«Tod für Obama» und «Tod für Michelle und ihre Blagen»
publiziert: Freitag, 21. Aug 2009 / 20:33 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Aug 2009 / 17:28 Uhr

Rund ein Dutzend Demonstranten mit Schusswaffen versammelten sich in dieser Woche nahe einem Gebäude, in dem US-Präsident Barack Obama über seine Reformpläne für das amerikanische Gesundheitssystem sprach.

Ziehen die Reisen Barack Obamas, auf denen er über die Gesundheitsreform spricht, womöglich bewaffnete Gegner an?
Ziehen die Reisen Barack Obamas, auf denen er über die Gesundheitsreform spricht, womöglich bewaffnete Gegner an?
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CNN International

edition.cnn.com/POLITICS/

Einer der Demonstranten hatte ein Gewehr über der Schulter, eine Pistole in einem Halfter und Patronen in der Gesässtasche.

Vergangene Woche, vor einer anderen Versammlung von Obama, demonstrierte ein Mann mit einer Schusswaffe am Oberschenkel.

Kaum zu glauben – aber das war nicht gesetzeswidrig.

Die Veranstaltungen fanden an Orten in den USA statt, in denen verdeckt getragene Waffen verboten sind; das offene Tragen von Waffen ist dagegen erlaubt.

Schlägt der Ärger in Amerika in Gewaltbereitschaft um?

Eine kleine Gruppe von Aktivisten üben dieses Recht ganz demonstrativ aus. Diesem Recht sind allerdings Grenzen gesetzt. Die Leibwache des Präsidenten darf waffentragenden Personen den Zutritt zu jedem Gebäude verwehren, in dem der Präsident gerade spricht.

Die Demonstranten hielten ausreichend Abstand, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Ein Mann allerdings wurde wegen Hausfriedensbruchs verhaftet; in seinem Wagen fand die Polizei eine Schusswaffe.

«Eine bewaffnete Gesellschaft ist eine höfliche Gesellschaft»

An beiden Veranstaltungsorten erklärten die Demonstranten, dass sie nur gegen die Gesundheitsreformpläne des Präsidenten seien, ihm selbst jedoch nicht schaden wollten. «Eine bewaffnete Gesellschaft ist eine höfliche Gesellschaft», so William Kostric. In jüngster Zeit war der Umgangston in den USA alles andere als höflich.

Der Plan zur Gesundheitsreform hat die erbittertste Opposition seit der Amtsübernahme des Präsidenten ausgelöst. Der Zorn richtete sich grösstenteils gegen die Gesetzgeber, die diesen Plan ebenfalls auf Veranstaltungen für ihre Wähler näher erörtern. Sie wurden unterbrochen, beleidigt und bedroht. Obama nimmt zwar nicht teil, kommt jedoch meist trotzdem nicht ungeschoren davon. Bei einer Veranstaltung hielt ein Demonstrant ein Schild mit der Aufschrift «Tod für Obama» und «Tod für Michelle und ihre blöden Blagen» hoch.

Ist der Präsident in Gefahr?

Wenn bewaffnete Demonstranten ausserhalb eines Gebäudes stehen, während sich der Präsident im Inneren aufhält, so ein Sprecher der Leibwache des Präsidenten, dann «natürlich nicht». Aber die Ermordung ihrer Präsidenten von Abraham Lincoln bis John F. Kennedy und auch das Attentat auf Ronald Reagan ist vielen Amerikanern deutlich im Bewusstsein.

Und jetzt ziehen die Reisen Barack Obamas, auf denen er über die Gesundheitsreform spricht, womöglich bewaffnete Gegner an. Das ist merkwürdig und beunruhigend.

Jonathan Mann - POLITICAL MANN
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «Political Mann» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

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Waffen muss man sehen - per Gesetz
"Die Veranstaltungen fanden an Orten in den USA statt, in denen verdeckt getragene Waffen verboten sind; das offene Tragen von Waffen ist dagegen erlaubt."

Die Waffe sieht man spätestens, wenn sie "benutzt" wird. Ausser dem Präsidenten wird in den Rücken geschossen. Die USA braucht mehr als nur eine Gesundheitsreform.
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