Toter bei Bombenexplosion nahe Khomeini-Grab im Iran

publiziert: Samstag, 20. Jun 2009 / 15:44 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Jun 2009 / 17:44 Uhr

Washington - Auf mehreren Plätzen der iranischen Hauptstadt Teheran ist es zu schweren Zusammenstössen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften gekommen. Laut einem Augenzeugen steckten Demonstranten ein Gebäude in Brand.

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Die Protestierenden hätten die Zentrale einer regierungsnahen Gruppe im Süden der Hauptstadt Teheran mit Brandsätzen angegriffen, hiess es.

Trotz des landesweiten Demonstrationsverbots versammelten sich nach Angaben von Augenzeugen tausende Oppositionsanhänger auf verschiedenen Plätzen in der iranischen Hauptstadt. Bis zu zweitausend Demonstranten kamen demnach vor der Universität von Teheran zusammen. Die Polizei setzte dort Wasserwerfer und Tränengas ein, um sie zu vertreiben.

Mehrere Verletzte

Laut unbestätigten Augenzeugenberichten gab es in ganz Teheran mehrere Verletzte. Die Polizei schoss mehrfach in die Luft, um eine verbotene Demonstration aufzulösen.

Am Rande der Proteste wurde am Schrein von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ein Selbstmordanschlag verübt. Nach Angaben iranischer Nachrichtenagenturen sprengte sich der Attentäter am Nachmittag in die Luft und verletzte dabei mindestens einen Pilger.

Grosskundgebung abgesagt

Eine ursprünglich auf dem Enkelab-Platz geplante Grosskundgebung wurde von einem massiven Polizeiaufgebot verhindert, wie weitere Augenzeugen sagten. Dabei seien die Polizisten gewaltsam vorgegangen und hätten Demonstranten geschlagen, die den Platz betreten wollten.

Auch zahlreiche Bassidsch-Milizionäre, die den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unterstützen, hätten auf dem Universitätsplatz Stellung bezogen. Die Bassidsch-Miliz ist eine paramilitärische Einheit, die zu den Revolutionsgarden gehört und bereits in den vergangenen Tagen gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen ist.

Auszählung der Wahlzettel stichprobenartig

Zuvor hatte sich der Wächterrat des Landes dazu bereiterklärt, stichprobenartig zehn Prozent der Stimmen neu auszuzählen. Das berichtete das staatliche Radio.

Die beiden Zweit- und Drittplatzierten bei der umstrittenen Wahl, Mussawi und Mehdi Karrubi, kamen allerdings der Einladung des Wächterrats zur Sitzung nicht nach. Sie verlangten eine Wiederholung der gesamten Wahl.

(tri/sda)

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