Suu Kyi darf ihre Stimme doch abgeben
publiziert: Freitag, 24. Sep 2010 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Sep 2010 / 16:12 Uhr
Burmas Oppositionsführerin Suu Kyi darf offenbar doch wählen gehen.
Burmas Oppositionsführerin Suu Kyi darf offenbar doch wählen gehen.

Rangun - Sechs Wochen vor den Wahlen in Birma hat die Militärjunta eine Kehrtwende gemacht. Die unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi darf zwar weiter nicht antreten, aber zumindest nun doch ihre Stimme abgeben.

6 Meldungen im Zusammenhang

«Sie wird das Haus wohl nicht verlassen dürfen, aber die Behörden werden wohl eine Wahlurne zu ihrem Haus bringen», sagte ein Beamter der Militärregierung in Rangun. Wahltag ist der 7. November. Die 65-jährige hatte die Wahlen 1990 haushoch gewonnen.

Die Junta erkannte das Ergebnis nie an. In diesem Jahr verboten die Generäle ihr, als Kandidatin anzutreten, weil sie unter Hausarrest steht. Ihre Partei, die Nationalliga für Demokratie (NLD), wurde aufgelöst, weil der Vorstand sich weigerte, Suu Kyi aus der Führungsriege auszuschliessen.

Suu Kyis Hauarrest endet eigentlich eine Woche nach den Wahlen. Doch haben die Behörden ihren Hausarrest in der Vergangenheit immer wieder kurz vor dem Entlassungstermin unter fadenscheinigen Gründen verlängert. Die Nobelpreisträgerin hat den Grossteil der vergangenen 20 Jahre in Haft verbracht.

Zwei militärnahe Parteien

Bei den Wahlen ringen gleich zwei militärnahe Parteien um Stimmen. Am Freitag kündigte die «National Unity»-Partei das Aufstellen von 990 Kandidaten an.

Sie liegt damit direkt hinter der vom Militär gegründeten «Union Solidarity and Development»-Partei (USDP) mit 1163 Kandidaten. Die NUP sei nicht mit der USDP alliiert, beteuerte Parteisekretär Khin Maung Gyi in Rangun. Die Partei war Ende der 80er Jahre vom zivilen Arm der damals regierenden Militärführung gegründet worden.

Zwei Oppositionsparteien

Die USDP ging aus der Massenorganisation der derzeitigen Junta hervor. Viele ranghohe Militärs hängten ihre Uniform an den Nagel und treten für die USDP an. Insgesamt beteiligen sich 37 Parteien an den Wahlen.

Die beiden Oppositionsparteien haben zusammen nur gut 200 Kandidaten aufgestellt. Ihnen fehlt Geld: Die Wahlkommission verlangt 500 Dollar pro Kandidat - mehr als 15 Monatslöhne eines einfachen Arbeiters. Das Militär behält sich ein Viertel der Parlamentssitze und die wichtigsten Regierungsposten vor.

(ade/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rangun - Nach den Wahlen in Birma ... mehr lesen
Die Militärjunta in Birma bereitet die Freilassung von Suu Kyi vor.
Rangun - Der Oberste Gerichtshof in Birma hat einen Einspruch der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi gegen ihren Hausarrest zugelassen. Drei Richter würden in der Hauptstadt Naypyidaw über ihren Antrag entscheiden, sagte einer ihrer Anwälte, Khin Htay Kywe, am Donnerstag. mehr lesen 
Rangun - Birmas Militärjunta hat vor den Wahlen am 7. November die Freilassung von 11'000 Häftlingen angekündigt. Es ist aber unklar, ob darunter auch politische Gefangene sein werden. mehr lesen 
Rangun - Die Militärjunta von Birma lässt am 7. November erstmals seit 1990 beschränkte Wahlen zu. Die Opposition will in jedem 3. Wahlkreis einen Kandidaten aufstellen. Demokratie-Ikone Suu Kyi hat allerdings zum Wahlboykott aufgerufen. mehr lesen 
Rangun - In Birma wird im Herbst erstmals seit zwei Jahrzehnten ein neues Parlament gewählt. Die Militärregierung habe den Termin für den 7. November angesetzt, meldeten staatliche Medien am Freitag. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Suu Kyi verbrachte 15 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest oder im Gefängnis.
Washington/London - Zum 65. Geburtstag der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Birmas haben Washington und London die Freilassung von Aung San Suu Kyi gefordert. In Washington ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Myanmars neuer Präsident Htin Kyaw.
Neujahrstag  Rangun - Myanmars neuer Präsident Htin Kyaw hat zum Neujahrstag des Landes mehr als 80 Gefangene begnadigt. «Die 83 Gefangenen werden durch Amnestie freigelassen am ersten Tag von Myanmars neuem Jahr», erklärte der Politiker der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) am Sonntag. mehr lesen 
Der designierte Präsident und seine Chefin: U Htin Kyaw und Aung San Suu Kyi.
Achtens Asien Mit der Wahl von drei Vize-Präsidenten ist Myanmar dem historischen Machtwechsel einen wichtigen Schritt näher gekommen. Der definitive Entscheid fällt in den nächsten Wochen. mehr lesen  
Achtens Asien Der dritte Anlauf zur Demokratie in Myanmar nach 1948 und 1990 tritt in die entscheidende Phase. Wer wird «unter» Demokratie-Ikone Daw Aung San ... mehr lesen  
Demokratie-Ikone Aung San Suu Kyi: Ihr ist egal, wer Präsident unter ihr wird.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: https://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -2°C 4°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Schneeregenschauer
Basel -2°C 5°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
St. Gallen -2°C 4°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, wenig Schnee
Bern -5°C 4°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern -3°C 4°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Schneeregenschauer
Genf -2°C 5°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 0°C 7°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten