Dating-App im Selbstversuch
Tinderella geht zum Ball
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 21:24 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Mrz 2016 / 15:50 Uhr

Tinder und Co. sind zur Zeit in aller Munde. Die Meinungen darüber sind geteilt. Während es die einen feiern, schütteln andere nur den Kopf. Von der grossen Liebe über Tinder habe ich noch nie gehört, aber vielleicht bewege ich mich auch nur in den falschen Kreisen. Meine Neugier siegt über die Vernunft und ich entschliesse mich, dem Tinder-Club beizutreten.

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Tinder ist einfach: Es erscheint ein Foto eines Mannes oder einer Frau, je nach Präferenz. Wischt man nach rechts, gefällt einem die Person, nach links gefällt sie einem nicht. Wischt die gewischte Person ebenfalls nach rechts, gibts einen Match. Daraus entsteht ein Chat oder gar ein Date.

Ich wische also motiviert - mehr links als rechts - und habe schon bald meinen ersten Match. Der junge Mann meldet sich prompt, doch die Unterhaltung läuft irgendwie in die falsche Richtung. Auf ein Kompliment zu meinem Aussehen, folgt eines auf meine langen Beine und dann die Feststellung, dass er einen Stuhl benötigt, um mich zu küssen. «Ähm, wer hat behauptet, dass du mich küssen darfst?» Auf die Frage, was er auf Tinder genau sucht, antwortet er: «Die grosse Liebe», - aber eigentlich hat er keine Zeit dazu und eigentlich will er auch gar keine Beziehung. Ein Widerspruch in sich. Es folgen noch einige weitere Matches, die werten Herrschaften halten es aber nicht für nötig zu schreiben und erschreckend muss ich feststellen, dass selbst mein Ex-Freund auf Tinder ist. Etwas Neues muss her. Ich entscheide mich für Lovoo. Und das Niveau sinkt in den Keller.

Der Unterschied zu Tinder ist, dass man hier auch ohne einen Match chatten kann und sieht, wer einen positiv bewertet hat. Die Comunity ist riesig. Mein Handy ist im Dauervibrationsmodus, bis zum Ende des Tages musste ich meinen Akku fünf mal aufladen. Innerhalb von vier Stunden habe ich über 700 positive Bewertungen und mein Postfach ist ständig voll. Um meinen Match zu suchen, habe ich keine Zeit, da ich ja die Nachrichten ständig beantworten oder löschen muss. Zum Glück bin ich fleissig auf Social Media unterwegs und kann die ganzen Anfragen ziemlich gut handeln, ansonsten würde ich schon längst die weisse Fahne schwingen. Die ersten Kontaktversuche sind entweder sehr kreativ oder plump. Die Nachrichten reichen von einem «Hey», über ganze Gedichte, Lebensläufe mit Alter, Grösse Gewicht, etc. bis zum plumpen «Ficke?». Da war Tinder schon besser.

Mein Fazit zum 24h-Dating-App - ich lösche beide Plattformen. Meiner Meinung nach sind die Apps zu oberflächlich, um wirklich den Traummann kennenzulernen. Ausserdem frisst es Zeit. Und Akku. Es macht süchtig und man beginnt auch im Alltag die Menschen im Kopf nach links oder rechts zu wischen.

Als Zeitvertreib kann es ganz nutzvoll sein oder auch um sein Ego zu pushen, doch die grosse Liebe auf Tinder finden? Wohl eher nicht. Und noch ein kleiner Tipp an die Männerwelt: Fotos in Skianzug mit Skihelm und Skibrille sind auf solchen Plattformen genau so unbrauchbar, wie ein Clown an einer Beerdigung.

(Sabrina Pepic/news.ch)

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