Sunrise entbündelt Telefonanschlüsse

publiziert: Freitag, 12. Mai 2006 / 17:42 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Mai 2006 / 18:03 Uhr

Bern - Nachdem das Parlament die letzte Meile der Swisscom geknackt hat, will Sunrise über 70 Prozent aller Telefonanschlüsse unabhängig von der Swisscom mit eigenen Angeboten versorgen.

Sunrise plant, rund 600 Ortszentralen mit eigener technischer Ausrüstung zu versehen.
Sunrise plant, rund 600 Ortszentralen mit eigener technischer Ausrüstung zu versehen.
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Gemäss heutigem Plan soll dies in ein bis zwei Jahren erreicht werden. Sunrise plant, rund 600 Ortszentralen der Swisscom mit eigener technischer Ausrüstung zu versehen, sagte Festnetzchef Morten Brögger am Rande einer Produktepräsentation in Zürich der Nachrichtenagentur SDA.

Damit lüftete die Schweizer Tochtergesellschaft der dänischen TDC als erster Telekomkonzern der Schweiz ein wenig den Schleier über das Vorgehen, wenn die Entbündelung der letzten Meile am 1. Januar 2007 in Kraft tritt.

Das Parlament hatte Ende März beschlossen, der Swisscom das Monopol auf dem Kupferkabel von den insgesamt 1380 Ortszentralen zu den 3,811 Mio. Telefonanschlüssen zu entziehen. Falls kein Referendum ergriffen wird, können die Swisscom-Konkurrenten ab nächstem Januar dann eigene Dienstleistungen den Festnetzkunden anbieten.

Viele Millionen für technische Ausrüstung

Dazu müssen sie entweder ihre eigene technische Ausrüstung in die Swisscom-Ortszentralen einbauen (volle Entbündelung) oder sie können für vier Jahre die bestehende Ausrüstung der Swisscom gegen Entgelt mitbenutzen (schneller Bitstrom-Zugang).

Wieviel Geld es Sunrise kostet, eigene technische Ausrüstung in rund 600 der 1380 Ortszentralen zu installieren, konnte Brögger nicht beziffern: Es seien aber viele Millionen. Auch sei noch nicht entschieden, welche Nachfolgetechnologie für den bisherigen Breitbandinternet-Standard ADSL zum Einsatz komme.

Ob die Kabelnetzbetreiberin Cablecom auch von der Entbündelung der letzten Meile der Swisscom profitieren will, ist noch nicht entschieden. Derzeit werde die Situation noch analysiert, sagte Sprecher Stephan Howeg. Tele2 war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(smw/sda)

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