Taiwans Präsident trifft chinesischen Top-Gesandten

publiziert: Donnerstag, 6. Nov 2008 / 11:30 Uhr

Taipeh - Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahrzehnten ist ein taiwanischer Präsident mit einem ranghohen Gesandten der Volksrepublik China zusammengetroffen.

Taiwans Staatsoberhaupt Ma Ying-jeou.
Taiwans Staatsoberhaupt Ma Ying-jeou.
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Taiwans Staatsoberhaupt Ma Ying-jeou begrüsste am Donnerstag den chinesischen Chefunterhändler Chen Yunlin in einem Gästehaus der Regierung in Taipeh. Beide Männer gaben sich die Hand und tauschten Geschenke aus.

In einer kurzen, im Fernsehen übertragenen Rede erklärte Ma, die Begegnung mit Chen sei «ein wichtiger Schritt in den Beziehungen beider Seiten der Taiwan-Strasse».

Zwar gebe es noch Differenzen, etwa über die Sicherheit und den internationalen Status Taiwans, aber die jetzige Entwicklung entspreche den Wünschen der Menschen in Taiwan und in China.

Kein chinesischer Kommentar

Chen, der als erster ranghoher chinesischer Gesandter seit 60 Jahren am Montag in Taiwan eingetroffen war, äusserte sich bei der Begegnung nicht.

Er überreichte Präsident Ma ein Tuschebild eines Pferdes mit den Worten, dies sei «von einem meisterhaften Künstler». «Ma» ist das chinesische Wort für «Pferd».

Proteste gegen Annäherung

Vor dem Gästehaus dauerten derweil die Proteste von Anhängern einer Unabhängigkeit Taiwans an. Mehr als 2000 Demonstranten hatten zuvor ein Hotel belagert, in dem ein Bankett für Chen gegeben wurde.

Der Besuch des chinesischen Unterhändlers ist ein weiterer Schritt in dem mühsamen Annäherungsprozess beider Länder. Chen unterzeichnete mit seinem taiwanischen Kollegen Chiang Pin-kung milliardenschwere Wirtschaftsvereinbarungen, politische Fragen blieben ausgespart.

Die Volksrepublik China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu den Bedingungen Pekings an. Dies lehnt Taiwan strikt ab.

(bert/sda)

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