«Tod einer Ikone»

publiziert: Dienstag, 6. Dez 2005 / 07:12 Uhr

London - Aus für ein Wahrzeichen: In London fährt am Freitag nach über 50 Jahren zum letzten Mal ein roter Doppeldecker-Bus.

Nicht Rollstuhl geeignet: Die Routemaster Doppeldeckerbusse.
Nicht Rollstuhl geeignet: Die Routemaster Doppeldeckerbusse.
Danach werden auch auf der Linie 159 moderne Fahrzeuge aus Deutschland den Dienst übernehmen. Die «Routemaster» werden vom «Mercedes-Benz Citaro» abgelöst, laut Firmenwerbung der «erfolgreichste Niederflurlinienbus in Europa».

Das kann viele Londoner nicht über den «Tod einer Ikone» hinwegtrösten, wie britische Zeitungen das Dienstende des berühmtesten Doppeldeckers der Welt nannten.

Millionenfach haben Touristen ihn mit nach Hause genommen. Als Modell in diversen Grössen oder als Abbild auf Postkarten und T-Shirts, auf Teepackungen, Socken oder Eierbechern.

Wahrzeichen der Metropole

Vor gut einem halben Jahrhundert wurde der erste «Routemaster» montiert. Er blieb der letzte Bus, der noch eigens für London, von Londonern und in London gebaut wurde. Seit 1954 fuhren sie zwischen Oxford Street und Buckingham Palace, zwischen Trafalgar Square und Big Ben und wurden selbst zum Wahrzeichen der Metropole.

Wer einen alten Londoner bittet, das «Lebensgefühl Routemaster» zu beschreiben, kann Antworten wie diese bekommen: «Es war wunderbar, hinten auf der offenen Plattform zu stehen, den Wind im Gesicht. Und diese Freiheit, aus- oder einsteigen zu können, wo er gerade hielt.»

Bürokraten schuld

Mitschuld am «Verbot» des alten Doppeldeckers tragen für Londoner die EU-Bürokraten. Der Bus-Klassiker war mit seinem einzigen Ein- und Ausgang über Treppen an der Heckplattform nicht Rollstuhl geeignet.

Mit diesem Verstoss gegen die Behinderten-Richtlinie der EU begründete Bürgermeister Ken Livingstone die rote Karte für den «Routemaster», dessen Rettung er einst im Wahlkampf noch vollmundig versprochen hatte. Dabei muss die EU-Vorschrift erst bis 2017 umgesetzt sein.

Keine Kontrolleure mehr

Es wird vermutet, dass es wohl auch um die Einsparungen von Lohnkosten gegangen sei. Mit dem rollenden Klassiker verschwindet in London eine ganze Berufsgruppe, die des Bus-Kontrolleurs.

Schwarzfahrer hassten ihn, artig zahlende Bürger hingegen schätzten die «Busbegleiter» nicht nur, weil sie Wechselgeld bereit hielten, sondern auch als Beschützer vor Rowdys und Dieben.

Abgesehen von Rollstuhlfahrern, die sich zu Recht ärgerten, würden viele andere Behinderte die «Routemaster» vermissen, argumentierte der konservative «Daily Telegraph». Schliesslich seien die Kontrolleure für blinde und auch für geistig gestörte Menschen ebenso eine Hilfe gewesen wie für Alte oder Kinder.

(fest/sda)

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