Tausende protestieren im türkischen Erdbebengebiet
publiziert: Freitag, 2. Mai 2003 / 11:12 Uhr

Bingöl - Im Erdbebengebiet in der Südosttürkei haben mehrere tausend Menschen gegen die unzureichende Versorgung mit Zelten protestiert. Die Sicherheitskräfte feuerten Warnschüsse in die Luft, um die Menge auseinander zu treiben.

Die türkische Stadt Bingöl.
Die türkische Stadt Bingöl.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu wurden zwei Menschen leicht verletzt, als ein Polizeiwagen in die Menge fuhr. Aus Angst vor Nachbeben hatten die Bewohner der Stadt Bingöl die Nacht im Freien gebracht. Die meisten mussten sich mit eigenen Mitteln behelfen.

Der türkische Rote Halbmond hat nach eigenen Angaben bisher 3714 Zelte und 13 717 Decken in das Erdbebengebiet geschickt. Nach dem Beben der Stärke 6,4 auf der Richterskala vom Donnerstagmorgen sind nach offiziellen Angaben bislang 105 Tote geborgen worden. Mehr als 70 Kinder sind nach wie vor in einem eingestürzten Schülerwohnheim verschüttet.

Rettungsmannschaften und Ärzte aus umliegenden Provinzen brachen in das Katastrophengebiet auf. Das staatliche Spital von Bingöl war völlig überfordert. Die Verletzten wurden aus Angst vor Nachbeben in Zelten und im Garten des Hospitals versorgt. Andere wurden in die Nachbarstädte Elazig, Mus und Diyarbakir gebracht.

(bsk/sda)

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