Roger Federer in London eine Klasse für sich

Titel und weiterer Rekord für den Schweizer

publiziert: Montag, 29. Nov 2010 / 00:00 Uhr

Das Jahr 2010 endete für Roger Federer so erfolgreich, wie es begonnen hatte. Zehn Monate nach seinem 16. Grand-Slam-Triumph beim Australian Open gewann der Schweizer das ATP-Finale in London.

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Federer schlug zum Abschluss einer perfekten Woche in der Londoner O2-Arena seinen grössten Rivalen Rafael Nadal in etwas mehr als anderthalb Stunden 6:3, 3:6, 6:1 und konnte vor 17 500 begeisterten Zuschauern zum bereits fünften Mal die letzte Trophäe des Jahres in die Höhe stemmen, was zuvor nur Ivan Lendl und Pete Sampras gelungen war. Insgesamt feierte Federer in seinem 94. Final den 66. Titel.

Wie bereits in den vier letzten Partien zeigte Federer auch zum Abschluss der Woche eine Glanzleistung. Gleich zum Auftakt im ersten Game gab der Schweizer mit Gewinnschlägen mit Vorhand, Rückhand und Service den Tarif durch. Im ersten Satz geriet er bei eigenem Aufschlag einzig einmal leicht in Bedrängnis, als Nadal beim Stand von 3:3 30:0 in Führung ging. Federers Antwort fiel unmissverständlich aus: Er gewann nicht nur die nächsten vier Punkte, sondern nahm dem Mallorquiner kurz darauf auch den Aufschlag ab.

Federer überzeugte in mancherlei Hinsicht, doch seine entscheidende Waffe war in vielen Momenten und ganz speziell im ersten Satz überraschenderweise die Topspin-Rückhand. Mit dieser gewann er mehrere Duelle gegen Nadals Vorhand. Hätte er im zweiten Satz beim Service nicht nachgelassen, wäre der Sieg womöglich schneller zustande gekommen, denn Federer war über weite Strecken der bessere und deutlich aktivere Spieler. Nadal profitierte aber von den Problemen Federers beim ersten Aufschlag (nur 44 Prozent im 2. Satz) und nahm ihm im vierten Game zum einzigen Mal den Service ab. Das erst vierte Break gegen Federer im Verlauf der Woche führte zum ersten Satzverlust des Baselbieters.

33 Winner, 18 Fehler

Nadal mag psychologisch gegen Federer im Vorteil sein, weil er seit Anfang 2008 sechs der acht Direktduelle gewonnen und auch insgesamt öfter triumphiert hat, doch an diesem frühen Sonntagabend konnte der manchmal leicht müde wirkende Spanier mit dem Schweizer nicht mithalten. Der dritte Satz sprach ein klares Verdikt. Alles passte beim 16-fachen Grand-Slam-Sieger wieder zusammen. Das 6:1 war die logische Folge.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Federers Überlegenheit im ersten Masters-Final zwischen den beiden Erstplatzierten der Weltrangliste seit 24 Jahren noch grösser war, als das Resultat aussagt. Federer schlug 33 Winner, produzierte nur 18 unerzwungene Fehler und gewann 74 der 130 ausgespielten Punkte. Zudem zeigte er sich mit einer hundertprozentigen Ausbeute bei den Breakchancen effizient. Nadal akzeptierte Federers Überlegenheit: «Er war heute einfach stärker. Über die gesamte Woche hat er grossartiges Tennis gespielt.»

Wenig Einfluss auf das ATP-Ranking

Keine 24 Stunden vor Nadal hatte bereits der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic Federers Spätform eindrücklich zu spüren bekommen. Gerademal 80 Minuten benötigte Federer, um den keinesfalls schlecht spielenden Serben regelrecht zu deklassieren. Vorab im ersten Satz reihte der Baselbieter Gewinnschlag an Gewinnschlag. Djokovic, der ab Freitag mit Serbien gegen Frankreich den Davis-Cup-Final bestreitet, konnte phasenweise nur ungläubig den Kopf schütteln.

Auch eine rasche 3:0-Führung von Djokovic im zweiten Satz brachte Federer nicht aus dem Takt. Er reagierte umgehend mit einer Aufholjagd zum 3:3. Wenig später gelang ihm auch schon die Entscheidung mit dem Break zum 5:4. Im 19. Duell gegen den Australian-Open-Sieger von 2008 feierte Federer den 13. Sieg, den dritten in Folge.

Gegen Nadal bestritt er bereits den 22. Match, wovon 18 Finals waren. Dank des ersten Erfolgs gegen den Spanier seit Mai 2009 verbesserte er die weiterhin negative Bilanz auf 8:14 Siege. In der Weltrangliste ändert sich heute Montag im Vergleich zur Vorwoche beinahe nichts. Trotz des Gewinns von 1500 ATP-Punkten (und 1,63 Millionen Dollars) wird Federer weiterhin deutlich hinter Nadal an zweiter Position stehen. Doch mit diesem Sieg lancierte der Schweizer bereits vorzeitig die nächste Saison und das kommende Rennen um die Vorherrschaft auf der Tour.

(Julien Oberholzer, London/Si)

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