Tennis: Federer im Gewinner-Stress

publiziert: Montag, 2. Feb 2004 / 11:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 2. Feb 2004 / 11:26 Uhr

Melbourne - Würde bringt in einer Weltsportart auch Bürde. Nach dem Interview-Marathon am Sonntag geht es am Montag für Australian-Open-Sieger Roger Federer vor dem Retourflug nach Europa im gleichen Stil weiter.

Einzelne Passanten im Southbank-Quartier in Melbourne rieben sich um 8 Uhr ungläubig die Augen. War das nicht der Mann, der zuerst die grosse australische Hoffnung Lleyton Hewitt eliminiert und dann mit Siegen gegen drei weitere Grössen des Welttennis seinen ersten Titel beim Australian Open gewonnen und quasi en passant noch den Weltranglisten-Thron erklommen hatte?

Doch, es war Roger Federer. Er setzte in diesen Minuten zum zweiten Teil seines Sieges-Marathons an, der knapp 16 Stunden vorher begonnen hatte. Beinahe symbolisch tat er dies vor der Kulisse des "Crown Casino", wo sich schon viele Träume realisieren liessen.

Auf Roger Federer warteten ab 8 Uhr ein grosses Fernseh-Interview, der Termin mit den Schweizer Medien sowie verschiedene Gespräche mit der internationalen Presse.

Nicht gerade christlich, derartige Zeiten für einen Champion, der sich heutzutage auf dem Platz nur noch selten vor dem frühen Nachmittag zeigen muss, oder, Roger Federer? "Eigentlich schlafe ich sehr gerne aus, aber es geht schon."

Mirkas "Bettmümpfeli"

Die Siegesfeier war verständlicherweise nicht exzessiv ausgefallen. Es blieb bei einem gediegenen Nachtessen in einem der Hotel-Restaurants.

"Wir haben etwas gefeiert, aber ganz relaxed. Dazu haben wir noch viel gesprochen, und so wurde es doch spät", verriet der gut gelaunte Federer, der von Freundin Mirka Vavrinec noch ein spezielles "Bettmümpfeli" erhalten hatte: "Ich fragte sie, ob ich an diesem Turnier wirklich so gut gespielt hätte. Sie sagte ja - da bin ich gut eingeschlafen..."

Falls er am Montagmorgen Zeit gehabt hätte, wäre ihm die Bestätigung auch noch einmal schwarz auf weiss geliefert worden: Das Lob in den lokalen Zeitungen war einmal mehr überschwänglich. Während ihm in "The Age" der Aufbau einer neuen Dynastie à la Pete Sampras zugetraut wird, halten John McEnroe und Guillermo Vilas im "Herald Sun" seinen Grand Slam schon in diesem Jahr für möglich.

Auf dem Weg zu dieser ohnehin extrem schwierigen Aufgabe dürfte Ende Mai das Rendez-vous an der Seine der grösste der drei verbleibenden Stolpersteine sein. Federer hat in Roland Garros zuletzt zwei bittere Startpleiten (gegen Hicham Arazi und Luis Horna) kassiert.

Dennoch sieht er sich - logischerweise - auch dort nicht chancenlos: "Es werden da sicher am meisten Gegner auf mich lauern. Aber eigentlich liegen mir die Bedingungen in Paris besser als bei anderen Sandturnieren. Vielleicht hatte ich da etwas zu früh Erfolg, als ich die Achtel- und die Viertelfinals erreichte." Falls er die "besseren Bedingungen" in gewohnter Manier umsetzen kann, verspricht dies jedenfalls viel: Federer gewann auf rotem Sand das Masters-Series-Turnier in Hamburg, erreichte den Final im Foro Italico zu Rom und siegte auch in München.

Bestätigung auf Hartplatz

Auch für das US Open, das einzige Major, an dem er noch nie im Viertelfinal stand, mit seinen schwierigen Bedingungen scheint er nun gerüstet. Die Erfolge in Houston und Melbourne machen ihn definitiv zu einem der besten Hartplatz-Spieler. Für ihn eine sehr wichtige Erkenntnis: "Vorher hatte ich auf Hartplätzen immer Probleme mit Wind, Sonne und Hitze. Das habe ich nun alles überwunden."

Der zweite Major-Titel in nur sechs Monaten ist die Bestätigung des Potenzials, an dessen Umsetzung bis vor Wimbledon noch so viele gezweifelt hatten. Das "Double" bringt auch ihm selber viel: "In Wimbledon auf dem Rasen geht alles schnell, da kann es einfach einmal passieren, dass ich mit meinem Spiel gewinne. Auf Hartplatz spielt Glück viel weniger eine Rolle, für mich ist das eine enorme Bestätigung."

(von Marco Keller/Si)

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