Tschetschenisches Kommando erschiesst vier Dorfbewohner

publiziert: Samstag, 27. Sep 2003 / 11:52 Uhr

Grosny - Ein Überfallkommando hat in einem Dorf in der Nähe der tschetschenischen Hauptstadt Grosny vier Mitglieder einer Familie erschossen.

Tschetschenien hat sich für einen Präsidenten aber auch für den Verbleib in der Russischen Föderation entschieden.
Tschetschenien hat sich für einen Präsidenten aber auch für den Verbleib in der Russischen Föderation entschieden.
Bis zu sieben maskierte Männer drangen in der Nacht in ein Haus des Dorfs Tschetschen-Aul und schossen mit ihren Automatikwaffen auf dessen Bewohner, wie das tschetschenische Innenministerium mitteilte. Das 72-jährige Familienoberhaupt, sein Sohn sowie ein Cousin seien sofort tot gewesen; ein Sohn des Cousins sei kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen erlegen.

Nach Angaben des Ministeriums war es bereits der dritte Überfall in dem südöstlich von Grosny gelegenen Dorf innerhalb eines Monats: Kurz zuvor waren unter ähnlichen Umständen ein Polizist und der Verwaltungschef getötet worden.

Am Sonntag in einer Woche finden in Tschetschenien Präsidentschaftswahlen statt. Die Tschetschenen hatten sich in einem umstrittenen Referendum im März für den Verbleib in der Russischen Föderation und die Wahl eines Präsidenten ausgesprochen.

Moskau stellt die Wahl als ein Zeichen für die Normalisierung der Situation in der Kaukasusrepublik dar, in der nach wie vor rund 80 000 russische Soldaten stationiert und blutige Überfälle an der Tagesordnung sind.

(rr/sda)

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