Strafregister der Rekruten soll durchgekämmt werden

publiziert: Dienstag, 29. Dez 2009 / 12:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Dez 2009 / 12:45 Uhr

Bern - Künftig sollen Stellungspflichtige bei der Rekrutierung systematisch überprüft werden, damit potenziell gefährlichen Personen keine Waffe ausgehändigt wird. So möchte es das Verteidigungsdepartement (VBS).

Rekruten sollen künftig sicherheitsüberprüft werden.
Rekruten sollen künftig sicherheitsüberprüft werden.
4 Meldungen im Zusammenhang
Die Machbarkeit einer systematischen Sicherheitsüberprüfung hatte das VBS im Rekrutierungszentrum von Sumiswald geprüft - mit positivem Ergebnis: Der Pilotversuch habe ergeben, dass die Überprüfung machbar wäre, sagte VBS-Sprecher Martin Bühler auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Verteidigungsminister Ueli Maurer und Armeechef André Blattmann seien nach dem Versuch gewillt, eine systematische Überprüfung einzuführen. Wann dies der Fall sein wird und welche Gesetzesanpassungen dafür erforderlich sind, ist laut Bühler allerdings noch offen.

Vier Prozent mit Gesetz in Konflikt

Von den Stellungspflichtigen, die in der ersten Jahreshälfte im Rekrutierungszentrum von Sumiswald BE überprüft wurden, waren vier Prozent bereits mit dem Waffengesetz in Konflikt gekommen. Dies hatte Verteidigungsminister Ueli Maurer am Montag bei seiner Jahresbilanz in Adelboden erwähnt.

Dass in Sumiswald ein Pilotversuch durchgeführt wurde, war bekannt gewesen. Die Ergebnisse der Überprüfung wurden jedoch nie kommuniziert. Das Verteidigungsdepartement (VBS) gibt auch keine weiteren Einzelheiten dazu bekannt, wie Bühler sagte. Was genau sich die jungen Männer zu Schulden kommen liessen, ist somit nicht bekannt.

Die Armee hatte für den Versuch das Straf- und andere Register der Stellungspflichtigen durchkämmt. Sicherheitsüberprüfungen müssen sich sich auch Personen stellen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, zum Beispiel im Verteidigungsdepartement. Es gibt - je nach Tätigkeit - verschiedene Stufen der Überprüfung.

(fkl/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 4 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Künftig sollen mehr Behörden als heute auf Daten im Strafregister zugreifen ... mehr lesen 2
Heute können Urteile gegen Unternehmen nicht im Strafregister eingetragen werden. (Symbolbild)
Die Tauglichen: Rekruten beim Materialfassen.
Bern - Die Schweizer Armee hat im ... mehr lesen 2
Bern - Vier von zehn Frauen, die - ... mehr lesen
Die Ausfallquote bei den Aspirantinnen und Rekrutinnen ist etwa gleich hoch wie bei den Männern.
Armeechef André Blattmann: «Verhöhnung der Wehrdienstleistenden.»
Das Thema bringt Armeechef Blattmann auf die Palme: Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung für den Zivildienst, haben sich die Gesuche nach acht Monaten des Jahres 2009 auf 4200 verdreifacht. mehr lesen
Passt nicht mehr
Bin ich mit Ihnen voll einverstanden Gwaeggi.

Kommen noch zwei Sachen dazu. Wer töten will kann dies auch mit einem Messer, Schlägen, etc. Zudem sind die meisten Amokläufer oder Beziehungsausraster vor der Tat ruhige und unauffällige Leute die meist über keine Vorgeschichte verfügen. Diese Taten sind sehr schwierig zu verhindern.

Die Armeewaffe wurde erst zum Problem, seit die Tradition der Zivilarmee nicht mehr im Einklang zu unserer Gewaltgesellschaft steht.
nur...
die Munition dazu bekommt er ausschliesslich gegen Unterschrift mit Ausweis in (einem seriösen) Waffengeschäft.

Klaut er die Munition im Dienst, ist er ein Straftäter. Wenn jemand Militärdienst absolviert und ihm die Waffe aufgrund seiner Vorgeschichte nicht gegeben wird, kann er sich problemlos im Dienst eine Waffe klauen und dann sind wir wieder gleichweit.

Aufgrund des Milizsystems ist es manchmal tatsächlich etwas schwierig, inwieweit das zivile Strafregister dem Militär zugänglich sein soll. Von einem Berufsmilitärangehörigen erwarte ich die nötige Verschwiegenheit und Professionalität, bei gewissen Milizkader zweifle ich, dass diese vorbehaltslos führen können, wenn sie über die Vergangenheit ihrer Leute Bescheid wissen.

Es ist mir als Mitglied im Schützenverein oder aber auch als Angerhörige(r) der Armee nicht erlaubt militärische Munition zuhause aufzubewahren. Sehr wohl aber kann ein jeder die passende Munition im Waffengeschäft kaufen und diese dann auch zuhause haben.

Insofern befürworte ich zwar die Strafregisterüberprüfung, hoffe aber, dass sehr viel Wert auf Diskretion dieser Informationen gelegt wird.

Der "Chüngelitöter" ist übrigens alles andere als harmlos. Während das Sturmgewehr doch recht auffällig ist, kann mit einem "Chüngelitöter" doch recht versteckt hantiert werden und ist sicher auch für einen Menschenkopf nicht unbedingt "gesund"...

Die Handhabung der Waffenabgabe in der Armee ist und war nie ein Geheimnis. Wenn Sie jetzt die Verantwortlichen einsperren wollen, können Sie sich dann gleich miteinsperren, Sie haben sich ja auch nicht informiert defacto auch nicht interessiert. Wir können uns nicht die Hände in Unschuld waschen und uns empören über Geschichten, für welche die Informationen jederzeit greifbar wären.

Eine Waffe wird erst in den Händen der Menschen gefährlich, wir können viel tun um schreckliche Waffengewalt zu verhindern. 100% Sicherheit wird es nie geben - leider !
Das haben wir nun davon
Doch, leider ist es wahr. Das hätte man schon viel früher korrigieren können. Aber es muss ja immer zuerst etwas passieren und manchmal reicht nicht einmal dies.

Auf die Idee hätte man schon vor vielen Jahren kommen können. Immer gibt es doch wieder einmal ein Familiendrama mit Armeewaffen. Trotzdem wurde bis jetzt weder die Mitgabe der Waffe nach Hause abgeschafft noch das Strafregister der Rekruten geprüft. Heftig wurde zu Gunsten der Wehrbereitschaft usw. argumentiert.
Sehr erschrocken
Das darf doch nicht wahr sein. Das heisst, dass die Rektruten bisher nicht auf dunkle Fleckem im Strafregister untersucht wurden, bevor man ihnen eine dermassen gefährliche Waffe ausgehändigt hat?

Diejenigen, die das bisher zu verantworten hatten, sollte man alle einsperren. Nachlässiges und gleichgültiges Lumpenpack: So bezeichne ich alle jene Personen, die an junge Leute Waffen abgeben, ohne zu wissen, ob sie am Ende nicht bereits wegen Gewalttätigkeit aufgefallen sind.

Zum Vergleich: Wenn ich einen "Chüngelitöter" kaufen will, muss ich einen Waffenerwerbschein beantragen und dem dafür notwendigen Formular einen Strafregisterauszug beilegen.

Der Rekrut hingegen, bekommt eine hochmoderne, automatische und mehrschüssige Waffe einfach so? Unglaublich!!!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der Wissenstransfer soll die Entwicklung der Robotik in der Schweizer Armee beschleunigen.
Der Wissenstransfer soll die Entwicklung der Robotik in der Schweizer ...
Die ETH Zürich und das Technologiezentrum des VBS - armasuisse Wissenschaft und Technologie - lancieren ein gemeinsames Programm für Sicherheitsrobotik. Während fünf Jahren investiert das Bundesamt für Rüstung armasuisse dabei zweieinhalb Millionen Franken in ausgewählte Forschungsprojekte. mehr lesen 
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die ... mehr lesen   1
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht unbedingt frische Milch zum Frühstück bekommen: Das Anliegen von Toni Brunner hatte in der ... mehr lesen  
Frische Milch zum Frühstück bleibt für die Soldaten wohl ein Wunsch.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 1°C 5°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wolkig, aber kaum Regen
Basel 2°C 8°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen starker Schneeregen
Bern 0°C 4°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 5°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 0°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Lugano 7°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten