Einigung im Streit um Erhöhung der Studiengebühren

Streit um Uni-Gebühren in Québec beigelegt

publiziert: Sonntag, 6. Mai 2012 / 12:38 Uhr
«Bildung ist ein Recht!»
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Victoriaville - Nach gewaltsamen Zusammenstössen und stundenlangen Verhandlungen haben Studenten und die Regierung in Kanadas Provinz Québec eine Einigung im Streit um die Erhöhung der Studiengebühren erreicht.

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«Es gibt eine Einigung. Alle sind erleichtert», sagte Québecs Premierminister Jean Charest am Samstag. Zuvor waren bei heftigen Zusammenstössen zwischen Studenten und der Polizei neun Menschen verletzt und 109 festgenommen worden.

Die Einigung sieht vor, dass die Studiengebühren in den kommenden sieben Jahren jeweils um 254 kanadische Dollar erhöht werden. Damit steigen die Studiengebühren im Jahr auf insgesamt rund 4000 kanadische Dollar.

Mit der Erhöhung der Gebühren soll das staatliche Haushaltsdefizit reduziert werden. Im Gegenzug sollen aber die Universitäten ihre eigenen Gebühren um den gleichen Betrag senken, was sie zum Sparen zwingen wird.

«Das Gute ist, dass die Rechnung für die Studenten nicht steigt», sagte Gabriel Nadeau-Dubois von der Bewegung CLASSE, die in der französischsprachigen Provinz im Osten Kanadas mehr als die Hälfte der rund 170'000 streikenden Studenten vertritt.

Das Ergebnis zeige, dass der Streik nicht umsonst gewesen sei. Der Studentenvertreter kündigte aber an, dass der Streik fortgesetzt werde, bis das Ergebnis von allen geprüft worden sei. Die Einigung wurde nach massiven Protesten gefunden, die am Freitagabend in Gewalt umgeschlagen waren.

Eskalation bei Demo

Mehr als 2000 Demonstranten aus der gesamten Provinz, darunter Studenten, Professoren und Gewerkschafter, waren zunächst friedlich durch die 170 Kilometer östlich von Montréal liegende Stadt Victoriaville gezogen, wo am Wochenende eine Versammlung der in der Provinz regierenden Liberalen Partei Québecs (PLQ) stattfand.

Vor dem Tagungsort gab es später jedoch Zusammenstösse zwischen der Polizei und gewalttätigen Demonstranten. Diese griffen das Kongresszentrum mit Wurfgeschossen an, zerstörten Fenster und durchbrachen die Absperrungen vor dem Gebäude. Die Polizei setzte Reizgas ein. Das Treffen der PLQ war aus Angst vor Studentenprotesten eigens von Montréal nach Victoriaville verlegt worden.

Bei den Krawallen verlor ein junger Mann an einem Auge das Augenlicht, wie Ärzte mitteilten. Ein anderer Student erlitt nach Angaben von Augenzeugen schwere Schnittwunden an einem Ohr. «Die Polizisten haben die nötige Gewalt angewendet, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten», sagte der Chef der Provinzpolizei, Jean Finet, am Samstag. Demnach wurden 109 Menschen während und nach der Demonstration festgenommen.

(asu/sda)

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