Afghanistan

publiziert: Samstag, 16. Okt 2004 / 15:14 Uhr

Kabul - Begleitet von neuer Gewalt ist die Stimmauszählung der Präsidentenwahl in Afghanistan erstmals auf das gesamte Land ausgeweitet worden. Im Osten Afghanistans wurden fünf Menschen durch eine Bombe getötet.

Das vorläufige Endergebnis wird erst Ende Oktober erwartet.
Das vorläufige Endergebnis wird erst Ende Oktober erwartet.
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Sie starben, als ein Sprengsatz im Distrikt Asmar in der Provinz Kunar in der Nähe eines Lastwagens detonierte, der Nahrungsmittel für US-Militärstützpunkte transportierte. Der Anschlag ereignete sich laut Behördenangaben etwa 125 Kilomter östlich der Hauptstadt Kabul.

Zuvor sei der Lastwagen von mutmasslichen Anhängern der radikalislamischen Taliban in Brand gesetzt worden. Als sich daraufhin Polizisten und Dorfbewohner um den Lastwagen versammelten, sei die Bombe hochgegangen, sagte Provinzgouverneur Said Fasel Akbar Aga.

Bei einem weiteren Bombenanschlag im Süden des Landes wurden zwei US-Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die ferngesteuerte Bombe detonierte im Distrikt Deh Rawood der Provinz Orusgan. Der Sprengsatz explodierte, als das Fahrzeug der Soldaten während einer Routinepatrouille vorbeifuhr.

Nach einer Pause am Freitag wegen des Ramadan-Beginns wurde unterdessen die Auszählung der Stimmen der Präsidentenwahl fortgesetzt. Erstmals wurden auch im westafghanischen Herat, in Dschalalabad im Osten des Landes und im zentralafghanischen Bamiyan die Wahlurnen geöffnet.

Nach der Auszählung von landesweit rund 0,7 Prozent aller Stimmen kommt Amtsinhaber Hamid Karsai auf 72,1 Prozent. Hinter ihm folgt Ex-Bildungsminister Junis Kanuni mit elf Prozent. An dritter Stelle folgt der berüchtigte frühere Warlord Abdul Raschid Dostum mit mehr als neun Prozent.

Das vorläufige amtliche Endergebnis soll frühestens am 28. Oktober vorliegen.

(rr/sda)

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