Tschad will Darfur-Flüchtlinge ausweisen

publiziert: Samstag, 15. Apr 2006 / 18:27 Uhr / aktualisiert: Samstag, 15. Apr 2006 / 18:47 Uhr

N´Djamena - Nach dem Rebellenangriff auf die tschadische Hauptstadt N´Djamena hat das Land die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland Sudan offiziell abgebrochen.

«Die Weltgemeinschaft habe bis Ende Juni, um ein anderes Aufnahmeland für die Flüchtlinge zu finden»
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Die sudanische Geschäftsträgerin wurde aufgefordert, das Land binnen fünf Tagen zu verlassen.

Ein Regierungssprecher in Khartum teilte mit, die Regierung in N´Djamena habe die Geschäftsträgerin einbestellt und ihr die Entscheidung mitgeteilt. Weiter forderte der Tschad die internationale Gemeinschaft ultimativ auf, ein neues Gastland für die rund 200 000 Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur zu suchen.

«Die tschadische Regierung gibt der Weltgemeinschaft bis Ende Juni, um ein anderes Aufnahmeland zu finden», sagte Premierminister Pascal Yaodimnadji in N´Djamena. «Die Regierung muss feststellen, dass die Flüchtlinge besser behandelt werden als die tschadische Bevölkerung.»

USA warnt vor Ausweisung

Mit dem Ultimatum setzte sich Regierungschef Yeodimnadji über eine Warnung aus Washington hinweg. Die US-Regierung hatte den Tschad dringend gemahnt, die Darfur-Flüchtlinge nicht in die politische Auseinandersetzung mit dem Sudan hineinzuziehen.

Eine Ausweisung der Geflohenen wäre «nicht akzeptabel», sagte Aussenamtssprecher Sean McCormack gestern (Ortszeit) in Washington. Die Regierung des Tschad sei an internationale Verpflichtungen gebunden und müsse den Flüchtlungen Schutz gewähren.

Verwicklung des Sudan in Rebellion?

Die USA haben nach McCormacks Darstellung keine Belege dafür, dass der Sudan in die Rebellion im Tschad verwickelt ist. In einer am Samstag in Paris veröffentlichten Erklärung bestritt auch die Rebellenkoalition Vereinte Front für den Wechsel (FUC) jegliche Verbindung mit dem Sudan.

Die FUC sei «unabhängig von jedem anderen Land», hiess es in dem Schreiben. Der gescheiterte Unmsturzversuch vom Donnerstag wurde darin als «Volksaufstand» bezeichnet.

In der tschadischen Hauptstadt N´Djamena kehrte zwei Tage nach dem Einfall der Rebellen wieder Ruhe ein.

(bert/sda)

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