Terror-Todes-Panne: Keine Strafe für Polizisten

publiziert: Montag, 17. Jul 2006 / 19:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Jul 2006 / 20:18 Uhr

London - Für die irrtümliche Tötung eines Brasilianers nach den Terroranschlägen von London werden die beteiligten Polizisten nicht zur Rechenschaft gezogen.

Die Londoner Polizei soll kollektiv belangt werden.
Die Londoner Polizei soll kollektiv belangt werden.
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Gegen keinen der Beamten lägen ausreichende Beweise für eine individuelle Verurteilung vor. Dies sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zum Abschluss einer Untersuchung in London. Die beiden Polizisten, die am 22. Juli 2005 die tödlichen Schüsse auf Jean Charles de Menezes abgegeben hätten, seien «davon ausgegangen, dass er ein Selbstmordattentäter war.»

Sie könnten deshalb nicht wegen der Tötung belangt werden. Allerdings sei der gesamte Einsatz von «operationellen Fehlern» begleitet gewesen, weswegen die Londoner Polizei als Ganzes mit Strafmassnahmen rechnen müsse.

Justizsprecher Stephen O´Doherty betonte, dass eine Summierung von Fehlverhalten verschiedener Amtsträger zu der Tragödie geführt habe, dass sich dabei aber kein Einzelner in strafrechtlichem Sinne schuldig gemacht habe.

Geldstrafe?

Deshalb solle die Londoner Polizei kollektiv wegen Verstosses gegen Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien belangt werden. Der Polizeibehörde droht dabei eine Geldstrafe.

Im Verlauf der sechsmonatigen Ermittlungen habe die Kommission vorübergehend Anklagen wegen Mordes, Totschlags und Dokumentenfälschung erwogen, sagte der Sprecher. Diese Vorwürfe seien aber fallengelassen worden.

Kein Einzelner schuldig

«Eine gewisse Anzahl von Individuen hat Planungs- und Kommunikationsfehler begangen, die in der Summe zum tragischen Tod von De Menezes führten, aber kein Einzelner hat sich in hinreichendem Masse eines kriminellen Vergehens schuldig gemacht.»

Die Hinterbliebenen von De Menezes zeigten sich empört über den Befund der Ermittler. «Es ist absolut unglaublich, es ist eine Schande», sagte ein Cousin von De Menezes in London.

Britische Polizisten hatten den 27-jährigen Brasilianer Jean Charles de Menezes für einen Selbstmordattentäter gehalten und ihn am 22. Juli vergangenen Jahres in der U-Bahn erschossen.

(fest/sda)

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