Swisscom-Spitze übt harsche Kritik am Bundesrat
publiziert: Montag, 5. Dez 2005 / 15:47 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Dez 2005 / 16:26 Uhr

Zürich - Swisscom-Konzernchef Jens Alder ist vom Bundesrat schwer enttäuscht. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, die Swisscom stelle für den Bund ein «Klumpenrisiko» dar.

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Die Swisscom sei weltweit das effizienteste Telekomunternehmen. «Das ist bestimmt kein Klumpenrisiko, sondern eine riesige Chance». Den Ausdruck «Klumpenrisiko» hätten die 18 000 Angestellten «nicht verdient», sagte Alder im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS.

Auch eine Eircom-Übernahme wäre laut Alder - im Gegensatz zur Befürchtung des Bundesrats - kein Risiko gewesen. Alder zeigte kein Verständnis für das bundesrätliche Veto gegen allfällige Zukäufe im Ausland. Den Deal mit der irischen Eircom hat Swisscom widerwillig abgeblasen.

Bundesrat verkennt die Realitäten

Seine Entscheidung gegen Aktivitäten im Ausland seien «unqualifiziert» und in Verkennung der Realitäten, sagte Swisscom- Verwaltungsratspräsident Markus Rauh vor den Medien in Zürich. Es war die erste Stellungnahme nach dem «Niet» des Bundesrates zu teuren Auslandengagements.

«Ich bin erstaunt und konsterniert, dass der Bundesrat, dem die Swisscom in den vergangenen Jahren mehr als zehn Milliarden Franken in die Kasse geschwemmt hat, die Swisscom über Nacht als bedrohliche Altlast behandelt, die man lieber heute als morgen los ist», sagte Rauh weiter.

«Bevormundet und bevogtet»

Doch zuvor wolle der Bundersat die Swisscom noch «kräftig ausmelken». Die Swisscom werde vom Bundesrat «indifferenziert» zum potentiellen Swissair-Sanierungsfall abgestemelt und werde «bevormundet und bevogtet».

Es betreffe ihn persönlich, wenn die Swisscom «mit pauschalen Vorwürfen» in der Öffentlichkeit schlecht gemacht werde, sagte Jens Alder.

Alder betonte, dass das Schweizer Geschäft langfristig nur durch Auslandinvestitionen gesichert werden könne. Schon heute sei Swisscom international vernetzt. Swisscom werde die Startegie im Kerngeschäft weiterführen.

Planungsziele vom Bund erwartet

Swisscom erwartet jetzt, dass der Bundesrat bis zum 21. Dezember seine Ziele für den Planungszeitraum 2006 bis 2009 unterbreitet.

Es gebe eine Krise zwischen Konzernleitung und dem Mehrheitsaktionär Bund, sagte Alder. In dieser Situation wolle er als Kapitän das Schiff nicht verlassen. Die künftige Strategie müsste aber Wachstum erlauben. Fehle dieses, sei fraglich, ob er noch der richtige Mann sei, sagte Alder.

(fest/sda)

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